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Hamilton trotz Niederlage locker

„Liege immer noch in Führung“

Lewis Hamilton - GP Italien 2016 Foto: Wilhelm 67 Bilder

Lewis Hamilton müsste sich wie ein Fußballer fühlen, der das leere Tor nicht getroffen hat. Doch der Weltmeister blieb nach der Niederlage von Monza gelassen. Weil er sich an die Zeit erinnert, als er mal 43 Punkte Rückstand in der WM hatte.

05.09.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Das ist ein neuer Lewis Hamilton. Früher konnte man an seiner Körpersprache ablesen, ob er gewonnen oder verloren hatte. In Monza blieb der Champion erstaunlich gelassen. Dabei war es eine Niederlage, die besonders schmerzen musste. Nach seinem überlegenen Trainingssieg konnte Hamilton eigentlich nur über seine eigenen Füße stolpern. Wie ein Fußballer, der mit dem Ball am Fuß vor dem leeren Tor steht.

Es passierte wie in Australien und Bahrain gleich beim Start. Als Hamilton in der ersten Kurve nur als Sechster ankam, dämmerte ihm bereits, dass der Sieg in Monza eine „Mission impossible“ werden würde. „Mit jeder Runde, mit jeder Sekunde mehr wusste ich, dass ich den Sieg vergessen konnte.“

Als Hamilton in Runde 16 zum ersten Mal auf Platz 2 auftauchte, hatte er bereits 14,8 Sekunden Rückstand auf Nico Rosberg. „Ich sah Nico auf der Gegengeraden gerade noch, wie er in die Parabolica einbog.“

30 Quali-Runden gehen nicht

Theoretisch hatte er da noch 37 Runden Zeit, den Rückstand zum Teamkollegen aufzuholen. Und obwohl sein Boxenstopp um 1,9 Sekunden schneller abgewickelt wurde als der von Rosberg, war es ein aussichtsloses Unterfangen. Es ist eine Milchmädchenrechnung, wenn man Hamiltons Trainingsvorsprung von fast einer halben Sekunde als Maßstab nimmt. Auf der Basis hätte Hamilton in Runde 42 im Windschatten seines Stallrivalen auftauchen müssen.

Doch Rennen ist nicht gleich Training. „Du kannst mit diesen Reifen nicht 30 Qualifikationsrunden am Stück drehen. Das halten sie nicht aus. Im Verkehr erst recht nicht. Im ersten Stint bekam ich deshalb Schwierigkeiten mit den Hinterreifen. Ich konnte den Rückstand auf 9 Sekunden reduzieren, dann war Schluss.“

„Vielleicht hätte ich es noch auf 6 Sekunden ran geschafft, wenn ich volle Power weiter gefahren wäre, aber mehr ging nicht. Ich habe mich dann darauf konzentriert das Auto sicher ins Ziel zu bringen.“ Auslöser für die Aufgabe war ein Verbremser in der ersten Schikane in Runde 41. Da verlor Hamilton 1,6 Sekunden auf Rosberg.

Schadensbegrenzung im Rennen und der WM

So bitter es für den Titelverteidiger sein mochte, das Rennen wegen eines einzigen Fehlers zu verlieren, so gefasst nahm er die Niederlage zur Kenntnis. „Ich musste nach diesem Start dankbar sein, dass ich überhaupt noch auf dem zweiten Platz gelandet bin. Es hätte mich schlimmer treffen können.“

Hamilton sieht Parallelen zur gesamten Saison. Nach dem GP Spanien hatte der Champion 43 Punkte Rückstand auf den Teamkollegen. Bei der Gleichwertigkeit der beiden Mercedes-Piloten eigentlich ein uneinholbarer Rückstand.

„Jetzt liege ich immer noch mit 2 Punkten in Führung, obwohl Nico die letzten beiden Rennen gewonnen hat.“ Und dann lieferte der Verlierer des GP Italien noch ein kleines Bonmot ab: „Es ist leichter auf die Pole Position zu fahren, als von der Linie zu kommen.“

Neuester Kommentar

Wenn ein Alonso mit einer Zeit die 4 Sekunden langsamer ist als die Trainingsbestzeit und damit die schnellste Rennrunde fährt, müsste vielleicht jemandem die Idee kommen das dieses Schwachsinnigen Regeln die volle Fahrt gar nicht möglich macht. Zu Zeiten der 10 Zylinder sah das noch etwas anders aus.

Zum Startproblem von Mercedes habe ich Zweifel das es sich nur um das Fingerspitzengefühl der Fahrer handelt. Da gibt es ganz sicher ein technisches Problem, siehe auch die Williams ecc. Oder will man mir weissmachen das die Ferraripiloten das einfach besser können?

Starthilfen waren in den meisten Kategorien in denen Hamilton viel gewonnen hatte, nicht vorhanden. Abgesehen dasselbe ist auch Rosberg mehr als einmal passiert.

bschenker 5. September 2016, 18:54 Uhr
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