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Helmut Marko teilt aus

"Alonso dauernd in Politik involviert"

Helmut Marko 2012 Foto: Wolfgang Wilhelm 28 Bilder

Red Bull-Berater Helmut Marko nutzt die Winterpause, um einige Angriffe auf aus der Vorsaison zu kontern. Fernando Alonso mache ihm zu viel Politik, Aussagen von Jackie Stewart nehme er nicht ernst und auch an Mark Webber übt der Österreicher Kritik.

08.01.2013 Tobias Grüner

Dr. Helmut Marko ist bekannt für klare Worte und deftige Sprüche. In spannenden Saisonfinale hielt sich der Red Bull-Berater ungewöhnlich zurück. Im hitzigen Gefecht gegen Ferrari verzichtete der 69-Jährige darauf, weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Das heißt nicht, dass der Grazer die verbalen Attacken vergessen hat. Ein Interview im Hausmagazin "Red Bull Bulletin" nutzte Marko nun zum großen Konter.

Für seinen Schützling Sebastian Vettel hat der "Doktor" nach dem dritten Titel in Folge natürlich nur positive Worte übrig. "Es gibt das so ein Phänomen - das ist einfach so: Nach der Sommerpause geht seine Leistung steil nach oben. Das war auch in den Vorjahren schon so." Ein Grund dafür ist laut Marko, dass sich der Heppenheimer im richtigen Moment abschotten und konzentrieren kann und dann noch die Reserven abruft, die andere nicht mehr haben.

Alonso macht zu viel Politik

Nicht alle Piloten hätten diese Fähigkeit: "Zum Beispiel Alonso, der ja sehr mit Politik und komischen Sprüchen beschäftigt ist. Vettel ignoriert das alles, liest auch keine Zeitungen, kein Internet." Zudem kritisiert Marko die Art, wie sich der italienische Konkurrent in der heißen WM-Phase präsentiert hat. Er vermisst den Respekt vor seinem Team und seinem Fahrer.

"Ich glaube, der alte Enzo würde solche Niederlagen in keinster Weise goutieren, aber die Leistung des Gegners anerkennen. Und dass er seine Burschen entsprechend herbeuteln würde, damit sie alles machen, um uns zu schlagen. Aber nicht mit solchen Aktionen, wie wir sie zuletzt erlebt haben", so Marko.

Besonders die Verbal-Attacken von Fernando Alonso sind bei Red Bull nicht gut angekommen: "Alonso ist ja dauernd in Politik involviert. Ich glaube dass er gegen Saisonende Nerven gezeigt hat. Aussprüche wie "Ich fahre gegen Hamilton und nicht Vettel!" oder "Ich fahre gegen Newey!" sind ein Psycho-Scharmützel. Aber wir haben gesagt: Nicht einmal ignorieren."

Marko räumt mit Vorurteilen auf

Alonso ist aber nicht der einzige, der sich mit seinen Sprüchen den Ärger von Helmut Marko zugezogen hat. Der Österreicher räumt mit einigen Vorurteilen auf. "Da ist einiger Schrott im Umlauf. Vettel könne nicht überholen - lächerlich, man sehe sich bloß Abu Dhabi und Brasilien an. Er könne nur gewinnen, weil er in einem "Newey-Auto" sitze. Immerhin haben wir zwei Newey-Autos am Start - wieso belegen wir dann nicht jedes Mal die Plätze eins und zwei."
 
"Dann der Spruch des großen Jackie Stewart, dass Vettel unbedingt in ein anderes Team müsse, um sich zu beweisen. Das sagt gerade einer, der den Löwenanteil seiner Erfolge in nur einem einzigen Team, Tyrell, eingefahren hat. Das kann ich nicht ernst nehmen."

Webber mit psychologischem Problem?

Wenn Marko erst einmal in Fahrt ist, dann macht er auch vor eigenen Teammitgliedern nicht halt. Auch Mark Webber muss sich der Kritik des Red Bull-Motorsportchefs stellen. Der Australier sei psychisch nicht der Stabilste: "Mir kommt es so vor, dass Webber im Jahr zwei Rennen hat, wo er unschlagbar ist. Aber er kann diese Form nicht über das Jahr halten. Und sobald er in der WM aussichtsreich ist, tut er sich mit dem Druck, der dadurch entsteht, etwas schwerer."

"Parallel zur aufsteigenden Form von Seb gibt es bei Mark - so kommt es mir vor - ein gewisses Abflachen. Wenn da auch noch technisches Pech dazukommt, etwa die Lichtmaschine, dann gerät er in eine Spirale, die sich relativ leicht nach unten bewegt. Krass war 2010, als Webber mit den besseren Chancen als Vettel in das letzte Rennen gegangen ist - und die Enttäuschung über diese Niederlage hat er wohl auch in die Saison 2011 mitgenommen."

Laut Marko haben die Probleme von Webber auch mit Vettel zu tun: "Mark war während seiner ganzen Karriere nie in einem Spitzenteam, galt aber immer als Überflieger, wenn er bloß mal im richtigen Team wäre. Dann gelangt er mit Red Bull zu einem Auto, mit dem das Siegen möglich ist - und genau jetzt kommt der Jungspund daher und nimmt ihm die Butter vom Brot. Psychologisch ist das natürlich nicht einfach, das kann schon an der Persönlichkeit nagen."

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