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Heimspiel Nürburgring

Die Chancen der sechs deutschen Piloten

Deutsche Piloten - Nürburgring - GP Deutschland - 21. Juli 2011 Foto: dpa 51 Bilder

Sechs deutsche Fahrer stehen am Nürburgring in den Startlöchern. Mit unterschiedlichen Hoffnungen und Chancen. Wir beleuchten, was man von Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Adrian Sutil und Timo Glock erwarten kann.

21.07.2011 Michael Schmidt

Sechs deutsche Fahrer am Start: Das ist einer mehr als beim letzten Grand Prix auf dem Nürburgring vor zwei Jahren. Die Hoffnungen der deutschen Truppe reichen vom Sieg bis zum Ankommen. Echte Chancen auf den obersten Podiumsplatz hat nur Sebastian Vettel.

Michael Schumacher, Nico Rosberg, Nick Heidfeld und Adrian Sutil sind Kandidaten für die Punkteränge. Nur ein Chaosrennen kann sie auf das Podest spülen. Das soll in der Eifel hin und wieder vorkommen. Denken Sie an 1999, als Johnny Herbert auf einem Stewart gewann.

Timo Glock bräuchte schon großes Chaos, um in den Punkterängen zu landen. Der Virgin-Pilot ist mit einer Platzierung zwischen 5 und 20 gut bedient. Hier die Chancen der Deutschen in der Einzelkritik:

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel fährt auf Sieg. Sein Red Bull ist überall stark. Eigentlich sollte der Nürburgring die blauen Raketen favorisieren, denn es gibt von allem etwas: langsame Kurven, mittelschnelle Kurven, eine superschnelle Bergaufschikane. Wenn es kühl bleibt, bringt keiner die Reifen so schnell in ihr Arbeitsfenster wie der Red Bull RB7. Auf nasser Piste ist er praktisch unschlagbar. Siehe Montreal bis zum Abtrocknen. Siehe Silverstone in den ersten 13 Runden.

Einziges Handikap: Dem Renault V8 könnte in den Bergaufpassagen die Luft ausgehen. Ferrari ist die große Unbekannte. Silverstone war keine Eintagsfliege. "Die haben stark aufgeholt. Wir können uns nicht zurücklehnen", urteilte Vettel nach Alonsos Sieg. Doch wie stark werden die roten Autos auf einem völlig anderen Streckentyp sein? Und kann sich McLaren nach zwei Rennen in der Versenkung wieder erholen? Die chromblitzenden Autos waren in der Eifel immer stark. Hätte sich Lewis Hamilton 2009 im Startgetümmel nicht einen Plattfuß eingefangen, wäre er ein Siegkandidat gewesen.

Nico Rosberg:

Die Mercedes waren zuletzt die klare Nummer vier im Feld. Deutlich vor Renault, aber auch klar hinter dem Spitzentrio Red Bull, Ferrari und McLaren. Nico Rosberg holte in den letzten beiden Rennen das unter diesen Umständen maximal mögliche Resultat. Rang sieben in Valencia, weil dort alle Spitzenautos die Zielflagge sahen. Platz sechs in Silverstone, weil Jenson Button ausfiel. Mehr ist auch auf dem Nürburgring auch nicht drin. Außer wechselnde Wetterbedingungen oder Safety-Car-Einsätze bringen die Spitzenteams ins straucheln. Dass die jüngste Technikoffensive die immer noch große Lücke zu den drei Top-Teams schließt, ist eher eine vage Hoffnung.

Michael Schumacher:

Im Prinzip gilt für den Rekordweltmeister das gleiche wie für Nico Rosberg. Michael Schumachers erster Gegner ist sein eigener Teamkollege. Im Training trennte die beiden meist nur ein Augenzwinkern. Silverstone war da ein Ausreißer. Auf trockener Piste hat Rosberg zur Zeit leichte Vorteile, auf nasser Bahn Schumacher. Der Rekordweltmeister wird deshalb um Regen beten. Da kann er mit etwas Glück sogar auf das Podest fahren.

Nick Heidfeld:

Renault machte zuletzt keine gute Figur. Das lässt sich nur bedingt auf die Einschränkungen beim Anblasen des Unterbodens erklären. Die schwarzen Autos waren in Valencia und in Silverstone außer Form. Mit unterschiedlichen Auspuffregeln. Der Renault R31 gab Nick Heidfeld zuletzt Rätsel auf. Nach passablen Startplätzen in Valencia, stürzte er im Rennen ab. In Silverstone flogen die Renault schon in der zweiten Qualifikationsrunde raus, konnten sich im Rennen aber um acht Positionen steigern. Offensichtlich sind die Techniker mit der Abstimmung des Autos nicht treffsicher.

Ob der neue Auspuff, der nach Red Bull-Vorbild vor den Hinterrädern mündet, den großen Fortschritt bringt, muss beim ersten Einsatz bezweifelt werden. Immerhin drehen die Renault zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk ihre Runden. Es gab noch keinen Defekt. Deshalb kann Heidfeld mit einer Platzierung zwischen Rang fünf und zehn rechnen. Je nachdem wie viele Autos aus dem Spitzenpulk ausfallen.

Adrian Sutil:

Aus den Force India wurde man in Silverstone nicht schlau. Exzellent im Training, enttäuschend im Rennen. Normalerweise zeigen die weiß-grün-orangen Autos nicht derart große Schwankungen. Zuletzt war ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Der Nürburgring mit seinem Mix aus langsamen und mittelschnellen Kurven sollte den Force India liegen. In den steilen Bergaufpassagen ist der Mercedes-Motor eine Trumpfkarte. Adrian Sutil blickt auf einen starken Grand Prix 2009 zurück. Er peilte Platz fünf an, als ihm Kimi Räikkönen in die Quere kam. Bei der Ausgabe 2011 ist Sutil ein Punktekandidat.   

Timo Glock:

Timo Glock weiß von allen deutschen Fahrer am besten, was ihn erwartet. Wenn sein Virgin keine Zicken macht, fährt der Hesse ein einsames Rennen zwischen den beiden Lotus und den beiden Hispanias. Teamkollege Jérôme d‘Ambrosio hat er locker im Griff. Hispania wird erst zur Gefahr, wenn sich sein Team wie in Montreal mit der Abstimmung verzockt.

Lotus ist normalerweise zu weit weg. "Die kann ich nur in den ersten Runden ärgern. Dafür brauche ich aber einen guten Start", sagt Glock. Mit dem Einsatz von Ersatzmann Karun Chandhok könnte nach vorne vielleicht etwas gehen. Für eine große Sensation braucht Glock aber ein Chaosrennen. Also typisches Nürburgring-Wetter. Ein zwölfter Platz wäre für ihn schon wie ein persönlicher Grand Prix-Sieg. Dann hätte Virgin den Gegner Hispania vom elften Platz im Konstrukteurspokal verdrängt.

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