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Hamilton im Weltmeister-Interview

"So wie Senna wollte ich auch sein"

Lewis Hamilton - GP USA 2015 Foto: Wilhelm 73 Bilder

Lewis Hamilton war aufgekratzt wie selten. Drei Stunden nach dem Rennen, das ihm den dritten Titel brachte, spielte er mit seinem Hund Roscoe im Mercedes-Pavillon. Dann stellte er sich den Fragen über den Titelgewinn, seine Beziehung zu Ayrton Senna und die strittige Szene mit Nico Rosberg.

26.10.2015 Michael Schmidt
Sie sind zum dritten Mal Weltmeister. Was motiviert Sie jetzt noch?

Hamilton: Ich bin mit Motivation in mir geboren. Die verliere ich nie. Ich mache mir keine Sorgen. Siege sind Siege. Das wird nie langweilig. Mein nächstes Ziel steht schon fest. Ich will in Mexiko gewinnen. Ich fühle jetzt nicht: Du hast drei Titel, alles erreicht und kannst einen Gang tiefer schalten. Es ist nur der Beginn eines nächsten Abschnitts.

Sie vergleichen Ihre 3 Titel immer mit Ayrton Senna. Warum nicht mit Jack Brabham, Jackie Stewart, Niki Lauda oder Nelson Piquet?

Hamilton: Das stimmt. Nicht, dass ich diese Jungs nicht respektieren würde. Als ich Kind war, kannte ich diese Namen nur vom Hörensagen. Da war nur Senna. Er war der Fahrer, von dem ich sagte: Wie der ist, so will ich auch sein. Deshalb werde ich jetzt auch nicht sagen: Ich will mit vier Titeln zu Prost oder mit fünf Weltmeisterschaften zu Fangio aufschließen. Fangio muss unglaublich gewesen sein. Aber jetzt bin ich auf meinem eigenen Weg. Und ich will wissen, wie ich diesen Weg gehen kann.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie den dritten Titel im Stile von Senna gewonnen haben?

Hamilton: Das ist wichtig für mich. Seit meinen Kart-Tagen musste ich mich immer durchbeißen. Ein Start/Ziel-Sieg ist nie die gleiche Befriedigung, als wenn du dich von hinten durchbeißen musst. Und es war ein echt hartes Rennen. Ich hatte Mühe am Anfang, bin nur rumgerutscht, zurückgefallen an die vierte Stelle, wieder vorgekommen auf Platz 2, dann führte ich wieder, plötzlich liegt Nico 10 Sekunden vorne, und trotzdem kam ich wieder ran. Das hat gezeigt, dass ich nie aufgebe. Selbst wenn ich Letzter bin, glaube ich noch dran, dass ich gewinnen kann.

Wie sehen Sie das Duell mit Rosberg in der ersten Kurve. Er meinte, sie hätten unfair dagegengehalten?

Hamilton: Ich wollte ihn nicht rausdrücken. Nach dem Rennen habe ich mir extra die Wiederholung der Szene angeschaut. Bei einer feuchten Straße ist die Außenbahn immer die mit mehr Grip. Ich lag vorne und innen. Es war meine Kurve. Als ich eingelenkt habe, begannen mir die Vorderräder wegzurutschen. So sind wir zusammengestoßen. Ich glaube im Rückblick nicht, dass ich zu aggressiv war. Sein Kommentar ist verständlich, aber ich würde meinen Teamkollegen nie absichtlich abschießen. Der Zusammenstoß hat nichts am Renngeschehen geändert. Die Autos waren nicht beschädigt. Nico ist auch so zurück an die Spitze gekommen. Er hat sie selbst verloren. Aber ich hätte ihn in den verbleibenden 10 Runden sowieso gekriegt. Irgendwie wäre ich an ihm vorbeigekommen.

Auch Niki Lauda und Toto Wolff haben die Aktion kritisiert.

Hamilton: Jeder darf seine eigene Meinung haben. Das spielt keine Rolle. Ich habe das Rennen gewonnen und fühle mich gut dabei.

Sie sind keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Wäre es im Kampf um den Titel nicht klüger gewesen, manchmal zurückzustecken?

Hamilton: So fahre ich eben. Ich will nicht Zweiter werden. Meine Familie und ich bekamen nie etwas geschenkt. Wir mussten unsere Chancen nutzen und dafür kämpfen.

Wie fühlt sich dieser Titel an?

Hamilton: Ich bin überwältigt. Wenn ich hier jetzt sitze, denke ich an meine erste Britische Meisterschaft zurück. Mein Vater und ich sangen beim Heimfahren von der Strecke "We are the champions". Und jetzt bin ich dreifacher Weltmeister. Das ist doch verrückt, oder?

Und die letzten Runden?

Hamilton: Ich sagte mir: Okay, du hast jetzt 10 Runden, um Weltmeister zu werden. Du musst alles in diese 10 Runden legen, was du gelernt hast. Natürlich hätte ich noch warten können, aber ich wollte den Deckel in diesem Rennen zumachen. Dann ist Nico weggerutscht. Ich hatte das gleiche Problem in der gleichen Kurve. Es hätte mich fast auch erwischt. Deshalb verstehe ich voll, warum Nico so frustriert ist.

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