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Heidfeld, Vettel & Co. - die Deutschen in Bahrain

Deutsches Quintett mit großen Erwartungen

Sebastian Vettel Foto: dpa 46 Bilder

Bevor die Formel 1 in dieser Saison erstmals nach Europa kommt, wollen die deutschen Piloten in Bahrain noch einmal das Maximale rausholen. Dabei wurden die Ziele individuell sehr unterschiedlich gesteckt.

23.04.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel ist nach seinem Sieg in Shanghai wieder auf dem Boden der Realität gelandet: "Es gab ja nicht viel Zeit zum Feiern. Montag ging der Flieger, Dienstag und Mittwoch habe ich mich hier in Bahrain etwas ausgeruht und trainiert. Viel mehr als Sand gibt es hier ja nicht." Der zweite Grand Prix-Sieg hat den Erfolgshunger des 21-jährigen Heppenheimers nicht gestillt. "Man macht da irgendwann einen Haken dran. Nun arbeiten wir hart daran, das zu wiederholen."

In Bahrain sieht sich Vettel mit seinem Red Bull-Team im großen Feld hinter Brawn GP: "Vielleicht hat uns Shanghai etwas besser gelegen. Realistisch ist Brawn GP immer noch einen Schritt voraus. Wieviel Luft die noch nach oben haben, wissen sie wohl nur selbst." Mit Toyota und Williams liege man dahinter aber sehr nah beieinander. Abfinden will sich der ehrgeizige Youngster mit Rang zwei aber nicht: "Natürlich haben wir wie immer den Sieg als Ziel. Wer nicht so denkt, der bleibt am besten zuhause."

Timo Glock:

Timo Glock hat bis jetzt in jedem der drei Rennen gepunktet. Doch das ist dem Toyota-Piloten nicht genug: "Ich will jetzt mal die großen Punkte, nicht immer nur die kleinen Zähler." Glock wundert sich immer noch, wie sich das Auto seit den Testfahrten im Winter verändert hat. "Da waren wir egal bei welchen Bedingungen schnell. Jetzt benimmt sich das Auto jeden Tag anders."

Der WM-Vierte zählt zu den sechs Piloten, die im Februar schon in Bahrain getestet haben. "In einem ersten Schritt müssen wir checken, wie sich die Bedingungen im Vergleich zum Test geändert haben", umschreibt Glock sein Programm. Möglicherweise ist es mit dem Platz an der Sonne für Toyota bald vorbei. Deshalb ist es wichtig, in Bahrain den Diffusor-Vorteil noch einmal voll zu nutzen. "In Barcelona werden viele andere Teams mit Aerodynamikentwicklungen und Doppel-Diffusoren kommen. Da wird es härter, unsere Position zu verteidigen."

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld muss sich mit der Tatsache abfinden, dass BMW sein Saisonziel vorerst verfehlt hat. "Das ist natürlich ärgerlich, denn wir sind mit großen Erwartungen in diese Saison gestartet", gibt der Mönchengladbacher zu. "Ich bin aber lange genug in diesem Sport um zu wissen, dass man hier nie zu 100 Prozent von etwas überzeugt sein darf." Das Wichtigste in der augenblicklichen Lage sei jetzt: "Ruhe bewahren". Heidfeld stuft BMW derzeit hinter Brawn GP, Red Bull, Toyota und vielleicht sogar Williams ein. "Dahinter beginnt es eng zu werden. Da können eineinhalb Zehntel rauf oder runter bedeuten, dass du am Ende oder an der Spitze dieses Pakets stehst."

Deshalb sei es so wichtig, das Auto optimal abzustimmen. Und das ist mit KERS an Bord manchmal diffizil. Trotzdem rechnet sich Heidfeld in Bahrain Vorteile mit dem System aus. "Die ersten Rennen haben gezeigt, dass KERS je nach Strecke mal mehr, mal weniger Sinn macht. Wir lernen da ständig dazu. Unsere Testfahrten in Bahrain im Februar lassen uns glauben, dass es sich auf dieser Strecke lohnt." Mit Blickrichtung Titeljagd kann Heidfeld nur hoffen, dass die für Barcelona angekündigten Modifikationen einen großen Schritt nach vorne bedeuten. "Mit zwei, drei Zehntel ist es nicht getan, um Brawn GP und Red Bull einzuholen. Dazu kommt, dass in Barcelona jeder mit neuen technischen Teilen ankommt."

Nico Rosberg:

Nico Rosberg ist froh, endlich Shanghai verlassen zu haben: "Da haben wir die Reifen leider nicht so gut zum Arbeiten gebracht. Das war von der Strecke her eine Ausnahme." In Bahrain hofft der Williams-Pilot wieder auf einen Spitzenplatz. Im Kräfteverhältnis sieht sich der Deutsche momentan zusammen mit Red Bull auf Rang drei. "Brawn GP ist ganz vorne einsame Spitze. Aber auch Toyota schätze ich noch stärker ein als uns."

Rosberg glaubt nicht, dass Sebastian Vettel noch einmal so auftrumpfen kann wie in Shanghai: "Red Bull sah dort besser aus, als sie eigentlich sind. Ich glaube nicht, dass sie das noch einmal wiederholen können." Mit dem eigenen Auto ist Rosberg nach wie vor zufrieden, auch wenn das Team das Potenzial noch nicht in Punkte ummünzen konnte: "Aber es wäre noch frustrierender, wenn das Auto schlecht wäre", so Rosberg. Der Grund für den Aufschwung in diesem Jahr liegt nach Ansicht Rosbergs nicht nur am Auto: "Ich glaube, ich habe mich auch steigern können."

Adrian Sutil:

Adrian Sutil hat das bittere Ende des Shanghai-Rennens abgehakt und blickt optimistisch in die Zukunft. Seinen Unfall hat er mittlerweile analysiert. "Ich habe es mir noch einmal im Fernsehen angeschaut. Der Einschlag hat sich aber noch heftiger angefühlt als es ausgesehen hat." Körperliche Folgen hat der Unfall in der rund 200 km/h-schnellen Kurve allerdings nicht. "Ich konnte mich ja im Auto auf den Einschlag vorbereiten."

In Bahrain will Force India endlich einen Sprung nach vorne machen. Dabei soll vor allem der neue Doppeldiffusor helfen, den das indische Team erstmals präsentiert: "Der Diffusor ist da und er ist am Auto", freut sich Sutil. "Ich hoffe schon, dass wir damit drei bis vier Zehntel schneller sind." Wie sich der Zeitgewinn in Plätzen niederschlagen könnte, wollte der 26-Jährige noch nicht sagen: "Ziel ist es, den Abstand auf den Rest des Feldes zu verringern." Dabei hat Sutil keinen speziellen Gegner im Auge: "Theoretisch sind alle anderen Teams noch schneller als wir. Aber wenn einer von denen ein Problem hat, müssen wir zur Stelle sein."

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