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Formel 1-Pilot Heikki Kovalainen im Interview

Von einem Technik-Problem ins nächste

Hekki Kovalainen Foto: xpb 57 Bilder

Heikki Kovalainen wechselte vom Spitzenteam McLaren zu Neuling Lotus. Im Interview mit auto-motor-und-sport.de spricht er über die Schwierigkeiten bei einem kleinen Team, die Gerüchte über einen Wechsel zu Renault und seine Rallye-Leidenschaft.

22.07.2010 Tobias Grüner

Die Hälfte der Saison ist vorbei. Wenn Sie Ihre Zeit bei Lotus mit der bei McLaren vergleichen, was ist der größte Unterschied?
Heikki Kovalainen: Die Arbeit mit dem Team am Wochenende unterscheidet sich kaum. Die Meetings, der Einsatz der Autos und die Vorbereitung laufen recht ähnlich. Aber natürlich ist unser Team kleiner und wir sind noch nicht so etabliert. Deshalb müssen wir noch Vieles verbessern und das Auto schneller machen. Das Team ist professionell und wir nehmen an jeder Session ohne größere Probleme teil.

Sie sind also zufrieden? Oder haben Sie mehr Probleme erwartet?
Kovalainen: Es ist besser gelaufen, als ich dachte. Ich hatten wirklich mehr Probleme erwartet. Die Zuverlässigkeit ist noch nicht fantastisch. Aber meistens war es das Hydraulik-System. Und da war es der Zulieferer und nicht das Team, das dafür verantwortlich ist. Das Team macht einen guten Job.
 
Haben Sie das Hydraulik-System nun geändert?
Kovalainen: Es gibt immer noch mögliche Probleme. Aber während der Saison ist es schwierig, etwas zu ändern.
 
Aber Sie haben das Problem gefunden?
Kovalainen: Nein, das Problem ist, dass es ständig ein neues gibt. Wenn du das eine gelöst hast, kommt schon das nächste. Das Team versucht das natürlich zu verhindern. Aber in Silverstone hatte Jarno zum Beispiel jeden Tag ein neues System und es ist an verschiedenen Stellen kaputt gegangen. Es ist sehr schwierig vorherzusagen, was als nächstes kaputt geht. Es ist einfach ein schwaches System. Nächstes Jahr müssen wir dafür sorgen, ein 100 Prozent zuverlässiges zu haben.
 
Viele sind überrascht, dass Sie Jarno im Qualifying so gut im Griff haben. Hat Sie das überrascht?
Kovalainen: Nein, nicht wirklich. Ich wusste immer, dass ich mit dem Auto gut zurecht komme und schnell bin. Sogar letztes Jahr hatte ich gute Rennen und gute Qualifyings, was ich aber nicht unbedingt gezeigt habe. Aber ich bin ziemlich zufrieden mit meiner Leistung in diesem Jahr. Die Performance im Qualifying war gut, aber das Beste ist, dass die Performance im Rennen auch passt. Ich hatte in den letzten zwei Jahren ziemlich oft Probleme mit den Reifen. Ich habe sie zu hart ran genommen und hatte im letzten Stint damit zu kämpfen. Im Qualifying war ich immer schnell, aber bei den Longruns hatte ich immer Probleme mit den Reifen. Ich habe das geändert und daran gearbeitet. Nun geht es besser.
 
Haben Sie Ihren Fahrstil geändert?
Kovalainen: Ein bisschen. Ich stimme das Auto nun anders ab, um die Hinterachse zu schonen.  Mit diesem Setup fährt es sich anders. Da habe ich Kompromisse gemacht und nun funktioniert es besser.
 
Ist es nicht frustrierend, dass die Allgemeinheit so etwas nicht wahrnimmt, weil Sie hinten fahren?
Kovalainen: Das stört mich nicht. Ich bin zufrieden, wenn ich weiß, dass ich gut war und das Team das auch weiß. Wenn ich nicht gut war, versuche im mich anzuspornen und am nächsten Tag besser zu sein. Es ist eben wie es ist. Du brauchst einfach das Vertrauen in das Team und deine eigenen Fähigkeiten, egal was die anderen sagen.
 
Es gibt Gerüchte, die Sie nächstes Jahr mit Renault in Verbindung bringen. Haben Sie einen Vertrag mit Lotus?
Kovalainen: Ich kann momentan nicht über die Vertragssituation sprechen. Aber natürlich ist es schön, solche Gerüchte zu hören. Ich konzentriere mich auf Lotus und dieses Wochenende.
 
Letztes Jahr haben Sie uns am Nürburgring gesagt, dass im nächsten Vertrag, den Sie unterschreiben, auch die Möglichkeit vorhanden sein muss, Rallyes zu fahren. Jetzt haben Sie ein neues Team und einen neuen Vertrag, aber wir haben Sie noch bei keiner Rallye gesehen.
Kovalainen: Ich darf das schon. In meinem Vertrag habe ich verschiedene Dinge, die mir erlaubt sind. Aber momentan ist hier zu viel los. Eine Rallye zu fahren, ohne zu testen wäre nicht gut. Ich will es richtig machen. Schauen wir mal.
 
Aber es ist immer noch ein Traum?
Kovalainen: Ja, ganz klar. Ich plane gegen Ende der Saison mal zu testen. Irgendwo, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen. Aber momentan bin ich mit der Formel 1 sehr beschäftigt. Es gibt viel Arbeit hier bei Lotus, deshalb bekommt das meine volle Aufmerksamkeit.
 
Verfolgen Sie die Karriere von Kimi Räikkönen?
Kovalainen: Ja. Ich denke er ist gut. Er hatte zwar einen schwierigen Start in die Saison, aber er zeigt Potenzial. Er war sehr schnell in manchen Etappen. Ich denke die Aufschriebe sind das schwierige. Du kennst dich auf der Strecke nicht aus und musst die Aufschriebe lernen. Ich denke, er verbessert sich. Auch wenn er ein paar Unfälle hatte, ist es ein gutes Zeichen, dass er dran bleibt. Besser schnell fahren und ein paar Mal crashen als langsam fahren.

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