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Hamilton vs. Rosberg

Dicke Luft bei Mercedes

Rosberg & Hamilton - GP China 2015 Foto: xpb 60 Bilder

Nach dem Rennen von Shanghai konfrontierte Nico Rosberg seinen Teamkollegen Lewis Hamilton direkt mit dem Vorwuf, er sei unnötig langsam gefahren. Der Rennsieger konnte die Kritik nicht nachvollziehen und bügelte den Ärger des Deutschen ab.

12.04.2015 Tobias Grüner

Im Besprechungsraum von Mercedes dürfte beim Briefing nach dem Rennen dicke Luft geherrscht haben. Mit dem Dauersmog in Shanghai hatte das allerdings nur wenig zu tun. Viel mehr sorgten die Ereignisse im Silberpfeil-Duell in den 56 Runden zuvor für Diskussionsbedarf. Nico Rosberg fühlte sich von seinem Teamkollegen absichtlich eingebremst, wodurch sein eigener zweiter Platz in Gefahr geriet.

"Weil Lewis zu Beginn der ersten beiden Stints relativ langsam gefahren ist, kam Sebastian immer relativ nah heran. Ich konnte leider nicht näher an Lewis heranfahren, sonst hätte ich mir die Reifen kaputtgemacht. Als Sebastian mich mit dem frühen Stopp versucht hat zu überholen, musste ich auch früher rein. Deshalb hatte ich am Ende gegen Lewis auch keine Chance, weil mein Stint länger und die Reifen älter waren. Das ärgert mich", schimpfte der Deutsche.

Rosberg attackiert Hamilton auf der Pressekonferenz

Als Hamilton in der Siegerpressekonferenz erklärte, dass er das Rennen von der Spitze kontrolliert habe, platzte Rosberg der Kragen. Er ging seinen Stallrivalen direkt an: "Es ist interessant von Dir zu hören, dass Du nur an Dich selbst und Deine Pace an der Front denkst. Das hat mir das Rennen kaputtgemacht. Weil Du langsamer als notwendig gefahren bist, ist Sebastian auch nahe an mich herangekommen und hat ihm die Möglichkeit gegeben, über die Strategie mit dem frühen Stopp anzugreifen."

Hamilton wusste gar nicht, wie ihm geschieht. Souverän bügelte er den Verbalangriff von seiner rechten Seite ab: "Es ist nicht mein Job, auf Nicos Rennen Rücksicht zu nehmen. Ich möchte das Auto einfach nur so schnell wie möglich ins Ziel bringen. Ich habe nichts absichtlich gemacht, um andere Autos einzubremsen. Ich habe mich einfach auf mich selbst konzentriert. Wenn Nico vorbeikommen wollte, hätte er es versuchen können. Aber er hat es nicht gekonnt."

Rosberg argumentierte, dass er im ersten Stint versucht habe zu überholen, sich dabei aber die Reifen ruiniert habe. "Man kann hier auf diesem Kurs nicht überholen, wenn man nicht deutlich schneller ist." Diesen Fehler wollte er im zweiten Stint nicht noch einmal machen. Doch dass Hamilton so langsam fuhr, hatte er nicht erwartet: "Lewis hat ja im ersten Stint gesehen, wie schnell man fahren kann. Und da hatten wir noch mehr Sprit im Tank."

Wolff zeigt für beide Fahrer Verständnis

Mercedes-Teamchef Toto Wolff versuchte seine beiden Fahrer anschließend in Schutz zu nehmen. "Beide Reaktionen sind verständlich. Ich kann es nachvollziehen, dass sie Emotionen zeigen." Die Besprechung nach dem Rennen sei positiv verlaufen. Angeblich wurden alle Streitfragen geklärt. "Lewis hat ja nicht absichtlich zu langsam gemacht. Wir wussten nicht, wie lange die Reifen halten. Wir haben erst während des Rennens entschieden, die Softs im Mittelstint aufzuziehen. Lewis wusste, dass er sie über die Runden bringen muss. Nach den schlechten Erfahrungen von Malaysia war es verständlich, dass er vorsichtig ist."

Als man die Gefahr von Vettel realisierte, habe man Hamilton angewiesen, das Tempo zu erhöhen. "Sie haben mir über Funk gesagt, dass ich etwas schneller fahren soll. Aber ich musste ja auch auf meine Reifen aufpassen", verteidigte sich der Pilot. "Es ist, als hätte man 100 Pfund für den ganzen Stint zur Verfügung. Man muss einfach schauen, dass man nicht zu schnell zu viel davon ausgibt."

Neugierig fragte Vettel in der Pressekonferenz, wie viel von den 100 Pfund denn am Ende noch übrig waren. "Ich war am Ende immer noch relativ reich", schmunzelte Hamilton. Beweis war die schnellste Rennrunde am Ende des zweiten Stints. Am Kommandostand war die Lage wenig entspannt: "Es hat nicht viel gefehlt, und wir hätten Lewis etwas nachdrücklicher über Funk auffordern müssen. Aber so viel langsamer als vorgegeben war er auch nicht. Nico hatte einfach Pech. Er war in seiner Situation gefangen."

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