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Heidfeld hofft wieder auf Williams-BMW-Cockpit

Foto: dpa

Nick Heidfeld kann sich berechtigte Hoffnungen auf den plötzlich wieder freien Platz bei Williams-BMW machen. Mit den Worten „er steht auf der Liste“, bestätigte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen in Sao Paulo, dass der Formel-1-Fahrer aus Mönchengladbach zu den Kandidaten bei dem britisch-bayerischen Top-Team gehört.

23.10.2004

Allerdings muss sich „Quick Nick“ im Wettrennen um das letzte lukrative Cockpit gegen zwei starke Konkurrenten durchsetzen: Williams-Testpilot Antonio Pizzonia und der 13-malige Grand-Prix-Sieger David Coulthard rechnen sich ebenfalls gute Chancen aus.

„Ich schöpfe neue Hoffnung“, sagt Heidfeld, dem wegen der ungewissen Zukunft des Hinterbänkler-Teams Jordan das Ende seiner Grand-Prix-Karriere drohte. Nachdem das Schiedsgericht CRB im Rechtsstreit um Jenson Button entschieden hat, dass der Brite nicht wie geplant zu Williams-BMW wechseln darf, sondern 2005 weiterhin für BAR-Honda fahren muss, winkt Heidfeld überraschend der Aufstieg. Im Gegensatz zum Sommer, als Teamchef Eddie Jordan mit überzogenen Forderungen einen Test des Talents bei den Weiß-Blauen verhindert hatte, steht einer Probefahrt Ende November nichts mehr entgegen. „Der Test ist noch nicht fix“, sagt Heidfeld zwar, aber angesichtsdes Interesses von Williams-BMW spricht alles dafür, dass er dieses Mal bei dem Ausscheidungskampf sein Können beweisen darf.

Coulthard und Pizzonia als Konkurrenten

Coulthard indes glaubt, seine Qualitäten schon genügend bewiesen zu haben und stuft sich als beste Lösung für seinen früheren Arbeitgeber ein. „Ich werde alles tun, um sie davon zu überzeugen, dass ich der Beste der verfügbaren Fahrer bin“, sagte er. Der Schotte bestritt seine ersten beiden Formel-1-Jahre für Williams und hinterließ dort als WM-Dritter mit einem Sieg 1995 vor seinem Wechsel zu McLaren-Mercedes einen guten Eindruck. Bei den Silbernen inzwischen ausgemustert, hofft Coulthard auf ein Comeback bei Williams. „Meine Referenzen sind besser als die der anderen“, warb er für sich. Er habe Rennen gewonnen, Pole-Positionen geholt, verfüge über viel Erfahrung bei der Abstimmung des Autos und sei für Sponsoren interessant.

Heidfeld sieht als großen Pluspunkt, dass er ganz einfach sehr schnell ist. Dies sei „das A und O. Zudem bin ich noch jung, verfüge aber über viel Erfahrung, mache wenig Fehler und arbeite gut mit dem Team zusammen.“

Für Pizzonia spricht, dass er bei seinen vier Einsätzen im Sommer als Ersatz des verletzten Ralf Schumacher drei Mal Punkte holte. Zudem kennt der Brasilianer, der 2002 bei Williams-BMW als Testpilot einstieg, das Team aus dem Eff-Eff. „Ich hoffe, dass ich das Cockpit bekomme“, sagt er. Gegen den 24-Jährigen spricht, dass er im Vorjahr bei Jaguar nach zehn Rennen entlassen wurde, weil er gegen Mark Webber chancenlos war. Der Australier wäre 2005 bei Williams-BMW wieder sein Teamkollege.

Einige Experten sehen Pizzonia als aussichtsreichsten Kandidaten, darunter Ralf Schumacher. „Antonio wäre die beste Wahl. Er hat einen guten Job gemacht“, meinte der zu Toyota wechselnde Rheinländer. Heidfeld bedauerte, dass Schumacher nicht ihn als seinen Nachfolger empfahl: „Schade. Es wäre schöner gewesen, Ralf hätte gesagt, Nick ist die beste Wahl.“

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