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Hamilton will Titel mit Abu Dhabi-Sieg

"Doppelte Punkte für alle unfair"

Lewis Hamilton - GP Brasilien 2014 Foto: Mercedes 73 Bilder

Lewis Hamilton sieht dem WM-Finale gelassen entgegen. Er will nicht auf Ankommen fahren, sondern auf Sieg. Er macht sich über doppelte Punkte keine Gedanken, und er erinnert sich an seine ersten beiden Titelmissionen 2007 und 2008.

17.11.2014 Michael Schmidt

So locker wie in Sao Paulo hat man Lewis Hamilton schon lange nicht mehr gesehen. Normalerweise sieht man dem Engländer an, wenn er verloren hat. Dann wird er einsilbig. Doch der Weltmeister von 2008 hat sich positives Denken verordnet. Die Niederlage gegen Nico Rosberg in Brasilien lächelte er weg. "Wichtig für mich war, dass mein Renntempo besser war." Außerdem geht er immer noch mit exzellenten Chancen in das Titelrennen. Ein zweiter Platz reicht ihm, egal wo Rosberg ankommt.

Doch Hamilton wäre nicht Hamilton, würde er nicht Attacke machen: "Ich will den Titel mit einem Sieg holen." Das hat er auch 2007 vor dem GP China gesagt. Und genau diese Gier wurde ihm damals zum Verhängnis. Sein Ausrutscher ins Kiesbett der Boxeneinfahrt eröffnete dem krassen Außenseiter Kimi Räikkönen erst, so weit aufzuschließen, dass er beim Finale in Brasilien noch eine mathematische Chance auf den Titel hatte. Aus der Theorie wurde dann Realität.

Vierte Finalentscheidung für Hamilton

Hamilton ging in seiner Karriere drei Mal in ein Finalrennen mit Titelchancen. 2010 war er allerdings krasser Außenseiter. Er lag 24 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso und hätte bei einem Sieg dessen Mithilfe gebraucht. Am Ende wurde keiner von beiden Weltmeister, sondern Sebastian Vettel.

2007 und 2008 stand Hamilton vor einer vermeintlich einfachen Aufgabe. Ihm reichte in beiden Fällen ein fünfter Platz. Bei ersten Mal war der Routinejob zu schwer. Ein Getriebe-Blackout warf Hamilton weit zurück. Er wurde nur Siebter. Räikkönen holte den Titel. 2008 schaffte Hamilton erst in der letzten Kurve der letzten Runde das Minimalziel. Er überholte Timo Glock. Es war die größte Zitterpartie der WM-Geschichte.

Hamilton fühlt sich gut auf das Finale vorbereitet

Hamilton hat genug von scheinbar einfachen Aufgaben. "Hört mir auf mit einfachen Rennen. Für mich waren es die härtesten Grand Prix meines Lebens. Es gibt keine spezielle Taktik für eine solche Ausgangslage. Egal, wie du dich vorbereitest, es kann immer etwas schiefgehen. Deshalb gar nicht daran denken. Ich fühle mich heute für ein solches Finale viel besser vorbereitet, als ich es damals war."

Hamilton hat seine Abrechnung mit dieser Weltmeisterschaft schon gemacht: "Egal, wie es ausgeht. Ich habe alles für den Titelgewinn getan, was ich tun konnte. Deshalb bin ich mit mir im Reinen." Es ist nicht das erste Mal, dass er gegen Nico Rosberg um einen Pokal fährt. Schon in der Kart-Europameisterschaft sind beide aufeinander getroffen. "Damals war es Spaß. Heute ist es Business." Beim großen Formel 3-Finale in Macau 2001 landeten die beiden Mercedes-Piloten im Reifenstapel. Rosberg hatte den Unfall ausgelöst und Hamilton mit in das Schlamassel gerissen.

Die doppelten Punkte in Abu Dhabi bringen Hamilton nicht aus der Ruhe, auch wenn sie ihm das Leben schwerer machen. Bei einer normalen Punkteverteilung hätte ihm ein sechster Platz gereicht. "Sind die doppelten Punkte unfair?" fragt Hamilton und gibt sich gleich selbst die Antwort: "Jeder bekommt sie. Also sind sie auch für alle gleich unfair."

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