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Halo braucht mehr Tests

Kommt der versteckte Halo?

Pierre Gasly - Red Bull - Silverstone-Test - 12- Juli 2016 Foto: Red Bull 65 Bilder

Der Heiligenschein muss noch warten. Die Strategiegruppe entschied einstimmig, dass der Cockpitschutz erst 2018 eingeführt wird. Die FIA will, dass ihn alle Piloten ein Mal fahren um danach ihre Meinung einzuholen. Und die Teams entwickeln bessere Technologien. Zum Beispiel den versteckten Halo.

29.07.2016 Michael Schmidt

Der Cockpitschutz war das beherrschende Thema der Strategiegruppen-Sitzung in Genf. Einer 90-minütigen Präsentation folgte eine zweistündige Diskussion. Die FIA führte Unfälle aus der Vergangenheit vor und bewertete ihren Ausgang abhängig davon, ob ein Halo an Bord gewesen wäre oder nicht.

Resultat: Justin Wilson und Henry Surtees wären gerettet worden. Jules Bianchi wäre auch mit Heiligenschein gestorben. Der Formel 3000-Pilot Marco Campos hätte seinen Unfall 1995 in Magny Cours vielleicht überlebt. Gleiches gilt für den IndyCar-Fahrer Greg Moore 1999 in Fontana. Der Brasilianer war kopfüber auf eine Mauer geflogen. Felipe Massa wäre trotz des Cockpitschutzes von der Feder getroffen worden. Simulationen ergaben, dass die Feder unter dem oberen Holm des Halo durchgeflogen wäre.

Nicht dokumentiert wurden Unfälle, die gut ausgegangen sind. Zum Beispiel die Startkollision zwischen Fernando Alonso und Romain Grosjean in Spa 2012. Hier wäre es interessant gewesen zu erfahren, was passiert wäre, wenn Grosjeans Lotus mit der Kufe des Unterbodens in den Cockpitbügel eingehakt hätte.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting zieht unter dem Strich dennoch eine positive Bilanz für den Heiligenschein. „Er ist definitiv besser, wenn große Objekte auf das Cockpit treffen und der Fahrer mit dem Kopf ein Hinternis treffen würde. Bei kleinen Trümmern ist die Chance, dass der Fahrer nicht getroffen wird, 17 Mal größer. Der Halo kann Kräfte aushalten, die 10 Mal so hoch sind wie das Gewicht des Autos.“

Einstimmiges Urteil für Verschiebung auf 2018

Trotzdem hat die Strategiegruppe einstimmig gegen den Halo votiert. Der Weltverband schloss sich Bernie Ecclestone und den 6 Teams an. Der Halo wird nun erst 2018 eingeführt. Die FIA will bis dahin jedoch nicht die Hände in den Schoß legen. Jeder Fahrer soll mindestens ein freies Training mit dem Heiligenschein oder einer Attrappe fahren. Die Tests werden in Spa und in Monza stattfinden.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting erklärt den Hintergrund: „Bis jetzt sind erst 4 Fahrer den Halo gefahren. Und das nur für eine Runde. Die Aussagen über die Sichteinschränkungen reichen uns noch nicht. Wir wollen, dass jeder Fahrer die Gelegenheit bekommt, den Halo zu testen. So bekommen wir ein größeres Feedback darüber, ob die Sicht behindert ist.“

Tatsächlich hatten 2 Piloten über ein Gefühl der Klaustrophobie geklagt. Und es gibt Befürchtungen, dass es auf Strecken mit Steigungen wie in Spa oder Austin größere Sichtbehinderungen gibt. Der Punkt, an dem der zentrale Holm auf den Ring trifft, steht im Weg.

Teams arbeiten an ausfahrbarem Halo

Die FIA will aber nicht nur die Entwicklung des Heiligenscheins vorantreiben. Auch andere Lösungen stehen zur Debatte. Zum Beispiel eine geschlossene Cockpitkanzel oder ein ausfahrbarer Halo. Der Cockpitschutz wäre dabei im Chassis versteckt und würde automatisch ausgelöst, wenn Sensoren melden, dass sich ein Objekt dem Cockpit nähert.

Der Aufstellmechanismus der Abwehrholme ist kein Problem. In der Serie ist der ausfahrbare Überrollbügel bei Cabriolets längst Routine geworden. Etwas mehr Entwicklungszeit veranschlagt die Sensorik, die fliegende Objekte rechtzeitig erkennt. Darum wollen sich die Automobilhersteller kümmern. Mercedes, Ferrari, Renault und Honda sind jetzt gefragt.

FIA-Rennleiter Charliew Whiting zweifelt, dass der ausfahrbare Halo rechtzeitig fertig wird. „Wichtigstes Element ist, dass er schnell auslöst. Wir haben ein System, das funktioniert und werden nicht drei Jahre warten auf etwas, das noch entwickelt werden muss.“

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