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Premieren-Party für HaasF1

Null Boxenstopps, acht Punkte

Haas F1 - GP Australien 2016 Foto: sutton-images.com 45 Bilder

Formel 1-Neuling HaasF1 hat direkt im ersten Rennen 8 WM-Punkte abgestaubt. Mit einer guten Taktik und etwas Glück raste Romain Grosjean auf Rang 6. Der Franzose wurde mit etwas Verspätung zudem auch noch von den Fans zum Fahrer des Rennens gewählt.

22.03.2016 Tobias Grüner

Die weite Reise von Teambesitzer Gene Haas hat sich gelohnt. Der CNC-Fräsmaschinen-Tycoon aus North Carolina ließ es sich nehmen, beim ersten Grand Prix seines neuen F1-Rennstalls persönlich dabei zu sein. Das ambitionierte Projekt, das eine dreistellige Millionensumme an Anfangsinvestitionen verschlungen hat, musste sich erstmals unter Rennbedingungen beweisen.

Teamchef Guenther Steiner litt an der Seite seines Bosses mit: "Für ihn war das Wochenende wie eine Achterbahn. Wir haben Tag und Nacht gearbeitet. Er hat uns schon gefragt, was wir hier machen. Wir haben ihm dann erklärt, dass das so normal ist. Und dann lief es im Qualifying zuerst so schlecht. Da war die Freude nach dem Rennen natürlich umso größer, mit den ersten Punkten für ein US-amerikanisches Team seit langer Zeit nach Hause zu fliegen."

In der Qualifikation musste der Neuling noch Lehrgeld bezahlen. Das Timing der schnellen Runs passte einfach nicht. Die Startplätze 19 und 20 waren die Quittung. Im Rennen lief es dann umso besser. Von weit hinten wählte HaasF1 mit beiden Autos eine Risiko-Strategie mit langen ersten Stints auf Soft-Reifen.

Alonso-Crash spielt Grosjean in die Karten

Grosjean hätte erst in Runde 27 an die Box kommen sollen. Doch dann schlug das glückliche Schicksal in Form des Alonso-Crashs in Runde 17 zu. Grosjean hatte als einziger Pilot noch nicht gestoppt und konnte in der Unterbrechung ohne Zeitverlust gemütlich Reifen wechseln. Die Ingenieure ließen Medium-Gummis aufziehen, mit denen der Franzose bis zum Ende durchfuhr.

"Vielleicht hat uns das Pech vom Vortag im Rennen geholfen. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. So läuft das eben. Wir sind durch das Glück in die Position gekommen, in der wir eigentlich vorher schon sein sollten. Wenn man sich die nicht gewertete Rundenzeit von Esteban Gutierrez im Qualifying angesehen hat, dann lag das ungefähr im Bereich zwischen Platz 10 und 14." Steiner konnte das Glück des kuriosen Rennverlaufs anschließend kaum in Worte fassen: "Wir mussten noch nicht einmal einen Boxenstopp absolvieren", grinste er verschmitzt. "Wir können jetzt bis Bahrain noch ein bisschen für den Ernstfall zu üben."

Punktelohn für harte Aufbau-Arbeit

Die Hoffnung auf Punkte hatte der Südtiroler aber auch bei einem normalen Rennverlauf nicht aufgegeben: "Wir haben auf die Plätze 9 oder 10 gehofft, aber sicher nicht mit Rang 6 gerechnet. Fast noch zufriedener als über das Resultat sind wir aber über die Erkenntnis, dass wir konkurrenzfähig mitmischen können. Wir sind die gleichen Zeiten wie ein Force India gefahren. Das war nicht so schlecht."

Der Chef stellt seiner Truppe nach dem Erfolg ein Lob aus: "Alle im Team haben toll gearbeitet in den letzten Monaten - Tag und Nacht. Wir hatten auch hier in Australien noch ein paar technische Kinderkrankheiten zu bewältigen. Dann hat es im Freien Training auch noch geregnet. Unsere Fahrer haben vielleicht 7 schnelle Runden gedreht, bevor sie hier an den Start gegangen sind."

Grosjean wird als Fahrer des Rennens ausgezeichnet

Auch sein Pilot bekam ein gutes Zeugnis ausgestellt: "Wir haben Romain genau aus diesem Grund eingestellt. Er ist ein erfahrener Pilot, der weiß, wie man auf die Reifen aufpassen muss. Er hat eine perfekte Leistung abgeliefert." Das sahen offenbar auch die Fans so. Mit einem Tag Verspätung wurde auf der offiziellen F1-Webseite ein Voting zum Fahrer des Rennens gestartet, bei dem der Haas-Pilot die meisten Stimmen einsammelte.

Ein Dank ging nach dem ersten Erfolgserlebnis auch dem italienischen Technik-Partner: "Ohne die Hilfe von Ferrari wäre das nicht möglich gewesen. Da hätten wir 5 Jahre fahren können ohne einen Punkt zu sammeln. Da geht Dir irgendwann die Motivation und das Geld aus. Deshalb haben wir gesagt, dass wir einen anderen Weg einschlagen. Ich zögere noch zu sagen, dass es funktioniert hat. Wir müssen die Leistung erst noch bestätigen. Aber die Pace stimmt. Das Auto fährt im Mittelfeld mit. Das ist schon eine positive Erkenntnis.

HaasF1 will weiter im Mittelfeld mitmischen

Obwohl eine genaue Analyse der Rundenzeiten noch nicht stattgefunden hat, zeigte sich Steiner erleichtert, selbst mit stärker eingeschätzten Rivalen mithalten zu können: "Mit Force India war es ganz eng. Mal waren sie etwas schneller, dann wieder wir. Das hat sich alles im Bereich von ein paar Zehnteln abgespielt. Mit Williams können wir nicht ganz mithalten. Toro Rosso ist eigentlich auch stärker als sie es im Rennen gezeigt haben. Sie haben sich selbst geschlagen, wofür wir natürlich dankbar sind."

Auch die Formel 1-Fans in den Vereinigten Staaten zeigten sich in den sozialen Netzwerken begeistert. HaasF1 hat viele neue Freunde gewonnen. "Ein einziges Ergebnis wird das F1-Interesse in den USA nicht verändern. Aber es ist ein guter Start", so Steiner. "Es war aber insgesamt ein gutes Rennen für die Formel 1. Es hat gezeigt, dass ein neues Team dazukommen und direkt Punkte holen kann. Das ist doch ziemlich cool."

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