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Hamilton vs. Rosberg

Hamilton geschockt über Stallorder

Lewis Hamilton Nico Rosberg GP Ungarn 2014 Foto: xpb 22 Bilder

Lewis Hamilton dachte beim GP Ungarn, er hört nicht richtig. Mercedes gab ihm über Funk durch, er solle Nico Rosberg durchlassen. Der war auf einer anderen Strategie unterwegs und machte Druck.

27.07.2014 Bianca Leppert

Der Mercedes-Zoff geht in die nächste Runde. Beim Rennen zum GP Ungarn wurde ein weiteres Kapitel im internen Kampf zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton um die WM-Krone aufgeschlagen. Als Hamilton in Runde 51 vor Rosberg lag, wurde der Brite drei Mal vom Kommandostand aufgefordert, seinen Teamkollegen durchzulassen. Die beiden waren auf unterschiedlichen Strategien unterwegs. Doch Hamilton weigerte sich. Rosberg fragte daraufhin nach, warum er ihn nicht vorbeilasse.

Hamilton weigert sich vom Gas zu gehen

Hamilton, der ohnehin schon durch die Defektserie, die im Qualifying mit dem Brand seines Autos und dem Start aus der Boxengasse ihren Höhepunkt fand, gebeutelt war, machte sich in der Pressekonferenz Luft. "Ich war geschockt, als mir das Team gesagt hat, ich soll ihn durchlassen. Ich bin dasselbe Rennen wie er gefahren. Wenn ich ihn durchgelassen hätte, wäre er weggezogen. Er war nicht nah genug zum Überholen dran. Ich wolle nicht vom Gas, um dann auf Fernando und Daniel zu verlieren."

Mit dem Aufsichtsrat des Mercedes-Team Niki Lauda fand Hamilton einen Befürworter seines Widerstands gegen die Teamleitung. "Lewis hat die richtige Entscheidung getroffen. Der Aufruf war im Nachhinein betrachtet unnötig", gibt Lauda zu.

Wolff will nicht von Stallorder sprechen

Mercedes-Sportchef Toto Wolff, der in der Regel gemeinsam mit Technikdirektor Paddy Lowe diese Entscheidungen trifft, versuchte im Nachhinein die Situation zu relativieren. "Aus emotionaler Sicht kann ich seine Entscheidung als Rennfahrer auf der Strecke verstehen", sagt er. "Es war ein so schwieriges Rennen mit so vielen Entscheidungen, die schnell getroffen werden mussten, wir müssen das analysieren. Und wir müssen das Rennfahren der beiden diskutieren. Es wird intensiv."

Für Wolff war die Anweisung überraschenderweise aber keine Stallorder. Als dieser Begriff in der Interviewrunde fällt, will er sich rauswinden. "Wir hatten nie Stallorder. Es war keine klare Stallorder. Er war nicht nah genug dran", meint Wolff. "Paddy hätte es auch härter formulieren können, hat er aber nicht, weil es schwierig war, die richtige Entscheidung zu treffen."

Packendes Duell im Finale

Was die Fans freut, fällt der Teamleitung in diesen Momenten auf den Kopf. Einerseits hoffte man auf den Sieg, andererseits will man keine Stallorder aussprechen. Lässt man die Piloten frei fahren, muss man aber das Risiko eingehen, nicht die maximale Punkteausbeute mitzunehmen. "Wir wollen keine Nummer 1 und 2 haben. Wir müssen zugeben, dass wir an der Grenze dessen sind, was wir Anfang der Saison entschieden haben."

Letztlich bescherten Hamilton und Rosberg in den letzten drei Runden den Zuschauer noch einen echten Leckerbissen. Die beiden stritten sich auf der Strecke um den Podiumsplatz. Hamilton zeigte Rosberg die kalte Schulter und hielt ihn hinter sich. "Mich nervt vor allem die letzte Runde, dass ich es nicht geschafft habe, an Lewis vorbeizukommen." Zu der Stallorder-Situation wollte sich der WM-Führende zunächst nicht äußern. Niki Lauda sieht es wie gewohnt wieder einmal mit Humor. "Jetzt ist erstmal die Sommerpause. Und die Fahrer vergessen schnell."

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