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Hamilton hofft auf Punkte

Mercedes packt zweiten Motor aus

Lewis Hamilton - Mercedes - GP China 2016 - Shanghai - Qualifying - 16.4.2016 Foto: xpb 37 Bilder

Nico Rosberg hat einen Lauf. Nach zwei Siegen startet er zum ersten Mal in der Saison von der Pole Position. Und das auch auf Soft-Reifen. Sein größter Gegner Lewis Hamilton steht am anderen Ende der Startaufstellung. Mit einem frischen Motor.

16.04.2016 Michael Schmidt

Kann es besser laufen? Nico Rosberg kommt als WM-Spitzenreiter nach China und hat die besten Chancen, seinen 17-Punkte-Vorsprung auszubauen. Der zweifache Saisonsieger startet von der Pole Position. Sein größter Gegner und Teamkollege Lewis Hamilton von ganz hinten. Die Ferrari nur von den Plätzen 3 und 4. Alle Fahrer um Rosberg herum gehen auf den kurzlebigen Supersoft-Reifen ins Rennen. Rosberg darf die Soft-Reifen aus dem Q2 aufziehen. Die halten mindestens 15 Runden.

Selbst wenn der Start schiefgeht, wird Rosberg spätestens nach 10 Runden in Führung liegen. Das Risiko, mit der mittleren Reifenmischung im Q2 auf diese Nase zu fallen, war laut Teamchef Toto Wolff gering. "Wäre es knapp geworden, hätten wir immer noch die Chance gehabt, mit einem Supersoft-Satz zu reagieren."

Das Beispiel Rosberg zeigt, dass die Rückkehr zum alten Qualifikationssystem dem Team hilft, dem man schaden wollte. Mit der zweiten Chance in der Hinterhand wird es Mercedes auch in Zukunft versuchen, das Q2 auf dem perfekten Reifen für den ersten Stint zu überstehen. Für Ferrari ist diese Übung schon kritisch.

Rosberg lobt seine Gegner

Im Fußball würde man sagen: Rosbergs Ausgangsposition ist wie eine 3:0 Führung für die zweite Halbzeit. Der Favorit auf den Sieg redet jedoch die Ferrari stark und warnt vor Red Bull: "Die Ferrari sind viel besser als es die Resultate zeigen. Kimi wäre ohne seinen Fehler viel näher dran gewesen. Und die Red Bull sind schwer einzuschätzen." Der Vorteil der Konkurrenz mit den Supersoft-Reifen beim Start ist vernachlässigbar gering. "Der Weg in die erste Kurve ist sehr kurz", sagt Rosberg. Es sind exakt 267 Meter.

Red Bull ist wohl noch nicht so weit, die Mercedes auf Strecken wie Shanghai zu gefährden. Dafür ist die Gerade zu lang. Aber wenn Renault das Versprechen einhält, in Montreal 35 PS mehr Leistung zu liefern, dann könnten die Autos aus Milton Keynes wieder zum Geheimtipp werden.

Rosberg will nicht nicht einmal ausschließen, dass er im Rennen Konkurrenz von Lewis Hamilton bekommt. "Den Lewis darf man nie abschreiben, egal von wo er startet. Hier kann man gut überholen und mit der Strategie außergewöhnliche Sachen machen."

Hamiltons Ziel sind WM-Punkte

Hamilton sieht das etwas realistischer: "Mein Ziel sind morgen WM-Punkte." Eine Wiederholung des Rennens vom Hungaroring 2014, als er von hinten bis auf Platz 3 nach vorne stürmte, hält der Engländer für eher unwahrscheinlich: "Das ist eine andere Strecke mit anderem Wetter und anderen Reifen. Selbst wenn ich gut durch das Feld komme, habe ich immer noch Nico, zwei Ferrari und zwei Red Bull vor der Nase."

Hamilton ging schon mit dem Handikap einer Strafe in das Wochenende. Der unplanmäßige Getriebwechsel hätte ihn fünf Startplätze gekostet. Das ist jetzt akademisch. Hamilton startet wegen eines Motorproblems von ganz hinten. Aus der Startaufstellung statt aus der Boxengasse. "Weil du aus der Box raus acht Sekunden verlierst. Dafür ist die Gefahr einer Kollision in der ersten Kurve größer."

Ein Kurzschluss im Ers hatte die MGU-H lahm gelegt. Damit ging massiv Power verloren. Mercedes holte den Weltmeister an die Box und entschied, ins Auto mit der Startnummer 44 für den Renntag den zweiten Motor einzubauen. "Damit wir in Ruhe das Problem analysieren können", erklärte Teamchef Wolff. Ganz wohl ist ihm bei dem Gedanken nicht, dass die neue Antriebseinheit praktisch aus dem Stand einen Grand Prix bestreiten muss. "Wir haben vorher vielleicht vier Runden Zeit, sie einzufahren." Im Gegensatz zu Vettels Bahrain-Motor ist die Antriebseinheit von Hamilton nicht verloren. Wolff: "Sie wird repariert und geht in den Pool zurück." Daraus wird dann ein Freitags-Motor.

Defekte suchen Mercedes heim

Der GP China hat gezeigt, dass auch der Klassenbeste nicht ganz sattelfest ist. Erst der Lagerschaden im Getriebe von Hamilton. Dann ein Motoralarm bei Rosberg am Freitag. Eine defekte Zündkerze hatte ihn ausgelöst. Resultat war ein Loch im Auspuff. Jetzt der Ers-Schaden von Hamilton. "Besser es passiert im Training statt im Rennen." Wolff dagegen gibt zu bedenken: "Im Rennen gegen Ferrari müssen auch wir an unsere Grenzen gehen. In einem mechanischen Sport wie dem unseren kann das in Defekten enden."

Lewis Hamilton ließ sich auch durch das erneute Pech nicht aus der Ruhe bringen. Früher wäre er bei der Mercedes-Presserunde mit mürrischem Gesicht auf dem Podium gesessen. Diesmal begann er die Sitzung mit einem Selfie für das soziale Video-Netzwerk Snapchat. Dann gab er Einblick in seine Gefühlslage: "Was soll ich mich ärgern? Es macht keinen Sinn Energie in Dinge zu investieren, die ich nicht ändern kann. Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann."

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