Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Halbzeitbilanz Force India

Standfestigkeit als Markenzeichen

F1 Halbjahresbilanz Force India 2012 17 Bilder

Force India ist das Gegenteil von Sauber und Williams. Der Rennstall aus Silverstone macht das meiste aus seinen Möglichkeiten. Das Auto kann mit der direkten Konkurrenz nicht mithalten. Gute Fahrer, gute Boxenstopps und gute Strategie lassen den VJM05 besser aussehen als er ist.

22.08.2012 Michael Schmidt

Die Formkurve von Force India zeigte seit der Grundsteinlegung immer bergauf. Schlusslicht 2008, Platz neun 2009, Platz sieben 2010, Platz sechs 2011. In diesem Jahr wird es schwierig für den Nachfolgerennstall von Jordan, diesen Trend zu halten. Selbst der sechste Platz wäre ein Überraschungscoup. Sauber hat 34 Punkte Vorsprung. "Aber wir sind auch im letzten Jahr erst in der zweiten Saisonhälfte richtig stark geworden", warnt Sportdirektor Otmar Szafnauer. Er weiß, dass er ein besseres Auto braucht, um Williams und Sauber regelmäßig auf der Strecke zu schlagen. Im Augenblick ist der Force India VJM05 nur die Nummer acht. Und dort steht das Team auch im Konstrukteurspokal.

Englische Wurzeln und indisches Geld

Das größte Faustpfand des Rennstalls mit den englischen Wurzeln und dem indischen Geld sind seine Piloten. Nico Hülkenberg und Paul di Resta sind im Vergleich zu Sauber, Williams und ToroRosso die beste Fahrerpaarung. Den beiden hat es Force India zu verdanken, dass man überhaupt schon 46 Punkte auf dem Konto hat. Sie machen kaum Fehler, holen fast immer das Maximum aus dem Auto heraus.

Vereinzelt landet Force India auch mit der Strategie einen Treffer. So wie in Bahrain, als man di Resta mit einem Stopp durchfahren ließ. Der Schotte wurde Sechster, weil er es als einziger verstand, die Reifen bei Laune zu halten. Und sein Kommandostand timte die Boxenstopps so gut, dass die Resta immer freie Fahrt hatte. Dazu kommen schnelle Boxenstopps. Wie schon im letzten Jahr liegt die Truppe aus Silverstone im Spitzenfeld. Mit einer durchschnittlichen Standzeit von 3,95 Sekunden belegt Force India Rang drei hinter Ferrari und Red Bull.

In den letzten drei Rennen gab es Magerkost

Der Trick mit einem Boxenstopp weniger funktioniert nicht immer. In Valencia waren zwei besser. Nico Hülkenberg fuhr damit auf Platz fünf. Sein bestes Saisonresultat. Di Resta konnte froh sein, noch als Siebter ins Ziel zu kommen. In den letzten drei Rennen gab es Magerkost. Die Force India-Piloten lagen zwar immer auf der Schwelle zu den Top Ten, doch nur in Hockenheim reichte es für Hülkenberg zu zwei WM-Punkten. Der Grund, warum Hülkenberg und di Resta am Ende des Rennens Fahrt rausnehmen mussten und so aus den Punkterängen fielen, war immer der gleiche. Hoher Reifenverschleiß an der Hinterachse. Force India leidet unter ähnlichen Symptomen wie Mercedes und McLaren. Die Power des Mercedes V8 setzt zu brutal ein. Hieran wird in Brixworth gearbeitet.

Zu Saisonbeginn lag Force India weit hinter Sauber und Williams. Man schlug sich sogar mit ToroRosso herum. Das erste große Facelift beim GP Spanien brachte die Wende. Seit der Auspuff wie bei McLaren aus einem Schacht in den Seitenkästen auf die Diffusorkante bläst, hat das Auto sein größtes Problem abgelegt. "Die Traktion wurde deutlich verbessert", bestätigt Nico Hülkenberg. In Silverstone folgte der zweite Entwicklungsschritt mit neu modellierten Seitenkästen und einem modifizierten Heckflügel. Es dauerte zwei Rennen, bis die beabsichtigte Wirkung auf der Rennstrecke ankam. Der neue Heckflügel lieferte zwar mehr Abtrieb, aber der war nicht stabil. Erst ein Aero-Test brachte die Force India-Techniker auf die Spur. Daraufhin wurden noch einmal die Fenster in den Endplatten leicht verändert.

Bis jetzt gab es keinen einzigen Defekt

Die Standfestigkeit ist auch in dieser Saison ein Markenzeichen der weiß-grün-orangen Autos. Bis jetzt gab es keinen einzigen Defekt. Die beiden Ausfallgründe waren Unfallfolgen. In Melbourne bekam Nico Hülkenberg im Startgetümmel von Mark Webber eine mit und beendete nicht mal die erste Runde. In Silverstone geriet Paul di Resta mit Romain Grosjean aneinander. Der Schotte zog den Kürzeren und musste nach zwei Runden mit schweren Schäden am Unterboden aufgeben. Wegen der beiden frühen Ausfälle rangiert das Team mit 6.046 Rennkilometern nur auf Platz fünf.

"Seit Barcelona aber habe ich Paulchen im Griff"

Der Speed auf eine Runde stimmt. Seit dem GP Monaco schafft es mindestens ein Force India in die Top Ten der Startaufstellung. In Valencia und Hockenheim kamen sogar beide Fahrer ins Q3. Die ersten Rennen gingen an Paul di Resta. "Seit Barcelona aber habe ich Paulchen im Griff", freut sich Hülkenberg. Zieht man von der Strafversetzung des Rheinländers wegen eines Getriebewechsels in Silverstone ab, dann hat er von den letzten sieben Trainingsduellen fünf gewonnen. Nur nach Punkten liegt Hülkenberg noch zurück. Di Resta hat acht Zähler mehr auf dem Konto.

WM-Platz: 8 (Di Resta P13, Hülkenberg P16)
WM-Punkte: 46
Siege: 0
Pole Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 0
Podiumsplätze: 0
Punkteplatzierungen: 10
Rennkilometer: 6046,0 km (P5)
Führungskilometer: 5,4 km (P8)
Zielankünfte/Ausfälle: 20/2

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden