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Heidfeld, Vettel & Co. - die Deutschen in Melbourne

Nur Vettel ist wirklich zufrieden

Button & Vettel Foto: dpa 39 Bilder

Mit gleich drei Deutschen unter den ersten sechs schien das Qualifying in Melbourne zunächst ein voller Erfolg. Doch nur bei Red Bull-Pilot Sebastian Vettel kam richtige Euphorie auf.

28.03.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel: Unerwartet in die zweite Reihe
 
Der Red Bull-Pilot war als Dritter bester Deutscher in der Qualifikation. Damit überraschte sich Vettel selbst. "Nach den wenigen Runden in den freien Trainingssitzungen konnten wir nicht damit rechnen." Ein Hydraulikschaden, ein Dreher und eine gebrochene Radmutter reduzierten Vettels Trainingsprogramm auf 35 Runden. Die vielen Defekte wunderten den Trainingsdritten. "Bei den Testfahrten war die Standfestigkeit gut." Der Red Bull-Pilot geht optimistisch in den Saisonauftakt: "Ein Podestplatz ist möglich. Das wäre ein toller Start in diese Saison."

Nick Heidfeld: Zu viel Untersteuern

Die Saison begann mit einer Trainingsniederlage gegen Robert Kubica und einem unrerwarteten elften Platz. Heidfeld haderte mit dem letzten Versuch: "Bis zur letzten Runde lief alles nach Plan. Dann habe ich im letzten Streckensektor Zeit liegen lassen. In der letzten Kurve hatte ich zuviel Übersteuern." An einen echten Startvorteil dank KERS glaubt Heidfeld nicht: "Der Weg in die erste Kurve ist zu kurz."
 
Thema ist natürlich auch im BMW-Camp der Super-Diffusor der überlegenen Brawn GP. "Der Brawn ist sicher ein gutes Auto, aber der Unterboden ist ein ganz entscheidendes Teil, denn er ist in das gesamte Fahrzeugkonzept eingebettet. Wenn der Unterboden verboten werden sollte und der Brawn dann eine halbe Sekunde verliert, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus." Deshalb sieht er das Saisonziel WM-Titel noch nicht in Gefahr. "Entweder der Diffusor wird verboten, oder wir werden nachrüsten."

Timo Glock: Unzufrieden mit sich selbst
 
Schon vor der Disqualifikation hatte Toyota-Pilot Timo Glock Grund zur Klage. Er war zunächst zwar zufrieden mit der Gesamtsituation, aber unzufrieden mit sich selbst. "Theoretisch wäre das Auto gut für den dritten Trainingsplatz gewesen. Leider habe ich in der entscheidenden Runde zweieinhalb Zehntel verloren. Ich hatte in Kurve neun und in der Zielkurve Zeit liegen lassen."
 
"Freitag morgen lief es super. Dann ging aus unerfindlichen Gründen die Balance verloren. Im ersten Samstagstraining haben wir ein paar Verbesserungen gefunden, aber es war immer noch nicht optimal. Umso besser lief es in den ersten zwei Qualifikationsrunden. Das Auto lag perfekt, wir waren bei der Musik. Als wir für den letzten Abschnitt der Qualifikation Benzin aufgefüllt haben, war das Auto wieder schwierig zu fahren." Das Trainingsergebnis sah Glock als Anlass, die Diffusorkritiker zu kritisieren. "Die, die sich am meisten über die Diffusoren beschwert haben, stehen jetzt mittendrin." Gemeint ist Red Bull.
 
Adrian Sutil: "Hatte etwas mehr Hoffnungen"
 
Nach den guten Ergebnissen in den Trainings war Adrian Sutil im Qualifying etwas enttäuscht über Rang 19: "Ich hatte schon etwas mehr erhofft. Wir haben noch viel Arbeit vor uns." Vor allem in der Aerodynamik steckt noch Entwicklungspotenzial. "Wir wussten schon vor der Saison, dass wir hier Probleme bekommen."

Auch das wichtige Duell gegen den Teamkollegen Fisichella ging verloren. Nach Auskunft von Sutil hatte der Italiener Glück, dass er auf der Zielgeraden den Windschatten ausnutzen konnte. "Das hat ihm die entscheidenden Zehntel gebracht." Im Rennen will sich der Force India-Pilot nun nicht zu viel erwarten. "Einfach über die Distanz kommen", lautet das Ziel.
 
An Überholmanöver mochte der Deutsche noch nicht denken. "Das hat sich meiner Meinung nach auch nicht stark verbessert. Ich verliere immer noch jede Menge Abtrieb im Luftstrom des Vordermannes." Den beweglichen Frontflügel, mit dem das Problem etwas gelindert werden könnte, hat Sutil noch nicht ausprobiert. Der Grund ist ganz einfach: "Bei uns kann man den Flügel gar nicht verstellen."
 
Nico Rosberg: "Unzufrieden mit Platz fünf"
 
Mit gemischten Gefühlen reagierte Nico Rosberg auf seinen fünften Platz im Qualifying: "Das Schöne ist, dass ich mit Platz fünf unzufrieden bin", erklärte der Wiesbadener. Nach drei Trainingsbestzeiten in Folge hatte sich Rosberg schon etwas mehr erhofft. "Wir wussten, dass wir immer mit etwas weniger Sprit unterwegs waren, aber trotzdem denkt man, da machen wir was draus."
 
Auch der geringe Abstand zu Robert Kubica und Sebastian Vettel trübte etwas die Stimmung: "Das ist immer schade, wenn man so knapp hinter den Vorderleuten bleibt." Trotzdem sieht sich Rosberg mit seinem Team als zweite Kraft hinter Brawn GP. "Diese Position teilen wir uns momentan mit Red Bull." Eine Begründung für die gute Form konnte der Blondschopf aber nicht liefern: "Das weiß kein Mensch, warum wir jetzt vor Ferrari in der Startaufstellung sind." Deshalb will Rosberg das Ergebnis auch nicht überbewerten. "Wir müssen vorsichtig sein. Melbourne ist auch eine spezielle Strecke."

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