Wer kann sein Fahrzeug am Schnellsten auf die Bedingungen in der spanischen Hafenstadt anpassen? Das ist die entscheidende Frage vor dem Premieren-Rennen in Valencia. Für Norbert Haug ist dabei schon eine präzise Vorbereitung in der Fabrik von entscheidender Bedeutung: "Wichtig ist, mit einem richtig übersetzten Auto anzureisen und ein Set-Up im Trefferbereich zu haben."
Effektives Testprogramm
So soll schon vorher vermieden werden, dass im Freitagstest elementaren Umbauten auf das Team zu kommen, die wertvolle Zeit kosten. Auch die Fahrer sind besonders gefragt: "Die Piloten sollten das Auto auf der Bahn halten und so viele Daten wie möglich sammeln", so Haug. Die Parole bei McLaren-Mercedes lautet: "Langsam und sukzessive steigern und die Boliden wieder heil an die Box bringen."
Wer hier unnötig Zeit verliert, kann diese in den verbleibenden Sessions nur schwer wieder aufholen. Dabei erscheint es allerdings etwas paradox, dass Haug zu Beginn der Trainingssessions wie üblich nur wenig Verkehr auf der Strecke erwartet: "Der Dreck auf der Strecke birgt das Risiko, mit dem Setup in die falsche Richtung zu gehen. Außerdem besteht dabei immer die Gefahr, die dreckigen Reifen nicht mehr sauber zu bekommen."
Kein gewöhnlicher Stadtkurs
Valencia stellt die Teams vor besondere Aufgaben. "Es ist kein normaler Stadtkurs sondern ein schneller Rennkurs in der Stadt", erklärt Haug. Der durchschnittliche Speed liegt bei über 200 km/h, womit Valencia in der ersten Hälfte des Rankings aller F1-Strecken steht. Ohne Auslaufzonen werden vermehrt Crashs erwartet: "Da muss man natürlich auch das Safety-Car mehr als üblich in seine Taktik einbeziehen", so Haug.
Für besonders gefährlich hält der 55-Jährige die Strecke allerdings nicht. "Es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man horizontale oder vertikale Auslaufzonen aus Beton hat", so Haug, "aber ich erwarte, dass der neue Kurs "State of the Art" bietet, was die Sicherheitsvorkehrungen betrifft. Es wird keine Harakiri-Strecke sein."
Solange die Boliden innerhalb der Betonrinne in einem flachen Winkel aufschlagen, seien die hohen Geschwindigkeiten nach Einschätzung von Haug handhabbar. Problematisch könnte es höchstens werden, wenn Piloten mit ihren Rennern nach einem Crash ins Trudeln geraten und unglücklich einschlagen.



