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Motor 1 für Lewis Hamilton

Mercedes findet Defektquelle nicht

Mercedes - Formel 1 - GP Russland - 28. April 2016 Foto: ams 11 Bilder

Unruhe im Mercedes-Camp. Trotz aufwendiger Untersuchungen bleibt das Motorproblem von Lewis Hamilton ein Rätsel. Die Ingenieure fragen sich weiter: Warum überhaupt? Warum immer nur ein Auto? Hamilton geht mit dem Motor 1 aus China in den GP Russland.

01.05.2016 Michael Schmidt

Das gibt es selten in der Formel 1. Viele Fragen, keine Antwort. Höchstens Verdachtsmomente. Trotz aufwendiger Untersuchungen in der Fabrik in Brixworth tappen die Mercedes-Ingenieure immer noch im Dunkel, warum im Auto von Lewis Hamilton innerhalb von zwei Wochen in zwei unterschiedlichen Motoren der gleiche Schaden aufgetreten ist.

Defekt zwei Mal am gleichen Auto

Beide Male brannte in der Aufwärmrunde in der Elektromaschine MGU-H eine Isolierung an einer Spindel durch. Es gilt als höchst unwahrscheinlich, dass die betreffende Komponente zwei Mal durch die Qualitätskontrolle gerutscht ist. Die Ursache muss entweder an besonderen Umständen oder im Auto selbst liegen. "Wir haben acht Motoren im Umlauf, sind Tausende von Testkilometern gefahren. Der Defekt trat nur zwei Mal auf und immer im gleichen Auto", wunderte sich Teamchef Toto Wolff. Auch die rund 20 Prüfstandsmotoren in Brixworth waren nie von dem Problem betroffen.

Die Defektsuche konzentrierte sich unter anderem auf die Steuereinheit, die für die MGU-H zuständig ist. Möglicherweise hat sie durch eine Überspannung Schaden genommen. "Wir hatten da vor eineinhalb Jahren mal ein Mini-Problem, aber nichts von dem Ausmaß", verrät Niki Lauda. Da an der Rennstrecke genaue Analysen nicht möglich sind, wurden auch die Elektronikbox und die Batterie getauscht.

Benzinsystem kommt für 43 000 Dollar mit Privatjet nach Sochi

Mercedes traf die Entscheidung, wieder Motor 1 in das Chassis mit der Startnummer 44 zu installieren. Das ist die Antriebseinheit, die Hamilton in China im Stich gelassen hatte. Sie wurde in der Zwischenzeit mit einem neuen Turbolader und einer neuen MGU-H bestückt. Da die erste Antriebseinheit im System noch mit dem alten Benzinsystem bestückt war, musste das Team in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Neuentwicklung aus England einfliegen. Sonst hätte Hamilton aus der Box starten müssen. Es wäre nach Artikel 44.2 der Einsatz einer anderen Spezifikation gewesen.

Mercedes charterte eine Global 6000, um die neuen Teile des Kraftstoffsystems nach Russland zu transportieren. "Wir hatten Glück, weil die Maschine von einem anderen Kunden nach Moskau gebucht war. Sie musste nur über Sochi umgeleitet werden. So haben wir uns eine Strecke gespart", verrät Lauda. Der Trip kostete 43 000 Dollar. Es war eine glückliche Fügung, dass einer der 850 Mercedes-Mitarbeiter ein Visum für Russland hatte. Er wurde mit der teuren Fracht in das Flugzeug gesetzt.

Bernie Ecclestone stellte sicher, dass die Fracht gut durch den Zoll kam. Die Teile trafen um 2 Uhr morgens in Sochi ein. Noch in der Nacht präparierten die Mechaniker die Antriebseinheit von China für den Einbau in das Hamilton-Auto. Nach Öffnung des Parc fermé blieben ihnen noch fünf Stunden Zeit den V6 in das Auto einzubauen. Drei Stunden vor dem Start wurde das Triebwerk angelassen.

Ist der Defektteufel im Chassis verborgen?

Lewis Hamilton wird mit der Sorge in den GP Russland gehen, dass ihn der Defekt ein drittes Mal einholen könnte. Wenn die Autos nach dem GP Russland in die Fabrik zurückkehren, geht die Suche nach dem Defektteufel weiter. Der Umstand, dass die MGU-H in verschiedenen Motoren, aber immer nur in einem Auto Ärger macht führt zu zu einem weiteren Verdacht. Vielleicht hat es auch mit dem Chassis und der Verkabelung zu tun. "Wir werden das Chassis in seine Einzelteile zerlegen und jede mögliche Fehlerquelle in Betracht ziehen", erklärte ein Ingenieur.

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