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Hamiltons Überholproblem GP Australien

Mercedes-Aerodynamik leidet besonders

Kimi Räikkönen - GP Australien 2016 Foto: Wolfgang Wilhelm 63 Bilder

Früher hat Lewis Hamilton bei Niederlagen ein langes Gesicht gemacht. Doch diesmal konnte sich der Weltmeister über seinen zweiten Platz freuen. Er gratulierte Sieger Nico Rosberg und freute sich über ein Rennen, "dass mir richtig Spaß gemacht hat."

24.03.2016 Michael Schmidt

Hamilton tat sich schwer im Duell

Lewis Hamilton vergeigte den Sieg beim Start. Der Weltmeister ließ die Kupplung zu zögerlich kommen und schenkte bis 120 km/h vier Meter her. In der ersten Kurve musste er Nico Rosberg ausweichen und verlor weitere Positionen. Aus der ersten Runde kam Hamilton nur als Sechster zurück. Wer jetzt mit einem Feuerwerk des Champions gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Hamilton hing ewig hinter Max Verstappen fest.

Auch sonst tat sich Hamilton schwer im Zweikampf. Dabei gilt er als einer der besten Überholer im Feld. Diesmal reichte es nur für Felipe Massa in Runde 4 und Daniel Ricciardo in Runde 41. An den ToroRosso biss sich Hamilton lange fest. Als man ihm mitteilte, dass er sich beeilen solle, klagte Hamilton am Funk: "Ich kann nicht aufschließen."

Der Domino-Effekt: Weniger Abtrieb, überhitzende Reifen

Nach dem Rennen erklärte Hamilton sein Überholproblem, das auf der Strecke von Melbourne extrem ins Gewicht fällt und dem Mercedes besonders hart trifft, weil er aerodynamisch das beste Auto im Feld ist. "Ich wollte attackieren, konnte es aber nicht. Sobald wir dicht auf ein anderes Auto aufschließen, kommt dieser Domino-Effekt. Du verlierst Abtrieb und das Auto beginnt zu rutschen. Das ruiniert dir die Reifen. Deshalb musst du zurückstecken, weil du sonst mit dem Reifensatz nie die Zielrunde bis zum nächsten Boxenstopp erreichst. Wenn ich nach dem Re-Start zu dicht auf Sainz auffahre, kann ich das Rennen nicht ohne weiteren Boxenstopp zu Ende fahren." Dann schwärmte Hamilton wieder von den alten Zeiten. "Ich habe mir ein Video von einem alten Rennen in Estoril angezeigt, ein Duell zwischen den Williams und McLaren. Da konnten die Autos noch richtig Windschatten fahren. Sie hatten fette Reifen und waren nicht so von der Aero abhängig. Genau das brauchen wir. Mehr Grip von den Reifen, weniger von der Aero."

Seitenhieb auf Vettel

Trotzdem wollte Hamilton nicht klagen. Weder darüber, dass ihn Teamkollege Nico Rosberg beim Start aufgedrängt hatte, noch über das Funkverbot, noch über die Kehrtwende bei der Qualifikation. "Ich hatte heute ein echt unterhaltsames Rennen vom Start bis ins Ziel. Es war immer was los und hat richtig Spaß gemacht. Ich musste von Anfang bis Ende kämpfen und habe am Ende auch noch den Schaden limitiert, der beim Start angerichtet wurde." Platz 2 war für ihn kein Beinbruch. "2014 bin ich mit 25 Punkten Rückstand aus Melbourne abgereist. Diesmal sind es nur 7. Je länger eine Saison dauert, umso weniger wichtig ist das einzelne Resultat." Am Ende hatte er noch einen kleinen Seitenhieb auf Sebastian Vettel parat. Auf die Frage, warum er sich bei Regelfragen nicht mehr in die Diskussionen einbringe, grinste der Titelverteidiger. "Dafür haben wir doch Vettel. Der redet bei diesen Meetings genug. Was soll ich da noch diskutieren? Ich kann nur sagen, was ich im Cockpit fühle. Andere müssen ihre Schlüsse daraus ziehen und Regeln daraus machen."

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