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Halbneues Auto für Vettel

Upgrade-Krieg zwischen Ferrari und Mercedes

Ferrari - GP Spanien - Barcelona - Donnerstag - 7.5.2015 Foto: ams 125 Bilder

Das WM-Duell zwischen Ferrari und Mercedes geht in den Designbüros weiter. Die beiden WM-Rivalen haben pünktlich zum Europa-Auftakt der Formel 1 ihre Autos renoviert. Ferrari spricht von einem halbneuen Auto. Aber auch Mercedes hat sein Auto in vielen Details modifiziert.

08.05.2015 Michael Schmidt

Die Spione lauerten bei der technischen Abnahme. Mercedes schob seinen runderneuerten AMG W06 schon am Donnerstagabend auf die FIA-Waage. Ferrari ließ sich bis zum Freitagmorgen Zeit. Die Kiebitze sahen zwei stark veränderte Autos. Keine spektakulären Technikcoups, aber eine lange Liste von Details.

Mercedes-Chefdesigner Aldo Costa meinte zu auto motor und sport: "Wir haben das Auto in 30 bis 35 Details verändert." Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene sprach sogar von einem halbneuen Auto für Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen. Vettel erwähnte offiziell Neuentwicklungen am Frontflügel und am Unterboden. In Wirklichkeit sind es viel mehr.

Ferrari-Seitenkästen mit Delle

Außer den von Vettel erwähnten Komponenten haben wir eine Delle am Beginn der Seitenkästen entdeckt. Die Verkleidung ist einfach geschrumpft. Dadurch stehen die Bügelflügel am Beginn der Seitenkästen weiter von der Verkleidung weg. Ein Trend, der Schule macht. Auch am runderneuerten Red Bull RB11 hat der vordere Teil der Seitenteile eine Einbuchtung.

Der Bügelflügel am Ferrari SF15-T ist ebenfalls neu. Er besteht jetzt aus zwei Teilen statt einem. Die Leitbleche vor den Kühleinlässen haben eine neue Form und tragen zwei vertikale Schlitze. Vorbild Red Bull. Am Unterboden rund um die Hinterräder gibt es Änderungen, die man mit der Lupe suchen muss. Eine modifizierte vertikale Leiste vor dem Ausschnitt für die Hinterräder, zwei zusätzliche horizontale Schlitze an der Außenkante des Bodens. Dazu ein neuer Diffusor und eine geänderte Heckflügelendplatte.

Neuer Luftkanal am Mercedes

Mercedes hält mit einer weiteren Frontflügelentwicklung dagegen. Vor den seitlichen Leitblechen sind jetzt zwei vertikale Luftabweiser angebracht. Die Bremsbelüftungen wurden genauso überarbeitet wie die vordere Kufen des Unterboden. Die spektakulärste Neuerung ist ein kleiner Luftkanal im hinteren Bereich der Seitenkästen.

Er erinnert an das alten Flaschenhalskonzept von Red Bull, die im Inneren des Autos einen zusätzlichen Kanal eingerichtet hatten, um den Auspuff am Ende der Seitenteile zu platzieren. Der Grund für die geänderte Luftführung könnte an einer noch enger anliegenden Heckverkleidung liegen. Wie uns Costa erzählte, ist auch der Übergang von den Seitenkästen in den Unterboden neu gestaltet.

Die Mercedes-Ingenieure erwarten sich von dem neuen Aero-Paket zwei bis drei Zehntel. Bei Ferrari spricht man intern von vier Zehntelsekunden. Das wäre auch nötig, um den Rückstand zu verkürzen. Doch nicht immer lassen sich die Daten der Simulation sofort 1:1 auf die Rennstrecke übertragen. "Bei unserem großen Upgrade bei den Wintertests kam erst einmal gar nichts. Es hat gedauert, bis wir die Änderungen alle verstanden hatten", erzählt ein Mercedes-Ingenieur.

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