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Hausaufgaben für Formel 1-Piloten

"Alles neu auswendig lernen"

Nico Rosberg - Cockpit - Lenkrad - 2014 Foto: Wilhelm 18 Bilder

Auf die Formel 1-Piloten kommt viel Arbeit zu. Fast alle saßen in den letzten Tagen im Simulator. Um zu üben, wie man ohne Instruktionen von der Box fährt. Nico Rosberg kommt zu der Erkenntnis: "Wir müssen die Befehle jetzt alle neu auswendig lernen."

17.09.2014 Michael Schmidt

Nico Rosberg fliegt normalerweise nicht von London-Heathrow aus zu den GP-Destinationen. Doch diesmal checkte der WM-Spitzenreiter auf dem Flug BA11 von London nach Singapur ein. Er kam frisch aus dem Simulator von Mercedes in Brackley. "Ich habe dort einen Tag geübt, wie man ohne Instruktionen fährt." Als Rennstrecke war der neue Kurs von Sochi einprogrammiert.

Für Rosberg und seine Kollegen ist es eine neue Welt. Sie dürfen ab dem GP Singapur nicht mehr von ihren Ingenieuren ferngesteuert werden. Daniel Ricciardo, der ebenfalls vom Simulator-Fahren bei Red Bull kam, lachte sich kaputt: "Wir werden alle falsch abbiegen und in der Mauer landen." Dabei hat der Australier nichts zu lachen. Das Lenkrad von Red Bull verfügt über kein Display. Ricciardo und Vettel können deshalb auch keine Informationen am Lenkrad ablesen. "Das ist echt hart", fühlt Rosberg mit.

Auch keine Instruktionen über das Display

Der vierfache Saisonsieger weiß, was auf ihn zukommt. "Wir müssen jetzt alle Prozeduren auswendig lernen. Die Motoreinstellungen ändern sich je nach Situatuon. Früher hat dir der Ingenieur zugerufen, welche Schalter du in welche Position legen musst."

Die FIA ist streng. Sie erlaubt auch keine Bedienungsanleitung auf dem Lenkrad. Wer das Display so programmiert, dass es je nach Bedarf Instruktionen an den Fahrer gibt, wird genauso bestraft, als hätte er das Kommando über Funk gegeben. "Du hast beim Fahren sowieso keine Zeit, am Bildschirm rumzuscrollen und im Detail zu lesen, was du machen sollst", winkt Rosberg ab.

Visuelle Informationen über den Spritverbrauch, den Zustand der Bremsen oder der Reifen sind jedoch erlaubt. Für Rosberg eine Umstellung. "Bis jetzt hat mir der Ingenieur runtergebetet, wie ich mit dem Spritverbrauch liege. Jetzt muss ich es ablesen."

Rosberg sieht einen Vorteil für sich

Wer glaubt, dass die neue Regel die Instinktfahrer bevorzugt, die schon bislang wenig Konversation mit ihrer Box geführt haben, kann sich täuschen. Nico Rosberg glaubt, dass die neue FIA-Richtlinie für Fahrer wie ihn besser ist: "Weil ich mich schon vorher versucht habe reinzudenken. Ich weiß, warum ich was gemacht habe. Deshalb tue ich mich auch beim Lernen leichter als einer, der nur automatisch das gemacht hat, was ihm die Box sagt."

So sieht das auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting: "Die guten Fahrer werden davon profitieren." Also jene, die beim Fahren am Limit noch genügend Kapazität im Kopf frei haben, das von allein umzusetzen, was ihnen bislang eingeflüstert wurde. Die neue Auslegung von Paragraf 20.1. des Sportgesetzes könnte übrigens ein Vorläufer dafür sein, die Telemetrie zu verbieten. Doch das ist Zukunftsmusik. 2015 dürfen die Teams ihr liebstes Spielzeug noch behalten.

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