Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hamilton gegen Rosberg

Psychokrieg ohne Folgen

Rosberg & Hamilton - GP Österreich 2014 Foto: Monster 110 Bilder

Lewis Hamilton hat nach seinem Sieg in England wieder Oberwasser. Kurz darauf zettelte er eine unsinnige Diskussion darüber an, ob Teamkollege Nico Rosberg Deutscher ist oder nicht. Der Psychokrieg hinterlässt bei Rosberg keine Spuren. Eher bei Hamilton, der seit der Monaco-Episode ein bisschen von der Rolle ist und sich nur selbst schadet.

16.07.2014 Michael Schmidt

Malaysia, Bahrain, China, Spanien. Nach vier Siegen in Folge schien Lewis Hamilton unschlagbar. Dann genügte ein kleiner Zwischenfall im Training zum GP Monaco, um den Engländer aus der Bahn zu werfen. Nico Rosberg verbremste sich in den letzten Minuten der Qualifikation in der Mirabeau-Kurve und sicherte sich so die Pole Position, weil alle nachfolgenden Fahrer durch die gelben Flaggen gebremst wurden.

Hamilton unterstellte Rosberg Absicht. Natürlich nicht offiziell. Aber zwischen den Zeilen war klar zu lesen, was Hamilton dachte. Er hatte sich eine Strafe für Rosberg erhofft. So wie sie Michael Schumacher 2006 für sein Parkmanöver bekam. Eine Entschuldigung von Rosberg lehnte Hamilton zunächst ab. Fünf Tage nach dem GP Monaco twitterte der Weltmeister von 2008, dass man sich wieder vertrage und nichts seine Freundschaft mit Nico brechen könne.

Seit Monaco macht Hamilton Fehler

Rosberg spielt den passiven Part in diesem Spiel. Hamilton erklärt den Krieg und den Frieden. Weil er emotionaler ist. Und weil das vielleicht auch zu seiner psychologischen Kriegsführung gehört. Der Engländer bekam früh Anschauungsunterricht. In seiner ersten Saison fuhr er gegen Fernando Alonso, den Meister der erlaubten und unerlaubten Tricks.

Doch Psychospielchen können auch nach hinten losgehen. Seit das Binnenverhältnis in Monaco zum ersten Mal Risse bekam, ist Hamilton von der Rolle. Vier Siegen in Serie folgten drei Niederlagen. Und ein Rückfall in alte Fehler. In Montreal, am Red Bull-Ring und in Silverstone stand sich der vielleicht schnellste Formel 1-Pilot der Gegenwart selbst im Weg. Drei Mal reihte er sich hinter Rosberg in der Startaufstellung ein.

Hamilton zu sehr auf Rosberg fixiert

Wie fixiert Hamilton auf Rosberg ist, zeigt eine Episode beim GP Monaco. Als ihm sein Renningenieur die Rundenzeiten des näher rückenden Daniel Ricciardo herunterbetete, fauchte der Engländer zurück: "Ich will Nicos Zeiten wissen. Ricciardo interessiert mich nicht." Trockener Kommentar des Ingenieurs: "Schau mal in deinen Rückspiegel. Ricciardo ist schon da."

Auch Sky-Experte Martin Brundle glaubt, dass Hamilton zu stark auf Rosberg schaut, statt sich auf sich selbst zu konzentrieren. "Mir kam es in Silverstone so vor, als hätte Lewis die Qualifikationsrunde nur deshalb abgebrochen, weil Nico in seinem Rückspiegel immer größer wurde. Dann kam der Verbremser, und er hat die schlechte erste Sektorzeit gesehen und Hals über Kopf die Runde abgebrochen. Das ist nicht typisch für Lewis. Er ist eigentlich ein Fahrer, der nie aufgibt."

Rosberg fährt im Tunnel-Modus

Beim GP England schwenkte das Pendel wieder auf Hamilton zurück. Aber nur, weil Rosberg mit einem Getriebeschaden stehenblieb. Ohne den Defekt wäre es für Hamilton schwer geworden, seinen Stallrivalen von der Spitze zu verdrängen. Außer er hätte den Ehrenkodex gebrochen und ein Einstopp-Rennen durchgezogen.

Gleich nach seinem fünften Saisonsieg brach der Silverstone-Sieger erneut eine Kontroverse vom Zaun. Er zweifelte scherzhaft an, ob Rosberg ein echter Deutscher ist, was von der englischen Presse natürlich dankend angenommen wurde.

Hamilton ist schlecht beraten, sich auf diese Nadelstiche einzulassen. Weil er am Ende ein Eigentor schießt. Rosberg befindet sich seit Saisonbeginn in einem Tunnel-Modus. Er blendet alles aus, was seine Titel-Mission stören könnte. Hamiltons Sprüche erreichen ihn nicht. Den Gegner aber kostet es Energie. Die würde sich besser für das Cockpit aufheben. Für einen Rosberg in Hochform braucht er sie.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden