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Heckflügel illegal

Beide Sauber in Melbourne disqualifiziert

Sergio Perez Foto: xpb 46 Bilder

Nach dem Rennen herrschte bei Sauber zunächst gute Stimmung. Doch dann kam der Schock: Nach der FIA-Inspektion wurden beide Autos disqualifiziert. Die Kommissare bemängelten einen illegalen Heckflügel.

27.03.2011 Tobias Grüner

Zweieinhalb Stunden konnte sich Sauber über einen Traumstart in die Saison freuen. Sergio Perez und Kamui Kobayashi gingen auf Platz sieben und acht über die Ziellinie. Doch dann kam die FIA als Spielverderber und nahm dem Schweizer Team die Punkte wieder weg. Wegen "technischen Verstößen" wurden beide Autos aus der Wertung genommen.

Konstruktionsfehler kostet Sauber zehn Punkte

Die Untersuchung im Parc Fermé hatte ergeben, dass das obere Element des Heckflügels nicht den Regeln entspricht. Ein Vergleich mit der Schablone ergab, dass der Radius des Flaps zu klein war. In diesem Jahr müssen alle Teile einen Biegung von mindestns 100 Millimeter aufweisen. Bei Sauber waren es nur 95. Ein Konstruktionsfehler der Ingenieure. Die Schlamperei kostete das Team zehn Punkte.

Doch in Hinwil will man das Ergebnis der technischen Prüfung offenbar nicht akzeptieren. Die Teamführung überlegt, Protest einzulegen. Um die Fristen einzuhalten, wurden noch am Sonntagabend bei der FIA die notwendige Absichtserklärung für den Einspruch hinterlegt. Damit hat sich das Team Zeit verschafft, um zu entscheiden, ob man wirklich in Berufung gehen will.

"Schlimmer als zum Heulen"

"Das ist ein sehr überraschendes und enttäuschendes Ergebnis", kommentierte Technikchef James Key die Disqualifikation. Der Ingenieur sieht allerdings noch Klärungsbedarf bei der Regelauslegung. "Es scheint, als gibt es eine Frage über die Oberfläche des oberen Flügelelements. Dieser Bereich ist nicht die Arbeitsfläche des Heckflügels und deshalb ziemlich unwichtig für seine Funktion. Mit Sicherheit hat das zu keinem Vorteil in puncto Leistung geführt. Wir untersuchen das Design der Teile, um die Situation besser zu verstehen und wir haben vor, die Entscheidung der Stewards anzufechten."

"Es ist schlimmer als zum Heulen", klagte Peter Sauber, nachdem ihn die Nachricht von der Disqualifikation erreichte. Zuvor hatte der Teambesitzer noch über das Ergebnis gejubelt. Vor allem die Leistung von Perez, der mit einem ungewöhnlichen Einstopp-Rennen nach vorne kam, beeindruckte das Formel 1-Urgestein.

Sauber überrascht von Perez Leistung

"Wir haben nie im Leben mit einer Einstopp-Strategie geplant", gab Sauber zu. "Wir haben auf die weichen Reifen gewechselt und mit 15 bis 20 Runden gerechnet. Die Ingenieure haben immer nach einem Fenster gesucht, wann es am besten zu stoppen ist. Doch die Rundenzeiten blieben immer gleich. Im Gegenteil: Er ist sogar noch schneller geworden."

Erwartet hatte Sauber die Leistung von seinem Neuzugang nicht. "Der Fahrer ist überraschend gut. Ich hatte schon nach Barcelona ein gutes Gefühl bei ihm. Das hat sich hier bestätigt." Teammanager Peter Zehnder fügte grinsend an: "Nicht schlecht für einen Paydriver, oder?"

Peter Sauber kündigte zunächst an, dass er einen Tequila auf seinen Mexikaner trinken werde. "Obwohl ich normalerweise keinen Schnaps mag." Jetzt wird er vielleicht sogar zwei trinken müssen, um die Enttäuschung zu verdauen.

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