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Hamilton erklärt seinen Unfall

„Die Hände blieben am Lenkrad“

Lewis Hamilton, Mercedes GP, Formel 1-Test, Jerez, 6.2.2013 Foto: xpb 48 Bilder

Lewis Hamiltons Arbeitstag in Jerez dauerte nur 15 Runden. Dann steckte sein neuer Mercedes im Reifenstapel. Hamilton kann sich an alle Einzelheiten erinnern und erklärt, warum er vor dem Aufprall nicht die Hände vom Lenkrad nimmt.

06.02.2013 Michael Schmidt

Lewis Hamilton hatte sich eine andere Premiere im neuen Mercedes vorgestellt. Eine mit 100 Runden und einem abgehakten Arbeitspensum. Vor Beginn der Testfahrten hatte er noch gesagt: „Auto und Team sind neu für mich. Da zählt jede Sekunde.“ Jetzt hat Mercedes schon zwei Tage verschenkt. 14 Runden am Dienstag, 15 Runden am Mittwoch.

Über das neue Auto lässt sich fast nichts aussagen. Und die Ingenieure haben kaum verwertbare Daten. „Das Team hat über den Winter so hart gearbeitet, um die Autos vorzubereiten. Da ist es schon hart, praktisch zwei volle Testtage zu verlieren. Aber es ist immer noch besser, die Probleme jetzt als später zu haben“, bilanzierte der neue Mercedes-Star.

Hamilton wählte den Frontalaufprall

Hamiltons Problem war ein Leck in einer Bremsleitung. Als er die Dry Sack-Kurve aus 300 km/h anbremste, spürte er für den Bruchteil einer Sekunde Verzögerung. Bei 260 km/h fiel das Pedal zum Boden durch. Hamilton kann sich an jede Sekunde erinnern: „Das DRS war offen. Vorne hat das Auto noch gebremst, hinten nicht. Dadurch wurde zum Glück viel Geschwindigkeit abgebaut, bis ich geradeaus ins Kiesbett bin. Der Aufprall in den Reifenstapel war gar nicht mehr so schlimm. Viel harmloser als mein Unfall 2007 am Nürburgring. Trotzdem, so etwas ist nie eine angenehme Erfahrung.“

Das Tempo, mit dem der Silberpfeil in die Reifen eingetaucht ist, soll ungefähr 60 km/h betragen haben. Hamilton wählte bewusst den Frontalaufprall. „Wenn ich das Auto quergestellt hätte, wäre die ganze Seite des Autos kaputt gewesen.“ Der Ex-Champion nahm vor dem Einschlag auch nicht die Hände vom Lenkrad. „Ich weiß, andere machen das. Ich halte das Lenkrad immer fest. Es könnte ja sein, dass ich noch lenken muss.“

Alter McLaren mit mehr Abtrieb als neuer Mercedes

Hamilton bestätigte, dass die Ingenieure das Design an der betreffenden Stelle ändern müssen. „Wir wollen ja nicht, dass das Problem noch einmal auftritt.“ Bevor der Mercedes-Pilot von der Strecke flog, war er gerade mal vier fliegende Runden gefahren. „Das reicht natürlich nicht für eine Standortbestimmung. Aber ich hatte gleich ein gutes Gefühl. Ich würde sagen, wir haben ein gutes Fundament.“

Dann verglich Hamilton den neuen Mercedes mit dem alten McLaren. „Der McLaren hatte unglaublich viel Abtrieb. Da merkst du schon den Unterschied. Unser Auto ist noch nicht auf diesem Stand, es ist aber auch nicht so schlecht wie es sein könnte.“

Hamilton wünscht sich Testtag mit 100 Runden

Den Rest des Tages verbrachte Hamilton damit, mit den Ingenieuren zu konferieren und seinen Kollegen in der Haarnadel zuzuschauen. „Der Red Bull und der Lotus sehen gut aus“, urteilte der Engländer. Den Donnerstag wird Hamilton mit Training und Ausspannen zubringen. Er ist erst am Freitag wieder an der Reihe. Seine Forderung ans Team: „Wir brauchen jetzt mal zwei Tage mit mehr als 100 Runden.“

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