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Hamilton feiert erste Monaco-Bestzeit

Keine Stallregie für Hamilton

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - Samstag- 23. Mai 2015 Foto: Wilhelm 73 Bilder

Mercedes startet auch in Monte Carlo aus der ersten Startreihe. Diesmal Lewis Hamilton vor Nico Rosberg. Im Pingpongspiel um die Bestzeit machte Rosberg im entscheidenden Moment zwei Fehler. Trotz der Bedeutung des Rennens verzichtet Mercedes auf Stallregie.

23.05.2015 Michael Schmidt

Lewis Hamilton musste lange auf seine erste Pole Position in Monte Carlo warten. Der Sieger von 2008 schaffte sie erst im neunten Anlauf. Umso mehr strahlte der WM-Spitzenreiter: "Ich weiß, dass ich hier schnell bin. Aber irgendwie hat es nie geklappt. Mal habe ich Fehler gemacht, mal saß ich nicht im richtigen Auto, mal waren andere Umstände schuld. Deshalb tut diese Pole Position so gut."

Mit Umständen dachte Hamilton bestimmt auch an das letzte Jahr, als er seinen Sturmlauf auf die Bestzeit abblasen musste, weil Nico Rosberg mit einem Verbremser in der Mirabeau-Kurve die gelben Flaggen auslöste. Auch diesmal verbremste sich Rosberg. Gleich zwei Mal, und immer an der gleichen Stelle. Und zu seinem Schaden. Der Herausforderer warf im jeweils zweiten Versuch im Q2 und Q3 vor der St. Dévote-Kurve zu spät den Anker.

Hamilton arbeitete an seinen Schwachpunkten

Zuvor war das Pendel zwischen den Mercedes-Piloten hin und hergeschwenkt. "Bis zum dritten freien Training hatte Lewis die Oberhand. Dann hatte ich endlich meinen Rhythmus gefunden. Im Q1 und Q2 war ich schneller. Dumm, dass ich im Q3 den Faden wieder verloren habe", ärgerte sich Rosberg. Der Deutsche war in der zweite K.O.-Runde der Qualifikation vier Zehntel schneller als sein Teamkollege. Und der fürchtete plötzlich, dass ihm das Heft aus der Hand zu gleiten drohte: "Irgendwie lief es nicht rund. Zum Glück habe ich den Reset-Knopf gefunden."

Hamilton ging dieses Monaco-Wochenende anders an als die acht zuvor. "Ich wusste um meine Schwachpunkte auf dieser Strecke. Auf die habe ich mich im freien Training konzentriert, um sie auszumerzen. Das hat funktioniert. Die Telemetriedaten haben mir gezeigt, dass ich speziell in diesen zwei, drei Kurven der schnellste im Feld war."

Im ersten Versuch der abschließenden Qualifikationsrunde stand es denkbar knapp zugunsten von Hamilton. Der Engländer legte mit 1.15,304 Minuten vor. Rosberg konterte mit 1.15,440 Minuten. "Ich war sicher, dass ich das noch umdrehen würde, weil ich eine Spur zu viel Untersteuern hatte und deshalb den Frontflügel steiler stellen ließ." Und dann landete Rosberg erneut im Notausgang der ersten Kurve: "Es war exakt der gleiche Fehler wie im Q2. Ich musste das Risiko erhöhen und bin ein bisschen zu weit gegangen."

Nur zwei Chancen für Rosberg

Die Bremsplatten auf den Vorderreifen werden Rosberg im Rennen nicht stören. Er wird das Rennen auf dem Reifensatz starten, mit dem er die Bestzeit im Q2 gefahren war. Und er wird das Rennen nach dem Boxenstopp mit einem frischen Satz der härteren Reifen fortsetzen. Monte Carlo ist ein Einstopprennen. Das macht es so schwierig, am Gegner vorbeizukommen.

Genau genommen reduziert es die Chancen auf zwei Momente. Den Start und den Boxenstopp. Die Tatsache, dass in den GP2-Rennen der jeweils Zweitplatzierte den Start gewonnen hat, will Rosberg nicht überbewerten. "Bei uns spielt beim Start mehr die Technik mit rein. In der GP2 liegt es nur am Fahrer. Wir können bei einem so kurzen Anlauf wenig ausrichten." Der Spurt in die erste Kurve ist nur 210 Meter lang.

Dafür sieht Rosberg beim Boxenstopp eine Gelegenheit. "Lewis wird zwar vor mir reinkommen, aber er muss auf die harten Reifen wechseln. Wenn ich die weichen Reifen gut geschont habe, muss ich in der einen Runde volle Attacke machen." Und sonst? "Ein normales Überholmanöver ist nicht möglich. Deshalb kann ich nur den Druck so hoch wie möglich halten, um Lewis in einen Fehler zu hetzen."

Tiefe Temperaturen helfen Mercedes

Der Kommandostand von Mercedes wird beim Start zittern müssen. Weil er so wichtig für den Ausgang des Rennens ist, und weil so viel schief gehen kann. Trotzdem ist Stallregie für Teamchef Toto Wolff tabu: "Wir werden nicht eingreifen. Unsere Fahrer wissen, was zu tun ist. Es gibt keine Notwendigkeit, irgendetwas von außen zu beeinflussen." Für Wolff war der Trainingserfolg der Silberpfeile keine Überraschung, höchstens der Abstand zu Ferrari. Sebastian Vettels Bestzeit im dritten Training hat die Mercedes-Strategen nicht beunruhigt.

Wolff: "Wir wussten, dass wir noch etwas in der Tasche hatten. bei Lewis stimmten die Reifendrücke nicht. Nico suchte noch seinen Rhythmus. Der große Abstand zu Ferrari ist nur durch die gefallenen Temperaturen in der Qualifikation zu erklären. Unser Auto ist da ziemlich unsensibel. Der Ferrari scheint bei tiefen Temperaturen proportional mehr Rundenzeit zu verlieren."

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