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Heidfeld

"Chance auf den Titel besteht"

Foto: Daniel Reinhard 47 Bilder

Nick Heidfeld ist trotz seiner kleinen Formkrise der bestplatzierte Deutsche in der Formel 1. Im Interview spricht der Mönchengladbacher über die Siegpremiere seines Teams in Montreal, seine Rolle bei den Weiß-Blauen und die WM-Chancen des jungen Rennstalls.

20.06.2008

Welche Bedeutung hat der erste Sieg für das Team und den weiteren Saisonverlauf?
Heidfeld: Er ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Teams. Wir haben den ersten Sieg als Saisonziel ausgegeben und im siebten Rennen einen Haken daran gemacht. Es ist verblüffend, wie bei uns alles nach Fahrplan funktioniert. Wir sind ja nicht das erste neue Team, das mit mehrjähriger Planung an den Start ging. Meistens geht das schief. Bei uns bisher nicht.

Wie ist die Stimmung im Team, nachdem das Ziel erster Sieg nun erreicht ist?
Heidfeld: Nach der Zieldurchfahrt in Kanada waren alle absolut überwältigt. Wenn sich gestandene Männer vor Freude weinend in den Armen liegen, dann ist das schon sehr bewegend. Für den Abend wurde spontan eine Party organisiert, die Stimmung war natürlich super. Aber es ist typisch für unser Team, dass ein paar Stunden später schon wieder alle auf den nächsten Einsatz fokussiert sind, da ruht sich keiner auf dem Erfolg aus.

Wurmt es Sie, dass Ihr Teamkollege Robert Kubica und nicht Sie den ersten Sieg einfahren konnte?
Heidfeld: Natürlich hätte ich diese Rolle gern übernommen. Es gab ja auch eine gute Chance dazu. Ich lag, ohne nochmals stoppen zu müssen, auf Position eins. Allerdings mit einem extrem schweren Auto. Ich wusste, dass ich einen für die weichen Reifen langen Stint von 41 Runden zu fahren hatte und dass aufgrund des hohen Spritgewichts auch die Bremsen an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen könnten. Ich konnte Autos hinter mir halten, aber meinen Platz gegen Robert zu verteidigen, wäre riskant gewesen. So galt es, im Sinne des Teams zu handeln.

Hat sich Ihre Position im Team durch den Erfolg von Kubica verändert?
Heidfeld: Durch diesen Erfolg an sich hat sich nichts verändert. Bei uns gab und gibt es keinen Nummer-Eins- oder Nummer-Zwei-Status. Robert ist schon vor diesem Rennen eine starke Saison gefahren. Aber es zahlt sich aus, zwei starke Fahrer im Team zu haben, wenn einer Schwierigkeiten hat. Im vergangenen Jahr war es Robert, der einige Probleme hatte, so ergeht es mir in diesem Jahr. Da ist es wichtig, intensiv mit den Ingenieuren zu arbeiten und auch, dass der Teamkollege hohe Referenzwerte vorlegt.

Sehen Sie nach Ihrem zweiten Platz von Montreal Ihre ja auch von Ihnen selbst eingeräumte Krise beendet?
Heidfeld: Jein. In den Rennen davor war ich ja auch meist gut unterwegs. Meine Schwierigkeit liegt momentan darin, das Auto im Qualifying weit genug nach vorne zu stellen. Im Rennen bin ich in Kanada hinter Kimi die zweitschnellste Runde gefahren, dementsprechend ist der Rennspeed nach wie vor sehr gut.

Welche Chancen rechnen Sie sich für Magny Cours und den Rest der Saison aus?
Heidfeld: Es ist schwierig, dies vorherzusagen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Jahr noch einige tolle Rennen haben werden.

Besteht schon in dieser Saison für BMW-Sauber die Chance auf den WM-Titel in der Fahrer- und/oder Konstrukteurswertung?
Heidfeld: Natürlich besteht diese Chance. Man darf aber bei aller Euphorie nicht übersehen, dass der BMW Sauber F1.08 derzeit nicht das schnellste Auto im Feld ist und muss realistisch bleiben. Wir haben unsere hochgesteckten Ziele bisher immer erreicht, auch in diesem Jahr. Allein das ist in meinen Augen schon ein riesiger Erfolg. Momentan ist die Devise: Wir müssen da sein, wenn die anderen Fehler machen.

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