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Gribkowsky unter Verdacht

Millionen aus Formel 1-Beteiligung?

Formel 1 Foto: dpa

Die aufgetauchten Dollar-Millionen für den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribowsky werfen viele Fragen auf. Wofür floss das Geld? Und stand es im Zusammenhang mit der früheren Formel-1-Beteiligung der Landesbank?

05.01.2011

Die Münchner Staatsanwaltschaft arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung rätselhafter Zahlungen an den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky. Am Vortag dauerten die Untersuchungen bis in die Nachtstunden hinein, wie eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag (4.1.) sagte. Zu möglichen Vorwürfen könnten wegen des komplexen Falls noch keine Angaben gemacht werden.

Millionen aus dem Formel 1-Geschäft?

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach von einem "Rückschlag" und drängte zur Eile. Der Vorgang müsse "so schnell wie möglich" aufgeklärt werden und sei betrüblich, sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hält es für möglich, das Vermögen Gribkowskys für Schadenersatzzahlungen wegen des Debakels um die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) heranzuziehen.

Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Staatsanwälte die Herkunft des Vermögens des ehemaligen BayernLB-Risikovorstands Gribkowsky unter die Lupe nehmen. Er soll nach Berichten der "SZ" in seiner Amtszeit 50 Millionen US-Dollar aus Mauritius und der Karibik erhalten und in einer österreichischen Privatstiftung angelegt haben. Die Ermittler prüften auch, ob das Geld aus kriminellen Geschäften stammt, die mit der Formel 1 zu tun haben, berichtete die Zeitung.

Formel 1-Rechteverkauf wird untersucht

Der BayernLB liegen derweil nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise auf ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Beteiligung vor. "Nach derzeitigem Stand gab es bisher keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass der Verkaufsprozess korrekt vollzogen wurde", verlautete am Dienstag aus der Landesbank. Trotzdem werde man sich den gesamten Vorgang noch einmal genau ansehen. An die Beteiligung an der Rennserie war die Landesbank im Zuge der Pleite des einstigen Medienmoguls Leo Kirch gekommen. 2006 wurde das Paket unter Federführung Gribkowskys an den Finanzinvestor CVC verkauft.

Die österreichische Justiz hat sich nach einem Bericht bereits 2006 mit den rätselhaften Millionen Gribkowskys befasst. Die Ermittlungen der Salzburger Staatsanwaltschaft gegen den Bankmanager wegen des Verdachts der Geldwäsche seien dann 2007 eingestellt worden, berichtete die Wiener Zeitung "Kurier" am Dienstag.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der Untreue

Die BayernLB hat eine ganze Serie von Rückschlägen hinter sich - von den verlustreichen Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt bis hin zum Milliarden-Debakel um die österreichische Hypo Group Alpe Adria. Gribkowsky, der 2008 aus dem Vorstand der Bank ausschied, gehört zu den früheren Managern, von denen der amtierende Verwaltungsrat Schadenersatz wegen des HGAA-Desasters verlangt. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen ihn wegen Untreueverdachts.

Wirtschaftsminister Zeil schließt deshalb nicht aus, das Vermögen Gribkowskys für Schadenersatzansprüche zu nutzen. Die Landesbank müsse prüfen, inwieweit Ansprüche gesichert werden könnten, sagte das BayernLB-Verwaltungsratsmitglied den "Nürnberger Nachrichten" (Mittwoch). Dafür komme unter anderem ein sogenannter dinglicher Arrest infrage, also die Sicherung des Vermögens durch ein Gericht.

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