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Halbzeitbilanz HRT F1

Aufwand auf Sparflamme reicht nicht aus

F1 Halbjahresbilanz HRT 2012 Foto: Dani Reinhardt 22 Bilder

HRT hat neue Besitzer, eine neue Heimat und einen neuen Fahrer. Doch wenn sich am Auto nichts ändert, holt man noch nicht einmal den Rückstand auf die direkten Rivalen auf. Die Thesan Capital-Gruppe muss investieren, wenn sie eines Tages das Team mit Gewinn verkaufen wollen.

26.08.2012 Michael Schmidt

Die HRT-Story geht immer gleich: Das Auto wird auf den letzten Drücker fertig. Diesmal lag es daran, dass die Mannschaft nach einem Besitzerwechsel zu 80 Prozent ausgetauscht wurde. "Wir haben erst im September mit dem Design begonnen. Das Auto ist bis auf die Servolenkung komplett neu", verteidigt Pedro de la Rosa seine rührige Truppe. Als dann der Belastungstest für den Überrollbügel im Rahmen des Crashtestprogramms scheiterte, mussten sämtliche Testfahrten abgesagt werden. Am zweiten Chassis wurde noch während der Freitagssitzungen in Melbourne geschraubt. Mit dem Resultat, dass keiner der Fahrer die 107-Prozent-Hürde schaffte. Wie ein Jahr zuvor.

Erst in Malaysia begann Datenauswertung

Erst in Malaysia waren DRS und alle Sensoren an Bord. Jetzt erst begann die Datenauswertung, die die Konkurrenz bereits an den zwölf Testtagen vor der Saison erledigt hat. De la Rosa lächelt milde: "Ich erlebe gerade die Geburt eines neuen Rennstalls mit." Am 1. April zog die 80köpfige Truppe aus seinen zwei Standorten Valencia und München nach Madrid um. Damit ist erstmals alles an einem Platz. Verwaltung, Design, Fabrik, Trotzdem ist der 41-jährige Spanier froh, einen Stammplatz bei HRT gegen einen Testfahrerjob bei McLaren eingetauscht zu haben. "Als Testfahrer sitzt du nur noch im Simulator, oder darfst einen Aero-Test auf einem Flugplatz fahren. Ich wollte noch einmal ein richtiger Rennfahrer sein."

Die weißroten Autos fahren fast immer am Ende des Feldes

HRT ist eine der wenigen Konstanten im Feld. Die weißroten Autos fahren fast immer am Ende des Feldes. Hin und wieder können sie die Marussia ärgern. Wenn die einen schlechten Tag oder technische Probleme haben, oder wenn es auf Strecken geht, auf denen Topspeed wichtig ist. Da sind die spanischen Autos in der Regel um drei km/h besser als ihre direkten Gegner. Und das ohne Kers. Man könnte es von Williams kaufen, spart sich aber das Geld für andere Entwicklungen.

Für Pedro de la Rosa hat die Aerodynamik Priorität: "Uns fehlt Abtrieb. Das bringt mehr Rundenzeit als Kers." Teammanager Luis Perez Sala schmunzelt: "Für uns zählt ein vorletzter Platz wie für andere ein dritter oder vierter. Wenn wir vor einem Marussia landen, macht das unser ganzes Team happy." Das Ziel ist es, in dem einen entscheidenden Rennen vor Marussia ins Ziel zu kommen. So wie im letzten Jahr beim GP Kanada, als die Spanier im Duell der Kellerkinder auf Platz 13 landeten, ein Resultat, das Marussia alias Virgin später nie mehr egalisieren konnte.

Entwicklung lief bis jetzt auf Schmalspur

In diesem Jahr ist es umgekehrt. Marussia liegt mit Rang 14 als bestes Resultat vorne. HRT braucht also einen 13. Platz. Das ist im Augenblick aus eigener Kraft praktisch nicht möglich. Die Entwicklung lief bis jetzt auf Schmalspur. Ein neuer Frontflügel in Barcelona, ein paar Retuschen an der Verkleidung und den Leitblechen, das war‘s. Regie im Technikbüro führt der frühere Renningenieur Tony Cuquerella. Er war früher bei Toyota. "Wir müssen erst einmal auf die Füße  kommen. Jetzt, wo alles an seinem Platz ist, kann es losgehen", sagt de la Rosa. Luis Perez Sala ergänzt: "Wir sind das Team mit dem kleinsten Budget. Da geht auch das Wachsen langsamer voran. Wir versuchen uns gerade auf der Aerodynamikseite zu verstärken. Es ist als Folge der Krise einfacher Leute zu kriegen, aber es ist immer noch schwierig, die richtigen zu finden."

Trotz der knappen Finanzen kommen die HRT meistens ins Ziel. Von den fünf Ausfällen gingen drei auf das Konto von Defekten. Im letzten Jahr waren es in der gesamten Saison sieben technisch bedingte Ausfälle. Da muss sich das Team, das einer spanischen Investorengruppe gehört, ranhalten. 2011 legten die HRT-Piloten 81,4 Prozent aller möglichen Rennrunden zurück. In diesem Jahr steht man bei 72,9 Prozent. Wer am Ende des Feldes fährt, hat manchmal nur einen Gegner. Sich selbst.

STATISTIK

WM-Platz: 12 (Karthikeyan P23, de la Rosa P24)
WM-Punkte: 0
Siege: 0
Pole Positions: 0
Schnellste Rennrunde: 0
Podiumsplätze: 0
Punkteplatzierungen: 0
Rennkilometer: 4971,8 km
Führungskilometer: 0
Zielankünfte/Ausfälle: 15/5

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