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Hamilton pirscht sich an Rosberg ran

Champion wieder voll im Titelrennen

Lewis Hamilton - Mercedes  - GP Kanada 2016 - Montreal Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Monaco war die Initialzündung. Im Fürstentum streifte Lewis Hamilton das Pech ab, das ihn in den ersten fünf Saisonrennen verfolgte wie ein Schatten. In Kanada legte der Weltmeister mit dem zweiten Sieg in Serie nach und verkürzte den Abstand in der WM auf Nico Rosberg auf neun Punkte. Plötzlich hat Hamilton Oberwasser.

14.06.2016 Andreas Haupt 1 Kommentar

Nach dem GP Russland sah es für Lewis Hamilton bescheiden aus. Wenn man es vorsichtig ausdrückt. In der Weltmeisterschaft war ihm Teamkollege Nico Rosberg schon um 43 Punkte enteilt. Es folgte im nächsten Rennen der Crash zwischen den beiden silbernen Autos.

„Ich habe nie an meinem Speed gezweifelt. Aber ich wusste nie, was als nächstes kommt. Wir sind von einem Problem zum nächsten gestolpert“, sagt Hamilton. Mit dem Grand Prix in Monaco hat sich die Situation im Team des Weltmeisters gedreht. Hamilton geigte im Fürstentum groß auf und sicherte sich seinen ersten Saisonsieg. Zwei Wochen später folgte in Kanada der nächste Erfolg.

Seit Monaco ist Hamilton im Aufwind

Rosberg verpasste dagegen zwei Mal das Podest. Mehr noch. In Monaco belegte er nur den siebten Platz, in Kanada den fünften. Plötzlich hat Hamilton wieder die Oberhand im teaminternen Duell. Der Abstand in der WM ist innerhalb von zwei Wochen um 34 Punkten geschmolzen ist. Es steht 116 zu 107.

„Ich dachte ehrlich, dass Monaco in Bezug auf die Positionsunterschiede zwischen Nico und mir ein Glückstreffer gewesen wäre“, äußerte sich der Kanada-Sieger zufrieden. „Ich bin überrascht, wie schnell sich die Situation gedreht hat. Ich hätte darauf nicht mein Geld gewettet.“

In den ersten fünf Saisonrennen klebte dem dreimaligen Champion das Pech an den Sohlen. Mal verpatzte er den Start wie in Melbourne, mal ramponierte ihm Valtteri Bottas sein Auto in Bahrain, mal stieg die Elektromaschine MGU-H aus, was zu schlechten Startplätzen in China und Russland führte. „Nach den ersten Rennen waren meine Mechaniker niedergeschlagen“, sagt Hamilton. „Jetzt haben wir endlich wieder saubere Wochenenden, und sie sind fröhlich. Na ja, bis auf die Starts.“

Auch in Montreal kroch das Auto mit der Startnummer 44 nur langsam aus der Startbox. Hamilton verlor die Führung an Sebastian Vettel, verteidigte sich aber hart gegen Rosberg. „Ich war auf der Rennlinie und er außen. Mal geht ein Manöver über die Außenbahn gut, mal nicht. Wie heute. Wenn der Start aber normal läuft, fahre ich 8 Meter vor Nico“, kommentierte der Brite. 8 Meter beträgt der Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Startplatz.

Hamilton mit gutem Reifenmanagement

Hamilton und seine Strategen ließen sich vom roten Auto nicht aus der Ruhe bringen. Sie setzte ihre Karten auf ein Einstopp-Rennen und tricksten Ferrari so aus. „In Monaco war die Strategie meine Entscheidung. In Kanada hat das Team sie getroffen. Als sie mir sagten, dass wir auf Plan B gehen, wusste ich nicht, ob die Reifen so lang durchhalten werden.“

Sie taten es. Der fünfmalige Kanada-Sieger harrte 24 Runden auf der weichsten Pirelli-Sorte aus. „Ich hätte sogar noch mehr Runden auf den Ultrasofts drehen können. Meine letzte Zeit auf ihnen war richtig gut. Ich dachte mir, dass ein paar Umläufe mehr nicht schaden würden, um den Rennabschnitt auf Softreifen zu verkürzen. Das Team hat mich dann aber doch reingeholt.“

Reifenflüsterer Hamilton brachte auch die Soft-Mischung ohne größere Schwierigkeiten über die 46 verbliebenen Runden. Und strahlte hinterher. „Heute hat sich das Auto unglaublich angefühlt. Die Balance war einfach super. Es hat sich angefühlt, als würde ich schweben.“

Der zweite Saisonsieg treibt die Motivation auf Hamiltons Seite der Garage weiter hoch. „Siege sind unser Leben. Wenn wir alle perfekte Arbeit abliefern, ist das wie die Sahne auf der Torte.“ Dagegen dürfte auf der anderen Seite der Garage geknabbert werden. Rosberg droht die WM zu entgleiten. „Nico wird weiter hart pushen“, ist sich der WM-Zweite sicher.

Hamilton bremst Euphorie

Das Momentum liegt bei Hamilton. Doch der Weltmeister warnt vor zu viel Euphorie. „Es ist noch ein langer weg. Ich habe schon mehr Motorkomponenten verbraucht als Nico. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass ich irgendwann nach der Sommerpause von weiter hinter starten werde.“

Hamilton ist auch nicht ganz glücklich darüber, dass Mercedes in Kanada keinen Doppelsieg einfuhr. Er denkt dabei an die harte Arbeit in der Fabrik. „Wir sind auf Platz eins und zwei gestartet und als Erster und Fünfter ins Ziel gekommen. Das macht mich gewissermaßen traurig. Ich weiß, wie hart die Jungs in der Fabrik an Doppelsiegen arbeiten. Es fühlt sich nicht gut an, wenn wir das nicht erreichen.“ Er sagt aber auch: „Auf der anderen Seite war es natürlich gut für die Meisterschaft.“

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"Das macht mich gewissermaßen traurig. Ich weiß, wie hart die Jungs in der Fabrik an Doppelsiegen arbeiten. Es fühlt sich nicht gut an, wenn wir das nicht erreichen.“

Tja, hätte man seinen Teamkollegen nicht von der Strecke geschickt hätte man durchaus einen Doppelsieg feiern können.

MaikT 14. Juni 2016, 11:40 Uhr
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