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Grosjeans rätselhafter Sochi-Unfall

Durchdrehende Räder bei 282 km/h

Romain Grosjean - GP Russland 2015 Foto: xpb 69 Bilder

Unglaublich, was diese Formel 1-Chassis aushalten. Carlos Sainz war in Sochi einen Tag nach seinem schweren Unfall im reparierten Unfallchassis den Grand Prix gefahren. Nun macht Romain Grosjean in Austin das gleiche. Lotus musste nur die seitlichen Crashstrukturen erneuern.

22.10.2015 Michael Schmidt

Es war ein gewaltiger Crash. Die Telemetrie verrät, dass Romain Grosjean sein Auto beim GP Russland mit 282 km/h in der Omega-Kurve verloren hat. Der Einschlag erfolgte mit 37 g Verzögerung. Grosjean stieg aus, als wäre nichts geschehen. "Am nächsten Tag hatte ich einen PR-Termin für Microsoft. Ich dachte, dass ich den ganzen Tag mit einem steifen Nacken rumlaufe, aber da war nichts."

Die Unfallursache ist immer noch nicht ganz geklärt. "Sicher ist, dass nichts am Auto gebrochen ist", erzählt Einsatzleiter Alan Permane. Auslöser war das Durchdrehen der Räder. Im siebten Gang, bei 282 km/h wohlgemerkt! Das zeigt, welch gewaltiges Drehmoment die Motoren entwickeln. "Das Heck kam quer, ich bin auf die schmutzige Spur, und dann war das Auto nicht mehr zu halten", blickt Grosjean zurück.

Lotus-Chassis und Getriebe heil

Eine Theorie war, dass im Windschatten von Jenson Buttons McLaren der Abtrieb abgerissen ist. Das wollte Grosjean nicht bestätigen: "Ich bin vorher schon anderen Autos in der Kurve hinterhergefahren, und das Heck ist nie ausgebrochen. Es ist mir immer noch ein Rätsel, was da passiert ist."

Der Unfall des Lotus-Piloten zeigt einmal mehr, wie stabil die Formel 1-Autos sind. Am Unfallort bot sich ein Bild der Verwüstung. Doch wie im Fall von Carlos Sainz am Tag zuvor überstand auch der Lotus den realen Crashtest.

"Die beiden Crashstrukturen auf der rechten Seite waren beschädigt, die obere mehr als die untere. Aber wir können das hier vor Ort reparieren", berichtet Permane. Auch das Getriebe überlebte. "Das Differenzial hat etwas abgekriegt, aber das Getriebe ist heil. Wir werden es wohl mit unseren 3 Kraftübertragungen durch die Saison schaffen."

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