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Heikki Kovalainens verrückte 48 Stunden

"Ich wollte gar nicht nach Austin kommen"

Heikki Kovalainen - GP USA 2013 Foto: xpb 57 Bilder

Heikki Kovalainen saß 17 Rennen bei Caterham auf der Reservebank. Jetzt darf er die letzten zwei Rennen für Lotus fahren. Der Weg dorthin dauerte 48 Stunden. Er begann in der Schweiz und endete in Austin. Ursprünglich wollte der Finne nur nach Brasilien fliegen.

14.11.2013 Michael Schmidt

Es war Dienstagabend um 18 Uhr, als der entscheidende Anruf kam. Heikki Kovalainen kam gerade vom Lauftraining in seiner Wahlheimat Schweiz. "Eric Boullier war in der Leitung und fragte, ob ich interessiert sei, für Lotus zu fahren." Natürlich war Kovalainen interessiert.

Doch erst musste er sich die Freigabe von Caterham holen, für die er in diesem Jahr in einigen Freitagstrainings den Entwicklungsfahrer spielte. Am Mittwoch flog Kimi Räikkönens Ersatz nach England. "Ich habe fast den ganzen Tag in der Fabrik in Enstone verbracht. Zuerst Sitzprobe, dann Simulator."

Die meisten Gesichter waren ihm vertraut. Der 32-jährige Finne fuhr 2007 für den Rennstall, der früher einmal Benetton und Renault hieß. Am Mittwochabend flog Kovalainen nach New York, verbrachte dort eine Nacht am Flughafen und traf gegen Mittag in Austin ein.

Die FIA-Pressekonferenz verpasste er um eine Stunde. Dann verrät er: "Ich wollte eigentlich gar nicht nach Austin kommen. Caterham setzt hier Alexander Rossi am Freitag ins Auto. Ich stand erst in Brasilien wieder auf dem Plan."

Keine Tipps von Kimi für Kovalainen

Kovalainen weiß, worauf er sich einlässt. Mit 112 GP-Starts für Renault, McLaren und Caterham ist der Blondschopf ein alter Hase. "Für mich ist es nicht die einmalige Chance, mich zu beweisen. Ich weiß, was ich kann. Ich will dem Team maximal helfen und so schnell und so nah wie möglich an meine 100 Prozent kommen."

Der Auftrag ist klar: Zusammen mit Romain Grosjean genügend Punkte zu sammeln, um Ferrari vielleicht noch von Platz 3 in der Konstrukteurs-Wertung zu verdrängen. "Die Aufgabe ist nicht einfach", gibt der neue Lotus-Pilot zu. "Ich werde nicht mehr Runden am Freitag fahren als die anderen, weil die Reifen beschränkt sind. Deshalb muss ich aus jeder Runde das Maximum für mich herausholen."

Tipps von Räikkönen gab es nicht. "Ich habe mit Kimi nicht gesprochen, seit mir der Sitz angeboten wurde. Vielleicht liegt er schon auf dem Operationstisch. Ich hatte überhaupt wenig Zeit mit Leuten zu sprechen. Seit zwei Tagen sitze ich entweder im Flugzeug oder war in der Fabrik. Ich will mich aber nicht beklagen. Ich hatte so viele faule Vormittage in diesem Jahr, dass ich für ein paar Tage gerne früher aufstehe."

Ohne Caterham-Training kein Lotus-Cockpit für Kovalainen

Kovalainen macht keinen Hehl daraus, dass es sich gelohnt hat, in diesem Jahr für Caterham wenigstens an einigen Freitagstrainings teilgenommen zu haben. "Hätte ich in diesem Jahr keine Kilometer gemacht, hätten sie mich nicht genommen. Als ich mich in Barcelona zum ersten Mal in den diesjährigen Caterham gesetzt habe, war der mir relativ schnell vertraut. Ich hoffe, dass es mir mit dem Lotus ähnlich geht. Für mich ist wichtig, dass ich wieder Rennen fahren kann. Es war nicht meine Entscheidung, die Formel 1 zu verlassen. Die Umstände haben dazu geführt."

Bei Caterham kämpfte der Sieger des GP Ungarn 2008 in den Jahren 2011 und 2012 notgedrungen am Ende des Feldes. Mit Lotus muss er sich weiter vorne orientieren. Das weckt Erinnerungen an seine beiden McLaren-Jahre. "Ehrlich gesagt, war ich bei McLaren nervöser als jetzt. Ich freue mich einfach drauf, mal wieder in einem richtig guten Rennauto zu sitzen."

Dann verät Kovalainen, dass er 2014 wahrscheinlich wieder ein Stammpilot sein wird. Nicht bei Lotus. "Mit denen habe ich nicht über 2014 gesprochen. Meine einzige Option ist Caterham. Wir sind sehr nahe an dem Punkt, uns zu einigen."

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