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Hamiltons Weg zu Mercedes: Schumacher sogar nur dritte Wahl

Die Branche rätselt: Warum wechselt Lewis Hamilton zu Mercedes? Wieso war Michael Schumacher plötzlich nur noch dritte Wahl? Wie sah der Plan B bei den Silberpfeil-Bossen aus? Und welche Rolle spielt eigentlich Niki Lauda? Wir liefern die Auflösung.

Der Flirt zwischen Mercedes und Lewis Hamilton ist keine kurzfristige Affäre. Die ersten Kontakte gehen auf den GP Kanada zurück. Da wurden E-Mail Adressen und Telefonnummern getauscht. Danach fanden informelle Gespräche statt. Mercedes waren jedoch die Hände gebunden. Der Konzern konnte Hamilton keine fixen Zusagen machen.

Das Concorde Abkommen war noch nicht unterschrieben, und eine Zeitlang sah es so aus, als könnten die Juristen im Hause Daimler das Vertragswerk von Bernie Ecclestone nie akzeptieren, da es einige Klauseln enthielt, die mit den Gepflogenheiten eines großen Konzerns nicht vereinbar waren.

Das war die Zeit, in der sich Hamilton wieder von Mercedes entfernte. McLaren hatte ihm ein konkretes Angebot gemacht, wenn auch ein schlechtes. Angeblich nur über neun Millionen Euro plus Erfolgsbonus. Hamilton soll das als Beleidigung empfunden haben. Und es kriselte auch auf anderen Ebenen. Wer vier Jahre lang im Korsett eines Teams gelebt hat, das in seinen Grundfesten immer noch im Geiste von Ron Dennis agiert, der sehnt sich nach mehr Freiraum und weniger Entmündigung.

Lauda und Hamilton treffen sich bei Ecclestone

In Spa wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Die gröbsten Hindernisse in Bezug auf eine Unterschrift unter das Concorde Abkommen waren aus Sicht von Mercedes beseitigt. Wie jetzt herauskam, trafen sich Bernie Ecclestone, Lewis Hamilton und Niki Lauda beim GP Belgien zu einem ersten Gespräch über eine mögliche Zukunft bei Mercedes.

Zur Erinnerung: Es war das Rennen, in dem Hamilton via Twitter seinen Frust über das verlorene Stallduell gegen Jenson Button kundtat und dafür von McLaren den Kopf gewaschen bekam. Man könnte es als einen ersten Abnabelungsversuch interpretieren. Damit ist auch klar, wer Eddie Jordan in Kenntnis setzte, dass sich Hamilton auf dem Weg zu Mercedes befand. Es kann sich eigentlich nur um Bernie Ecclestone selbst gehandelt haben.

Der Chef der Formel 1 zündelt manchmal selbst ganz gerne, wenn er der Meinung ist, dass sein Zirkus eine kleine Blutauffrischung braucht. Die Top-Stars der Szene fahren schon zu lange für die gleichen Teams. Da musste aus Sicht von Ecclestone etwas Bewegung in sein zu statisch gewordenes Geschäft.

McLaren und Mercedes streiten um Hamilton

Eddie Jordans Indiskretionen folgte ein Tauziehen um Hamilton wie bei einer Auktion. McLaren und Mercedes überboten sich selbst mit dem Preis. Doch der gab schlussendlich nicht den Ausschlag. Die emotionale Kehrtwende von McLaren zu Mercedes fand am Wochenende von Singapur statt.

Da wurde Hamilton zu nachtschlafener Zeit klar gemacht, dass Mercedes trotz aller sportlichen Bedenken der nächste große Schritt in seiner Karriere sein könnte. So wie es damals bei Michael Schumacher mit Ferrari der Fall war. Da konnte auch keiner verstehen, warum Schumacher Benetton nach zwei WM-Titeln den Rücken kehrte.

Niki Lauda machte Hamilton klar, dass er Geschichte schreiben könnte, wenn er Mercedes in der Ära nach Schumacher zum Erfolg verhelfen könne. Und ihm wurde versprochen, alles zu tun, dass der nächstjährige Silberpfeil ein Siegerauto wird. Hamilton wurde in sämtliche technischen und personellen Pläne eingeweiht, und ihm wurde erklärt, warum das Team in den abgelaufenen drei Jahren stagnierte. Ab Samstag wusste Mercedes: Das Eis ist gebrochen. Es könnte klappen.

Mercedes Plan B hieß Sergio Perez

Und dennoch hätte alles noch scheitern können. Ein Mercedes-Vertreter meinte auf Anfrage: "Wenn Hamilton das Ding in Singapur gewonnen hätte, wäre es schwierig geworden. Das wäre dann eine emotionale Sache geworden, und er hätte vielleicht doch noch McLaren den Zuschlag gegeben."

Autonis 2014

Und welchen Plan B hätte Mercedes gehabt? Offenbar war man in Stuttgart, Brackley und Brixworth auf die gleiche Idee gekommen wie McLaren. Hätte Hamilton abgesagt, wäre  Sergio Perez vermutlich bei Mercedes gelandet. Die Silberpfeil-Bosse hatten bereits die Fühler nach dem Mexikaner ausgestreckt.

Michael Schumacher war somit nur dritte Wahl. Böswillige Zungen behaupten, dass sich der Rekordmann verzockt hat. Warum bis Oktober pokern, wenn der ideale Zeitpunkt zur Vertragsverlängerung bereits gekommen war? Hätte er nach seiner Trainingsbestzeit in Monte Carlo unterschrieben, wäre Hamilton nie zur Debatte gestanden.

Da schwebte Mercedes auch noch auf Wolke sieben. Man hatte in Shanghai gewonnen und in Monaco gezeigt, dass der Silberpfeil auch anderswo siegfähig war. Erst als die Resultate ausblieben und der Verbleib in der Formel 1 auf der Kippe stand, wurde Hamilton ein Thema. Aus Mercedes-Kreisen hört man: "Michaels Hinhalten bis Oktober hat Mercedes dazu veranlasst, über Alternativen nachzudenken."

Mercedes benötigt Mann für die Zukunft

Ross Brawn, Norbert Haug und Niki Lauda als stiller Manager im Hintergrund brauchten ein tragfähiges Konzept, um den Vorstand in Stuttgart die Fortsetzung des Formel 1-Engagements schmackhaft zu machen. Wer dann einen Dreijahresplan vorlegen muss, der integriert keinen 43-jährigen Altmeister, sondern frisches Blut. Lewis Hamilton, oder zur Not Sergio Perez eben.

Hamilton ist für das Formel 1-Team ein Signal: In Brackley weiß man spätestens jetzt, dass die Zeit der Ausreden vorbei ist. Das sieht auch der neue Formel 1-Direktor Niki Lauda so: "Wir müssen uns jetzt alle anstrengen, dass wir Lewis und Nico ein Siegerauto hinstellen."

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Michael Schmidt

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