Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

HaasF1 im Pech

Doppelausfall nach Technik-Pannen

Esteban Gutierrez - HaasF1 - GP Malaysia 2016 Foto: xpb 62 Bilder

HaasF1 zahlt Lehrgeld. In Sepang flog Romain Grosjean nach einem Bremsdefekt ab. Am Auto von Esteban Gutierrez löste sich während der Fahrt ein Rad. Das Punktepolster auf Renault ist aber groß genug.

04.10.2016 Andreas Haupt

HaasF1 zehrt von einer guten ersten Saisonhälfte. In den ersten neun Rennen sammelte Romain Grosjean 28 WM-Punkte für den neuen Rennstall. Der Franzose hat bislang für Haas praktisch allein den achten Rang in der Team-WM eingefahren. Esteban Gutierrez hat noch keinen Punkt geholt.

Flaute seit England

Seit dem GP England herrscht allerdings Flaute bei der US-Mannschaft. Vor dem GP Malaysia war Teamchef Guenther Steiner optimistisch: „Irgendwann muss es ja mal wieder klappen. Wir müssen uns nur reinschleichen in die Punkteränge, ohne dass es jemand bemerkt.“

Es klappte am Ende wieder nicht. Trotz eines vielversprechenden Qualifyings. Und eines vielversprechenden Rennstarts. „Nach einem schwierigen Freitagstraining hätten wir nicht damit gerechnet, 12. und 13. in der Startaufstellung zu sein“, sagte der Südtiroler.

Am Start sprang Grosjean gleich 3 Plätze nach vorne und lag als Neunter schon in den Punkten. Im sechsten Umlauf überholte Fernando Alonso das Auto mit der Startnummer 8. „McLaren tanzte das Wochenende nach oben aus der Reihe“, meinte Steiner. „Bei Toro Rosso war es das Gegenteil.“

Schon früh kam Grosjean vom Kurs auf WM-Zähler ab. Am Ende der langen Geraden zwischen Kurve 14 und 15 verriss es die linke hintere Bremsscheibe am US-Rennwagen. Grosjean verabschiedete sich unverschuldet ins Kiesbett. „Er hatte Vibrationen. Aber die Temperaturen waren normal“, rätselte Steiner. „Der Defekt hat sich nicht angekündigt.“

Nur Staub zu analysieren

Die Schadensanalyse wird nicht leicht. Die Haas-Ingenieure haben zwischen Malaysia und Japan kaum Zeit. Es kommt ein weiteres Problem dazu. „Wir haben ja nur Staub zu analysieren“, nahm es Steiner mit Humor. Aus Sicherheitsgründen muss Haas das Problem aber lösen.

Es gibt noch ein zweites. Es betrifft das Auto von Gutierrez. Nach dem dritten Stopp des Mexikaners löste sich vor Kurve neun plötzlich das linke Vorderrad vom Radträger. „Die Mutter ist noch auf der Felge“, wunderte sich Steiner.

„Eigentlich kann man den Schlagschrauber gar nicht lösen, wenn die Schrauben nicht richtig sitzen. Sehr komisch. Wir müssen das zusammen mit der FIA intensiv analysieren.“ Die Stewards verdonnerten Haas zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro. Weil das Auto ein Sicherheitsrisiko darstellte.

Die Kommissare glaubten Gutierrez und dem Team, dass man nicht darüber Bescheid wusste, dass irgendetwas nicht stimmen würde. Das milderte das Strafmaß. In der Begründung heißt es: „Ein mechanisches Versagen scheint dazu geführt zu haben, dass das Rad zwar fest saß, aber nicht korrekt aufgesetzt war. Ein zusätzliches Problem trat beim Anbremsen zu Kurve eins auf, aber das Rad blieb weiter ungewöhnlich am Auto befestigt, bis anscheinend der Defekt an der Felge das Rad über die Rückhaltevorrichtung geschossen hat.“ Haas muss nun FIA-Technikchef Jo Bauer einen Bericht vorlegen, wie man das Problem lösen wird.

Steiner verteidigt Gutierrez

Gutierrez befand sich zum Zeitpunkt des Ausfalls im hinteren Teil. Ohne Chance auf Punkte. Beim Start war ihm Kevin Magnussen ins Heck geknallt. Die Folge: Ein Reifenschaden hinten links. Der Renault-Pilot war wiederrum von Daniil Kvyat angeschoben worden. Renault ist für HaasF1 der Hauptgegner um Platz acht in der Team-WM. Das Polster ist komfortabel. Man liegt mit 28:8 Punkten vorn.

Aber Renault greift an. In Malaysia holte man zum zweiten Mal in Serie Punkte. „Immerhin nur einen“, meinte Steiner erleichtert. Auch technisch rüsten die Franzosen auf. Jolyon Palmer testete in Malaysia ein Frontflügelupdate. Magnussen eine überarbeitete Hinterachse. Beides mit Blick auf 2017. Im Rennen kamen die Teile nicht zum Einsatz. „Wir waren uns nicht 100 Prozent sicher. In Suzuka probieren wir sie wieder. Falls alles klappt, fahren wir damit noch in dieser Saison“, berichtete Einsatzleiter Alan Permane.

Immerhin: Haas machte im Training Fortschritte bei den Bremsproblemen, die Grosjean in Singapur geplagt hatten. Steiner präzisiert: „Es hatte nicht direkt etwas mit den Bremsen zu tun, sondern mit der Balance. Wenn sie nicht passt, überbremst das Auto mal vorn, mal hinten.“

Esteban Gutierrez nahm er nach der Kritik von Singapur in Schutz. „Ich habe das Gefühl, da wird jetzt einfach draufgehauen. Nico Rosberg sagte, er habe sich nicht von Esteban blockiert gefühlt. Ich bin dann zu Toto Wolff gegangen und habe ihn gefragt: Bist du oder Nico gefahren.“

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden