Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Heidfeld zieht Bilanz

"Beim Doppeldiffusor Fehler gemacht"

Nick Heidfeld Foto: dpa 41 Bilder

Nick Heidfeld geht mit seinem Team am Ende des Jahres hart ins Gericht. Die Fehler wurden bereits vor dem Saisonstart gemacht. Weil man die Problematik des Doppeldiffusors unterschätzt hat. KERS war dagegen ein Handikap, das in seiner Tragweite nicht absehbar war.

01.11.2009 Michael Schmidt

Am Samstagabend gab BMW seine Abschiedsparty im Fahrerlager. Der ganze Zirkus war eingeladen, um nach zehn Jahren BMW in der Formel 1 Servus zu sagen. Zeit um Bilanz zu ziehen. Robert Kubica hatte es schon in Brasilien relativ kritisch getan. Der Pole bemängelte, dass man 2008 vorschnell den WM-Traum habe fallen lassen, dass man trotz der Konzentration auf die Saison 2009 nicht in der Lage war, ein konkurrenzfähiges Auto auf die Räder zu stellen, und dass die Weiterentwicklung auf der Rennstrecke bestenfalls die Hälfte dessen brachte, was der Windkanal versprach.

Falsche Entscheidungen zu Saisonbeginn

Nick Heidfeld ging differenzierter an seine Abrechnung nach vier Jahren mit BMW-Sauber. "Dass die Ergebnisse vom Windkanal nicht immer mit denen auf der Strecke übereinstimmen ist normal. Das hielt sich bei uns im Rahmen. Eine 1:1-Übersetzung habe ich in meiner langen Karriere noch nie erlebt."

Heidfeld bemängelt eher die Entscheidungen zu Saisonbeginn. Sie haben seiner Meinung nach zu der enttäuschenden Saison beigetragen. "Wir haben den Doppeldiffusor verschlafen. Gut, das haben bis auf Williams, Toyota und Brawn GP auch alle anderen Teams. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir schneller hätten reagieren können, nachdem die ersten Fotos vom Toyota im Umlauf waren."

Konkurrenz reagiert schneller

Selbst wenn im Team die Meinung vorherrschte, dass der doppelstöckige Unterboden nicht legal gewesen sein soll, wäre es ein Fehler gewesen, das Thema erst einmal auf die lange Bank zu schieben. "Die anderen haben schneller nachgerüstet als wir."

Das KERS-Abenteuer sieht der deutsche GP-Veteran als nicht kriegsentscheidend an. "Der Doppeldiffusor hat uns mehr geschadet. Bei KERS waren die Nachteile zunächst nicht eindeutig. Und McLaren und Ferrari sind damit schneller gefahren. Die Politik beim Diffusor kann ich nicht nachvollziehen." Beim Hybridantrieb war es eher umgekehrt: "Vielleicht haben wir zu lange damit gewartet, das Projekt aufzugeben."

Fahrer und Ingenieure haben früh realisiert, dass ihnen KERS zu viele Kompromisse aufbürdet, Kompromisse in bezug auf den Schwerpunkt, die Größe und die Platzierung der Komponenten, das Bremsen und die Nutzung der elektrischen Leistung. "Was bei den anderen ein Plus war, kam bei uns als Minus raus."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden