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Hamilton analysiert Mercedes

"Der schwächste Part ist der Abtrieb"

Lewis Hamilton, Mercedes, Formel 1-Test, Barcelona, 22. Februar 2013 Foto: xpb 22 Bilder

Bei Mercedes herrscht vorsichtiger Optimismus. "Ein Auto ohne größere Schwachstellen", urteilt Teamchef Ross Brawn. "Viel besser als im Vorjahr", sagt Nico Rosberg. Lewis Hamilton fasst die Situation nach acht Testtagen wie folgt zusammen: "Der beste Part ist der Motor, der schwächste der Abtrieb."

22.02.2013 Michael Schmidt

Der letztjährige McLaren MP4-27 muss eine Rakete gewesen sein. Lewis Hamiltons Sensoren sind noch darauf justiert. Schon zu Testbeginn hatte der Mercedes-Neuzugang gesagt: "Der letztjährige McLaren hatte so viel Abtrieb, dass man den Unterschied noch deutlich spürt."

Acht Testtage später resümierte der 28-jährige Engländer über sein neues Auto: "Der beste Part ist der Motor, der schwächste der Abtrieb." Nico Rosberg drückt es so aus: "Wir haben noch einige Arbeit vor uns." Mit Blick auf die Rangliste am Mittag des vierten Testtages in Barcelona ulkte der Deutsche: "Schon wieder ein Mercedes auf Platz eins. Das wird jetzt zur Gewohnheit."

Brawn sieht ein gutes Fundament

Die Mercedes-Rechnung über den Winter sah so aus: Das Vorjahresauto hatte zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze. Da man davon ausgehen musste, dass die Top-Teams über den Winter eine Sekunde finden, mussten drei Sekunden her, um auf Augenhöhe mit Red Bull, McLaren und Ferrari zu fahren.

"Die haben wir sicher noch nicht gefunden", meint Hamilton. Das war auch nicht zu erwarten. Die Ingenieure haben einen Fortschritt von zwei Sekunden gegenüber Vorjahr errechnet. Ross Brawn kommt zu dem Schluss: "Wir haben ein gutes Fundament, auf dem wir aufbauen können. Es ist nichts falsch an diesem Auto. Darauf können und müssen wir jetzt aufbauen."

Rosberg: "Definitiv näher an der Spitze dran"

Nico Rosberg hat im Gegensatz zu Hamilton den Vergleich zum Vorjahr. "Das neue Auto ist viel besser. Wir sind definitiv näher an der Spitze dran. Die Richtung stimmt also." Eine Bestzeit und zwei vierte Plätze an den drei trockenen Testtagen zeigen: Der Grundspeed ist da. Die Fahrer können aus dem Stand ordentliche Rundenzeiten fahren.

Die Frage ob die Probleme mit dem hohen Reifenverschleiß behoben sind, konnten nicht beantwortet werden. Auch wenn Rosberg am dritten Tag mit einem Medium-Reifen 19 Runden geschafft hat und die Rundenzeiten in deren Verlauf teilweise schneller wurden. "Nico ist den Stint extrem langsam angegangen. Deshalb hat er später davon profitiert", verrät Brawn, räumt aber ein: "Das sind irreguläre Bedingungen hier. Deshalb lässt sich über das Reifenmanagement auch keine Aussage treffen. Das Bild in Melbourne wird völlig anders aussehen.

Mercedes arbeitet noch am Coanda-Auspuff

Da schwingt die leise Angst mit, dass man beim Saisonstart vor vollendete Tatsachen gestellt wird. So wie im letzten Jahr. Da war bei den Wintertests ebenfalls noch alles im grünen Bereich. Auch die Dauerläufe. Der Auspuff strahlt immer noch zu viel Hitze auf Teile im Heck ab, die eigentlich nichts davon abbekommen sollten. Am Donnerstag mussten diverse Hitzeschilder angebracht werden, weil es im Heck Verbrennungen gab.

Inwieweit die Reifen davon betroffen sein könnten, ist noch nicht ganz klar. Der Coanda-Auspuff ist eine Wissenschaft für sich. Dass Mercedes auf diesem Spezialgebiet so lange mit Schwierigkeiten kämpft, liegt nicht nur im Verantwortungsbereich der Auto-Ingenieure. Viel hängt von der Auspuffführung ab. Wie die vier Krümmer in das Endrohr übergehen, wo der Resonator angebracht ist wenn man einen hat, und wie sich das Endrohr langsam zu dem Durchmesser verjüngt, den es auf den letzten zehn Zentimetern aufweist. Das alles bestimmt den Drall der Auspuffgase und damit ihre Zielgenauigkeit.

Weiterentwicklung ist entscheidend

Toto Wolff, der neue Mann in der Doppelspitze, fasst die Erkenntnisse der Testfahrten aus Sicht von Mercedes mit vorsichtigem Optimismus zusammen: "Wir haben bewiesen, dass wir ein gutes Auto bauen können. Aber das war nie unser Problem. Wir müssen in dieser Saison zeigen, dass wir dieses Auto auch weiterentwickeln können. Daran hat es in diesem Team in der Vergangenheit immer gehakt."

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