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Heidfeld, Vettel & Co. - die Deutschen in Shanghai

Youngster Vettel überstrahlt alle

GP China 2009 Foto: dpa 25 Bilder

Die Pole Position von Sebastian Vettel hat die deutschen Fans an den TV-Geräten begeistert. Bei den anderen vier deutschen Piloten herrschte dagegen Enttäuschung über eher durchschnittliche Startpositionen.

18.04.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:
 
Die zweite Pole Position seiner Karriere und die erste für Red Bull sorgte im Team für großen Jubel. "Erwartet hatten wir das sicher nicht. Vor allem nach den Problemen im Training. Aber das hat man ja schon in Australien gesehen: Je weniger wir im Training fahren, desto besser sind wir im Qualifying." Direkt neben Vettel steht Fernando Alonso in der ersten Startreihe. "Ich bin froh, dass er kein KERS hat. In Malaysia hat man gesehen, dass es ein großer Vorteil im Zweikampf ist."
 
Die Leistung im Qualifying wird umso beeindruckender, wenn man die Umstände betrachtet. Ein Problem an der Antriebswelle besorgte das Team derart, dass Vettel in jedem Abschnitt nur einen Versuch zur Verfügung hatte: "Das war nicht einfach. Ich durfte keine Fehler machen. Wir haben nur gehofft, dass es klappt." Für das Rennen ist Vettel trotzdem etwas mulmig: "Wir haben bis jetzt noch keine Punkte. Ich hoffe, das Auto hält zusammen."

Nico Rosberg:

Der Tag begann für Nico Rosberg nicht gerade vielversprechend. Schon in der Installationsrunde des Abschlusstrainings setzte er seinen Williams in der Boxeneinfahrt ins Kiesbett. "Das war nicht gerade ein Glanzmoment", gab der Blondschopf zu. Für eine Simulation wollte Rosberg die Anfahrt zur Box möglichst schnell in Angriff nehmen, übertrieb es dabei aber ein wenig. Nach der Bestzeit im Training lief es dann im Qualifying eher durchschnittlich.

"Ich denke das Anwärmen der Reifen war heute das große Thema", analysiert Rosberg. Das schaffte die Konkurrenz etwas besser, was das eigentliche Leistungsverhältnis etwas verfälscht: "Red Bull ist nicht sieben Zehntel schneller als ich. Das liegt auch an der Strecke und den Verhältnissen." Nun hofft der Williams-Pilot auf einen guten Start wie schon in Malaysia. "Platz fünf wäre schon super", lautet die Zielformulierung.

Nick Heidfeld:

Nick Heidfeld blieb zum dritten Mal in Folge in der zweiten Qualifikationsrunde hängen. Der BMW-Pilot war von Startplatz elf enttäuscht: "Das war unser Maximum. Schneller ging es nicht. Komischerweise lieferten die weichen Reifen nicht den Grip, den wir uns von ihnen erwartet haben." Im Rückblick wäre es besser gewesen, wie Teamkollege Robert Kubica auf KERS zu verzichten. "Ohne KERS ist die Balance des Autos besser. Damit kannst du auch die Reifen besser nutzen." Ein Handikap der KERS-Liga sei, dass es wegen des zusätzlichen Parameters länger dauert, das Setup zu perfektionieren.

"Wir müssen in der Beziehung noch mehr lernen. Den Vorteil durch die Extraleistung auf den Geraden können wir simulieren. Was durch die schlechtere Balance anderswo verloren geht, lässt sich leider nicht in Daten fassen." Auf die Frage, warum er dann den Hybridantrieb nicht ausbauen ließ, meinte Heidfeld mürrisch: "Weil es nicht meine Entscheidung ist. Wenn die Ingenieure denken, dass ich mit KERS schneller bin, bleibt es im Auto." Den theoretischen Vorteil von KERS werde man wahrscheinlich erst später in der Saison in die Praxis umsetzen können. "Auch Ferrari und Renault geht es nicht besser. Im Moment bringt uns KERS noch nicht das, was wir uns alle davon erhofft hatten."

Timo Glock:

Timo Glock geht vom 19. Startplatz aus ins Rennen. Ein Getriebeschaden am Morgen wirft ihn fünf Positionen zurück. "Der Getriebdefekt kam aus heiterem Himmel. Als ich den fünften gang einlegen wollte, ging nichts mehr. Das Getriebe wollte zwei Gänge auf einmal einlegen." In der Qualifikation passierte das gleiche wie in Melbourne und Sepang. Das Auto zeigte sich launisch. Der Grip kann sich von einem Training zum anderen ändern, ohne das wir etwas am Auto ändern. Ich spüre dann schon in der ersten Kurve: Der Reifen hat Grip, oder es geht gar nichts."

Glock glaubt, dass man die Reifen noch zu wenig versteht. "Wir machen da irgendetwas falsch, wenn sie die Temperatur oder der Streckenzustand verändern. Leider können wir noch kein Muster erkennen." Völlig rätselhaft ist, dass dieses Phänomen bei Testfahrten nie aufgetreten war. "Da fuhren wir raus und waren bei allen Bedingungen schnell. Jetzt brauchen wir eine zu lange Anlaufzeit, um das Setup hinzukriegen. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Strecke bei Testfahrten weniger stark verändert als an einem GP-Wochenende."

Adrian Sutil:

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Adrian Sutil das Qualifying hinter sich gebracht. Auf der positiven Seite konnte der Force-India-Pilot seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella das erste Mal diese Saison schlagen. "Für die Statistik ist das ganz schön", sagte Sutil wenig begeistert. "Leider hatten wir kein Grip heute und die Runde war auch nicht ganz perfekt." Den 26-Jährigen wurmte es außerdem, dass der Abstand zum Rest des Feldes größer geworden ist.
 
Vor allem den Sprung von Toro Rosso sah der Deutsche nicht gerade mit Begeisterung: "Die fahren ja quasi mit dem gleichen Auto wie Red Bull. Und Vettel ist damit auf die Pole Position gefahren. Der geht einfach sehr gut hier." Etwas Hoffnung gibt die gute Leistung von Fernando Alonso, der zum ersten Mal den Doppeldiffusor präsentierte und auf Rang zwei steht. "In Bahrain haben wir auch einen Doppeldiffusor. Natürlich darf man kein Wunder erwarten, aber es macht schon etwas Mut."

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