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Hamilton vs. Button in Monza

Keine Stallregie bei McLaren

Jenson Button Foto: McLaren 22 Bilder

Lewis Hamilton setzt in Monza auf Top-Speed, Jenson Button auf Abtrieb. Im Training zahlte sich Buttons Taktik aus. Doch was passiert, wenn es im Rennen zum Duell der beiden kommt? McLaren lehnt es ab, seine Karten auf den in der WM besser platzierten Fahrer zu setzen.

12.09.2010 Michael Schmidt

Lewis Hamilton wird sich über die Wahl der Abstimmung seines McLaren vielleicht noch einmal ärgern. Der Weltmeister von 2008 setzte voll auf die Karte Risiko. Minimaler Abtrieb, Verzicht auf den F-Schacht. Im ersten Frust über den fünften Startplatz sprach der McLaren-Pilot vor den TV-Kameras von einem Fehler. Drei Stunden danach hatte er sich schon wieder gefasst. "Ich habe das geringste Abtriebs-Niveau im Feld und eines der schnellsten Autos auf der Geraden. Das hat Vor- und Nachteile. Damit muss ich jetzt leben und versuchen, das Beste daraus zu machen."

Mit einem Nachteil wurde der WM-Spitzenreiter schon in der Qualifikation konfrontiert. "Es wäre wahrscheinlich schon schneller gegangen, auch wenn ich mit der Balance des Autos nicht hundertprozentig zufrieden war. Doch ich war zu dicht an Webber dran und spürte die Turbulenzen seines Autos. Das wiegt natürlich schwerer wenn du mit wenig Abtrieb unterwegs bist."

Hamilton befürchtet Probleme beim Überholen

Das gleiche Szenario könnte Hamilton in der Anfangsphase des Rennens erleben, wenn er nicht gleich beim Start zwei oder drei Gegner überholt. Hamilton ist mit seinem Miniflügel im Heck zwar bis zu zehn km/h schneller als die Autos um ihn herum, doch man muss zu Beginn der Geraden erst einmal an die Gegner herankommen. "Das wird im Rennen mein größter Job", gibt Hamilton zu. "Mit dem wenigen Anpressdruck am Kurvenausgang nicht zuviel Platz auf den Vordermann zu verlieren."

Der Bremsverschleiß macht ihm keine Sorgen. "Eher schon die Reifen. Da muss ich natürlich schauen, dass ich sie so gut wie möglich schone, weil ich mehr herumrutsche als die Jungs, die mit mehr Anpressdruck unterwegs sind."

Button muss erste Runden überleben

Ross Brawn wirft ein: "Wenn die Strecke im Rennen wie im Vorjahr deutlich rutschiger wird, dann bekommt Lewis ein Problem. Dann hat Button mit seiner Abstimmung das große Los gezogen." Der Titelverteidiger strahlte. "So gut war ich im Training schon seit 24 Rennen nicht mehr platziert. Ich wusste, dass ich im Training einen guten Windschatten brauche, um auf der Geraden nicht zuviel Zeit zu verlieren. Das ist mir gelungen. Jetzt muss ich nur die ersten Runden überleben, weil ich da mit meinem geringen Top-Speed angreifbar bin."

Teamchef Martin Whitmarsh machte Hamilton keinen Vorwurf. "Bei unseren Simulationen haben die beiden Abstimmungsvarianten praktisch gleiche Rundenzeiten erzielt. Die Praxis bestätigte das. Sogar die Sektorzeiten waren ziemlich ähnlich. Die Fahrer haben sich für das jeweilige Setup entschieden. Wer seinen Fokus aufs Überholen legt, ist besser mit der Abstimmung von Lewis bedient. Wenn ich eher Reifen schonen will, dann wäre ich lieber wie Jenson unterwegs."

Hamilton schaut auf Webber

Für Hamilton gibt es am Sonntag zunächst einmal nur einen Gegner: "Meine Priorität liegt auf Webber. Der ist mein direkter Rivale." Button denkt anders: "Ich muss vor denen ins Ziel kommen, die vor mir in der WM liegen, und das sind ja nicht gerade wenige." Mit einem Sieger Alonso könnte der noch amtierende Weltmeister leben. Der Spanier hat in der WM sechs Punkte weniger auf dem Konto als Button.

Auf das Thema Stallregie reagiert McLaren allergisch. "Unsere Fahrer dürfen im Rennen gegeneinander fahren", betonte Whitmarsh, "und ich hoffe nur, dass wir es nicht bereuen müssen." Auf die Frage, ob es nach dem Ferrari-Freispruch nicht besser sei, sich mit einer Strafe von 100.000 Dollar für Stallregie freizukaufen, antwortete McLarens-Teamchef: "Es wäre ziemlich dumm, dieses Urteil so zu interpretieren."

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