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Sebastian Vettel - Helme 54 Bilder Zoom

Helme von Sebastian Vettel: Formel 1-Kopfschutz 76 Mal anders

Bei Sebastian Vettel ist der Helm kein Erkennungszeichen. Denn typisch für ihn ist der ständige Wechsel. Seit der vierfache Weltmeister Formel 1 fährt, hat Jens Munser für ihn 76 Helmdesigns entworfen. Wir haben den Künstler in seiner Werkstatt besucht.

Fernando Alonso hat es schon, Sebastian Vettel wird es bald brauchen: das eigene Museum. Auf seinem Bauernhof in der Schweiz stapeln sich die Insignien seiner Erfolge. Helme, Pokale, Overalls, Handschuhe, Socken. Besonders die Kopfbedeckung hat es Vettel angetan. "Ich weiß", lächelt er, "ich habe da einen Tick." Helme nehmen einen Sonderplatz ein. Weil sie Vettel das Rennsport-Feeling vermitteln. "Meinen ersten Helm bekam ich 1995. Ich war unheimlich stolz darauf."

Daran hat sich nichts geändert. An jeden seiner 39 GP-Siege erinnert ein spezielles Helmdesign. Dazu noch die ersten, die letzten, die speziellen - und die, an denen ein Stück Erinnerung hängt. 76 Exemplare sind es insgesamt, seit er Formel 1 fährt. Zwei musste er abgeben. Den von Abu Dhabi 2010 an Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Und den von Japan 2010 an die Helmfirma Arai, die ihn seit der Kartzeit beliefert. Als Dankeschön, auch wenn es schwerfiel. "Das war der mit der japanischen Flagge."

Singapur-Helm 2012 mittlerweile verboten

Zu seinen persönlichen Favoriten zählt der Helm von Singapur 2012 mit den Leuchtdioden obendrauf, die ein Bewegungssensor und eine Minibatterie zum Funkeln brachten, was in der Nacht besonders gut rüberkam. "Wir werden ihn nie mehr sehen", bedauert Vettel. Der Helm wurde nach einem Einsatz verboten. Die FIA duldet keinen Schnickschnack an der Ausrüstung.
 
Auch der 2011er-Helm vom deutschen Grand Prix gefällt ihm besonders. "Der hatte einen großen Anteil weißer Farbe. Leider war ich damit nicht sehr erfolgreich." Für Vettels Helme gelten klare Qualifikationsregeln. Beim ersten Sieg wird das Stück aus dem Verkehr gezogen. "Aber auch, wenn es sich um ein ganz spezielles Design handelt."

So wie beim Monaco-Helm aus der abgelaufenen Saison, bei dem hinten eine Dame zu sehen war, die sich durch Thermolack ab 31 Grad Außentemperatur entblättert hätte. Pech für die Fotografen: Es war zu kalt für den Effekt. Bei der hohen Taktzahl an Siegen ist ein Helm selten länger als drei Grands Prix im Einsatz.

Pantano-Helm als Vorlage für Vettel

Eine der schönsten Lackierungen hat Vettel bei einem anderen Fahrer entdeckt. 1996 bei der Kart-Weltmeisterschaft im italienischen Lonato. "Der Helm von Giorgio Pantano ist mein persönlicher Favorit. Der Deckel war blau, darunter ein kariertes Muster, das sich wie ein Gitter über den Helm zog. Vorn ein V in Grün, das sich öffnet, hinten ein Bügel, der sich schließt."
 
Helme sind wie Visitenkarten. Vettels Markenzeichen ist der Wechsel. Wobei er den einfachen Mustern durchaus etwas abgewinnen kann: "Mir gefallen die Helme von Damon Hill, David Coulthard oder Ayrton Senna. Weil sie einen großen Wiedererkennungswert haben. Ich habe mir das auch überlegt, kam aber durch besondere Umstände davon ab. Zuerst hatte ich eine Pantano-Kopie. Dann schrieb mir Red Bull das Design vor, das wie die Dose aussah. Das fand ich so lange cool, bis sich herausstellte, dass alle aus dem Kader genauso herumfuhren. So entstand der Gedanke, die Helme um ein bestimmtes Grunddesign herum variieren zu lassen."

Vettels Kopfschutz sieht nur auf den ersten Blick immer unterschiedlich aus. "Die drei Streifen, die im oberen Bereich nach vorn weisen, die untere Grundlinie nach hinten und das Red Bull-Logo sind immer gleich", erklärt Jens Munser, der zusammen mit acht Mitarbeitern in Salzgitter Vettels Helme lackiert. Und nicht nur die. Auch Fernando Alonso, Mark Webber, Felipe Massa, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg und Adrian Sutil zählen zu seiner Kundschaft. Die sind genügsamer. "Mark Webber hat sein Layout nur einmal geändert. Da musste eine Australien-Flagge eingeflochten werden."
 
Sieben Formel 1-Kunden Angefangen hat alles mit Toranosuke Takagi. Der Japaner fuhr 1998 für Tyrrell und 1999 für Arrows. "Er wollte unbedingt eine Chromlackierung mit grünem Spiegeleffekt", erinnert sich Munser. Den Rest erledigten persönliche Empfehlungen. Nick Heidfeld, die Schumacher-Brüder, Rubens Barrichello und Giancarlo Fisichella stießen dazu. Die Motorsport-Welt ist klein.
 
Munser lackiert für seine Rennsport-Klientel rund 500 Helme pro Jahr. Dazu noch Repliken für die Teams. Jeder aus der Vierradszene kann bei ihm ein Muster in Auftrag geben. Er ist ein Autodidakt, war vorher Funk-Elektroniker und hat Grafikdesignern Löcher in den Bauch gefragt. Sein Credo: "Mit Begeisterung geht alles."
 
Munser trifft sich mit Vettel mindestens zweimal pro Jahr, um die neuen Designs zu besprechen. "Jens und seine Truppe kommen mit Vorschlägen. Daraus entstehen unsere Ideen. Dann zeigt er mir den ersten Entwurf. Manchmal sage ich gleich: Geil, das passt. Bei anderen sind wir eine Zeit lang am Tüfteln."

Designer Munser gehen Ideen nicht aus

Zum Beispiel bei dem Helm, der aussieht, als wäre er aus Holz. Dazu Munser: "Zuerst wollten wir ihn für Montreal. Dann aber haben wir gesagt: Die Anmutung passt besser zu Austin in Texas." Oder bei der Kopfbedeckung für Brasilien 2008. Es war das Abschiedsrennen von Vettels Toro Rosso-Zeit. Das Motiv war eine Collage mit Bildern seines Monza-Sieges.
 
Oder beim Helm 2013 in Bahrain. Es war eine Kopie des Helmdesigns, das Red Bull-Weltraumspringer Felix Baumgartner trug. Oder beim 50. Design anlässlich des GP Italien 2012. "Da fehlten komplett chemische Farben", erzählt Munser. "Wir haben nur Blattgold, Kupfer, Platin und Silber verwendet."

Jens Munser hat alle Entwürfe für Vettel archiviert. Aus alten Ideen entstehen oft auch wieder neue. Munser gehen sie nie aus: "Ich lasse mich von den Ländern, den Strecken oder auch bestimmten Besonderheiten der jeweiligen Rennen inspirieren." Vettel hat seine Helm-Werkstatt übrigens noch nie gesehen. Salzgitter liegt außerhalb der Reisekoordinaten eines Formel 1-Piloten.

Michael Schmidt

Autor

Foto

Daniel Reinhard

Datum

14. Januar 2014
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