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Hamilton lobt Rosberg

"Er hat wie ein Gentleman gehandelt"

Rosberg & Hamilton - GP Monaco 2016 Foto: sutton-images.com 51 Bilder

Nico Rosberg bekam nach einem schlechten Rennen mehr Lob als nach einem Sieg. Der Deutsche steckte freiwillig zurück, um Lewis Hamilton nicht die Siegchancen zu verbauen. Doch das faire Teamplay könnte am Ende der Saison den Titel kosten.

29.05.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

Lewis Hamilton musste seit dem GP USA in der vergangenen Saison auf Sieg Nummer 44 warten. Seitdem hat es der Weltmeister in keinem Rennen geschafft, Punkte auf Teamkollege Nico Rosberg gutzumachen. Doch in Monaco wendete sich das Blatt. Hamilton kehrte auf die Siegerstraße zurück. Doch ohne die Hilfe seines Teamkollegen wäre es wohl nicht möglich gewesen, Daniel Ricciardo noch abzufangen.

In Runde 23 ließ Rosberg das Schwesterauto in der Auffahrt zum Casino passieren. Hamilton wusste nach dem Rennen zunächst gar nicht, dass sein Stallrivale freiwillig Platz gemacht hatte. Als er die freundliche Geste erkannte, lobte er: "Nico hat wie ein echter Gentleman gehandelt."

Reifenproblem wie ein beschädigtes Auto

Doch wie war Rosberg überhaupt in diese Situation gekommen. Auch bei Mercedes grübelte man nach dem Rennen: "Er hat die Reifen nicht auf Temperatur bekommen", so Teamchef Toto Wolff. "Wir wissen aber nicht, warum Nicos Problem größer war als das von Lewis." Der Österreicher war generell nicht zufrieden mit der Pace im Vergleich zum Red Bull. "Ich bin schon ganz gespannt auf die Datenanalyse um herauszufinden, was hier passiert ist."

Mercedes versuchte die Entscheidung zur Stallregie noch hinauszuzögern. Doch irgendwann gab es keine Alternative mehr: "So wie Daniel an der Spitze weggefahren ist, war uns klar, dass wir das Rennen ohne Platztausch verlieren würden. Wir haben Nico einige Runden gegeben, um die Reifen ins richtige Temperaturfenster zu bringen. Aber das hat nicht geklappt. Dann haben wir den Befehl ausgesprochen. Wenn ich wie Niki eine rote Kappe hätte, würde ich sie jetzt ziehen. Das war tolles Teamplay", so Wolff.

Am Kommandostand habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: "Es ist für jeden Fahrer schwierig, solch eine Entscheidung zu akzeptieren. Deshalb haben wir auch lange überlegt, bis wir den Befehl gegeben haben. Das hat uns im Vergleich mit Ricciardo ordentlich Zeit gekostet. Am Ende war es vergleichbar mit einem beschädigten Auto. Es war klar, dass es ein Problem gab. Deshalb mussten wir diese Entscheidung treffen."

Rosberg stellt Stallregie-Befehl nicht in Frage

Lange Diskussionen habe es am Funk nicht gegeben, wie Wolff verriet: "Nico hat nicht einmal nachgefragt. Wir haben ihm erst gesagt, dass er sein Tempo steigern muss, sonst würden wir die Plätze tauschen. Als das nicht der Fall war, haben wir den Befehl zum Wechsel gegeben. Er hat das auch sofort befolgt."

Obwohl Lewis Hamilton in einem ähnlichen Fall 2014 in Ungarn den Platztausch verweigert hatte, dachte Rosberg nie darüber nach, den Befehl zu ignorieren: "Bei uns gibt es eine ungeschriebene Regel: Erst wird eine Warnung ausgesprochen. Wenn die Pace danach nicht besser wird, muss man das andere Auto vorbeilassen. Das war für mich ganz klar", erklärte der Pilot anschließend. Selbst wenn die 25 Punkte für Hamilton am Ende in der Meisterschaft entscheiden könnten.

Für diese Haltung gab es auch von ganz oben Beifall. Daimler-Chef Dieter Zetsche lobte Rosberg in höchsten Tönen: "Das war ein Dienst am Team. Er konnte das Rennen nicht gewinnen. Und er hätte den Sieg von Lewis verhindern können. Das hat er aber nicht getan. Hut ab. Das zeigt wirklich Größe."

Rosberg mit viel Pech in Monaco

Der Sieg für Hamilton zeigte am Ende, dass die Entscheidung von Mercedes richtig war. Für Rosberg schlug das Pendel anschließend in die andere Richtung aus: "Er hatte nicht nur ein Auto, das Probleme mit der Pace hatte, sondern auch noch einen verpatzten Boxenstopp", berichtete Wolff nach dem Rennen.

"Ein Schlagschrauber hat nicht richtig funktioniert. Dadurch haben wir die Radmutter nicht runterbekommen. Und dadurch musste Nico mit dem Losfahren warten, bis der Verkehr in der Boxengasse vorbeigefahren war. Das hat noch einmal zwei oder drei Plätze gekostet. Und dann hat er in der letzten Runde noch eine Position an Hülkenberg verloren. Alles kam in einem Rennen zusammen."

Lange hatte Rosberg den Force India hinter sich gehalten. Doch auf den letzten Metern konnte Hülkenberg den Vorteil der Soft-Reifen gegenüber den Ultrasofts ausspielen. "Ich hatte absolut kein Gummi mehr auf den Reifen und dadurch keine Traktion. Ich konnte mich einfach nicht mehr verteidigen", zuckte Rosberg mit den Schultern.

Neuester Kommentar

...und wenn es irgendwann umgekehrt läuft wird ihn HAM nicht vorbeilassen ud hinterher sagen: ...habe nie behauptet dass ich einer (Gentleman) wäre., bin dafür aber wieder Champ.." *lol*

Mach5 30. Mai 2016, 16:42 Uhr
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