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Hamiltons Motorschaden geklärt

Lagerschaden an der Kurbelwelle

Lewis Hamilton - GP Malaysia 2016 Foto: Wilhelm 119 Bilder

Mercedes weiß, was an Lewis Hamiltons Motor beim GP Malaysia kaputtgegangen ist, aber die Techniker tappen noch im Dunkeln, was den Schaden verursacht hat. An einem Zylinder rieb sich ein Kurbelwellen-Endlager fest.

06.10.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Die erste Schadensanalyse erfolgte bereits am Abend des GP Malaysia. Im Block von Lewis Hamiltons Motor klaffte ein großes Loch. Damit war klar, dass etwas Kapitales kaputtgegangen war. Zwei Tage später traf das Triebwerk in Brixworth ein. Mittlerweile steht fest, wo das Unheil zuschlug. An einem Zylinder rieb sich ein Kurbelwellenendlager fest. Dann gab es Kleinholz. Einziges Indiz: Als Hamilton in die Zielkurve einbog, begann der Öldruck zu fallen.

900 Meter weiter spuckte der Mercedes V6-Turbo Öl und Flammen. Der Motor war erst 618 Kilometer alt. Es war das jüngste Exemplar in Hamiltons Bestand. Der Weltmeister muss den Rest der Saison mit zwei Phase 3-Motoren und einer alten Phase 2-Einheit überstehen, die nur noch bei Freitagstrainings zum Einsatz kommt. Nico Rosberg hat gleiche viele Antriebseinheiten in seinem Kontingent, genießt aber noch den Luxus, dass er straffrei über sein fünftes Motoren-Set verfügen kann. Bei Phase 3 handelt es sich um jene Ausbaustufe, die in Spa debütierte.

Phase 4-Motoren möglicherweise gestoppt

Der Schaden im Innenleben des Motors war so groß, dass es den Ingenieuren schwerfallen wird, die Ursache zu ermitteln. Was will man bei einem Haufen verbogenen und geschmolzenen Metall auch herausfinden? Man weiß nur, dass es kein Problem mit der Ölversorgung gab und dass alle anderen Zylinder in Ordnung waren. Deshalb wird Mercedes für den fünftletzten Grand Prix des Jahres eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Hamilton fährt in Japan den Singapur-Motor. Rosberg setzt weiter seine Malaysia-Einheit ein. Beide Fahrer werden mit konservativen Einstellungen auf die Strecke geschickt. Es ist vorstellbar, dass beispielsweise der Strat 5-Modus für das Wochenende in Suzuka tabu bleibt. Darüber hinaus wird die vorletzte Entwicklungsstufe des Motoröls verwendet. Die für den GP Japan geplante Einführung der Phase 3-Motoren für Williams, Force India und Manor wird verschoben.

Möglicherweise wird der Phase 4-Motor von Mercedes nie kommen. Der Weltmeister hat immer noch 6 Token in der Hinterhand, die in die letzte Ausbaustufe investiert werden sollten.

Neuester Kommentar

Kurbelwellenendlager? Zugegeben, ich bin weder Ingenieur noch Motorenbauer, aber wie so ein Motor im Inneren aussieht, das weiß ich schon. Mag ja sein, dass in de Formel1 völlig ungewöhnliche Konstruktionen auftreten, aber von Kurbelwellenendlagern an Zylindern habe ich so noch nichts gehört. Man darf mich hier gerne aufklären, wenn ich hier etwas verpasst habe. Meinem Verständnis nach sitzen die Kurbelwellenlager allerdings zwischen den Zapfen der Kurbelwelle und damit "zwischen" den Zylindern. An den Zapfen gibt es Pleuellager. Damit ein Lager sich fest frisst, gibt es nun nicht so viele mögliche Erklärungen. Mir fallen da ein: mangelnde Ölzufuhr (seien es zu gering dimensionierte Bohrungen oder Verstopfung), nicht passendes Lagerspiel, unpassendes Material. Alles führt am Ende zu thermischer Belastung, Kontakt von Metall auf Metall, mehr Verschleiß und letztlich zum Versagen.

bowrilla 6. Oktober 2016, 22:24 Uhr
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