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Grund für Grosjean-Dreher

"Handbremse bei 300 km/h"

Romain Grosjean - Haas F1 - Formel 1-Test - Barcelona - 3. März 2016 Foto: sutton-images.com 167 Bilder

Haas F1 musste in der zweiten Testwoche einige Rückschläge einstecken. Romain Grosjean kämpfte sich mit Bremsproblemen durch den vorletzten Testtag. Am Ende der Zielgeraden legte der Franzose nach einem Fehler im System bei 300 km/h einen Dreher hin.

03.03.2016 Tobias Grüner

Durch die enge Zusammenarbeit mit Ferrari hatte HaasF1 gehofft, die größten Kinderkrankheiten eines neuen Teams schon im Vorfeld auszumerzen. Doch in der zweiten Barcelona-Woche kämpft der Formel 1-Einsteiger mit mehr Problemen, als ihm lieb sein kann. Nach nur 24 Runden von Esteban Gutierrez in den ersten beiden Sessions kam auch Romain Grosjean am Donnerstag (3.3.2016) nicht richtig in Schwung.

"Wir haben das Auto diese Woche näher ans Limit getrieben und dabei immer mehr neue Probleme festgestellt", erklärte der Franzose. Vor allem das Brake-by-Wire-System bremste Grosjean im wahrsten Sinne des Wortes aus. "Das ist ein sehr kompliziertes System. Wir hatten damit schon 2013 und 2014 bei Lotus Probleme", erinnert sich der Routinier.

Highspeed-Dreher nach Brake-by-Wire-Problem

Nach einem kurzen Ausritt in der Früh jagte die Technik dem Piloten kurz nach der Mittagspause einen größeren Schrecken ein. Am Ende der Zielgeraden blockierten beim Bremsen plötzlich die Hinterräder. "Ich habe nicht erwartet, dass jemand bei 300 km/h die Handbremse zieht", nahm Grosjean den Zwischenfall mit Humor. Kurz vor der Bande kam das Auto im Kiesbett zum Stehen.

Das Vertrauen in sein Gefährt war anschließend hin. "Danach habe ich 20 Meter früher gebremst", so Grosjean. Doch das half offenbar auch nicht. Kurz vor dem Ende der Sitzung rumpelte der Fahrer so heftig über die Curbs, dass sich der Motor von alleine abschaltete. Der Haas-Renner kehrte erneut auf dem Tieflader zurück.

Grosjean beschädigt Unterboden

Ohne Folgen blieben die 3 Zwischenfälle nicht. "Der Unterboden wurde bei allen 3 Ausritten beschädigt", gab Teamchef Guenther Steiner am Abend zu. "Die Jungs haben also heute Nacht noch etwas Arbeit vor sich. Wir können das reparieren, aber viele Ersatzteile haben wir nicht mehr. Wenn man ein positives Fazit aus den Problemen ziehen kann, dann dass die Mechaniker das Auto besser kennenlernen und immer schneller werden."

Steiner sieht das als normalen Teil des Lernprozesses: "Wir lernen unsere Lektionen auf die harte Art und Weise. Wir müssen das Auto aber ans Limit bringen, damit wir in Australien keine Überraschungen erleben. Wenn wir in den ersten Tagen mehr Kilometer gefahren wären, hätten wir das Problem vielleicht schon früher erkannt."

Schnelle Lösung ist unterwegs

Grosjean hofft, dass die Ingenieure eine schnelle Lösung finden. Offenbar reicht eine neue Software schon aus. "Ich erwarte, dass wir es bis Melbourne gelöst bekommen. Wir konnten das Problem jetzt 2 Tage analysieren. Heute Nacht soll schon ein Update kommen, das uns morgen hoffentlich weiterhilft."

Die Bremsprobleme verhinderten auch, dass Haas aussagekräftige Daten über die Leistungsfähigkeit des Autos sammeln konnte: "Wir können noch nicht sagen, wo wir stehen. Wir sind einfach zu wenig gefahren", zuckt Steiner mit den Schultern. "Wir liegen sicher ein gutes Stück hinter Mercedes und Ferrari. Aber ich hoffe, dass wir immer noch dort landen können, wo wir sein wollen - im unteren Mittelfeld. Zumindest wenn alles zusammenpasst in Australien."

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