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Guter Start für HaasF1

Mehr Runden als McLaren

Esteban Gutierrez - Haas F1 - Formel 1-Test - Barcelona - 25. Februar 2016 Foto: Stefan Baldauf 45 Bilder

Der Formel 1-Einstieg von HaasF1 steht auf einem soliden Unterbau. In der ersten Testwoche spulte das neue Team in Barcelona über 1.300 Kilometer ab. Mehr als McLaren-Honda und Manor.

27.02.2016 Andreas Haupt

Bei HaasF1 blickte man nach den ersten 4 Testtagen in Barcelona in zufriedene Gesichter. Der neue Rennstall aus den USA hat sich nahtlos ins Formel 1-Feld eingefügt. Man schwimmt im Haifischbecken der Königsklasse mit und geht nicht unter wie seinerzeit HRT oder Caterham. "Wir sind ziemlich zufrieden, mit den Fortschritten, die wir gemacht haben. Wir haben nicht erwartet, so viel zu fahren", sagt Teamchef Guenther Steiner.

281 Runden für Grosjean und Gutierrez

In der ersten Testwoche sammelten Romain Grosjean und Esteban Gutierrez zusammen 281 Runden. Das entspricht 1.308,055 Kilometern. Im Vergleich zu Mercedes (3.142 km) sind das zwar Welten, aber mit der Spitze kann sich der neue Rennstall auch nicht vergleichen. Dafür ist die Technik zu unbekannt und der Erfahrungsschatz im Team trotz vieler Ingenieure und Mechaniker, die von anderen Teams kamen, zu gering.

Noch greifen nicht alle Rädchen ineinander. "Wie sagt man so schön: Wir lernen während der Arbeit. Unsere Mechaniker müssen das Auto erst einmal kennenlernen. Aber sie machen einen super Job und werden immer besser", lobt der Südtiroler, der auch sagt: "Unser größter Feind ist, dass wir Fehler machen, weil wir noch unerfahren sind."

Wie solide das Fundament ist, veranschaulicht die Tatsache, dass der Neueinsteiger in der ersten Testwoche mehr Runden zusammen brachte als McLaren (257) und Manor (254). "Ich war darauf vorbereitet, Geduld haben zu müssen. Aber das Team ist sehr gut vorbereitet gewesen", äußerte sich Gutierrez, der am Donnerstag in 1:27.802 Minuten den zehnten Rang belegte.

Reibungslos liefen die Testfahrten nicht. Zum Auftakt brach der Frontflügel. Die verstärkte Version hielt aber an den 3 verbliebenen Tagen. Dafür überfielen den VF-16 Probleme mit der Elektrik und überhitzenden Bremsen. "Wir haben unsere Kühlung überschätzt. Weil die Technik so komplex ist, kosten dich selbst kleine Probleme schon 2 Stunden. Aber unsere Lernkurve geht nach oben, die Mechaniker werden immer schneller." Was dem Teamchef gefällt: Seine Truppe findet passende Lösungen in einem angemessenen Zeitrahmen. Gesehen an der Umsetzung der Frontflügel-Problematik.

Esteban Gutierrez - HaasF1 - Formel 1-Test - Barcelona - 25. Februar 2016Foto: sutton-images.com
Esteban Gutierrez schaffte am Donnerstag 89 Runden.

Haryanto unterbricht Rennsimulation

Eine Stunde vor Abschluss der Session löste Gutierrez beim Testfinale die vorletzte Rotphase der ersten Woche aus. Die Elektrik spielte einen Streich. "Wir wollten noch einen Run mit den weichen Reifen fahren. Aber man kann nicht alles haben. Das Problem hat uns nur eine Stunde gekostet", urteilt Steiner.

Dafür hätte es am Nachmittag beinahe mit einer ganzen Renndistanz geklappt. Die Rennsimulation von Gutierrez wurde nur unterbrochen, weil Rio Haryanto von der Strecke kreiselte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Mexikaner 50 der 66 gefragten Bahnen zurückgelegt. Mit relativ konstantem Tempo.

"Die Rennsimulation gibt uns ein gutes Gefühl. Wir haben aber nicht auf die Rundenzeiten geschaut, sondern wollten einfach viele Runden am Stück drehen und schauen, wie sich das Auto und die Reifen verhalten", erklärt Steiner. Sein Pilot fasste zufrieden zusammen: "Die Reifen waren besser als erwartet. Ich konnte konstant pushen. Die Pirellis sind viel besser als noch vor 2 Jahren." Damals war Gutierrez noch Sauber-Stammfahrer.

Noch muss HaasF1 viele Punkte abarbeiten. "Unsere Liste ist ziemlich lang. Aber wir haben für alle Punkte Lösungen. Es ist nicht so, dass wir vor einer Sache stehen und denken: Wow, wie können wir das reparieren", so Steiner. "Die größte Baustelle ist, dass wir genügend Ersatzteile anfertigen." Für die zweite Testwoche wurde ein zweites Chassis aufgebaut.

Bis zum Saisonstart in Melbourne sind es nur noch 3 Wochen. "Es wäre ziemlich ambitioniert zu glauben, dass wir dann schon bei 100 Prozent sind", meint Gutierrez. Regelmäßige Punktefahrten sind für 2016 das Ziel. "Es ist nur die Frage, zu welchem Zeitpunkt wir dazu in der Lage sind", sagt der Teamchef.

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