Nächstes Rennen: 26. Mai 2013
GP Monaco

Formel 1: Red Bull-Berater Helmut Marko zum Crash

"Unfall wie bei Nachwuchsfahrern"

Helmut Marko

Die Schuldfrage für den Crash der beiden Red Bull-Piloten ist teamintern nun endgültig geklärt. "Beide haben falsch reagiert", erklärte Red Bull-Berater Helmut Marko mit zwei Tagen Abstand. Die Vertragsverlängerung mit Mark Webber sei jedoch nicht in Gefahr.

Nach dem Rennen in Istanbul wusste man auch im Red Bull-Lager nicht so genau, wem man die Schuld für den teaminternen Crash in die Schuhe schieben soll. Die Meinung der Fahrer war dagegen eindeutig. Beide erklärten politisch korrekt ohne direkte Anschuldigungen oder Beleidigungen, dass jeweils der andere die Kollision hätte verhindern müssen.

Teamchef Christian Horner sah die Hauptschuld zuerst bei Vettel, nach Rücksprache mit Red Bull-Berater Helmut Marko und seinen Technikern stempelte man dann plötzlich Webber zum Sündenbock. Am Ende machte das Team einfach Kommunikationsprobleme für den dramatischen Zwischenfall verantwortlich. Der Renningenieur von Webber hätte seinen Piloten besser auf die Situation vorbereiten müssen, hieß es.

Helmut Marko: "Beide Fahrer falsch reagiert"

Zwei Tage nach dem Rennen hat sich das Bullenteam aber offenbar entschieden, dass man es sich nicht so einfach machen sollte. "Zwei Top-Fahrer in so einer Situation - beide falsch reagiert", fällte Marko sein abschließendes Urteil im Interview mit dem hauseigenen Sender "Servus TV". "Das ist ein Unfall, wie er eigentlich Nachwuchsfahrern passiert", schimpfte der ehemalige Formel 1-Pilot, der für Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz das umfangreiche Motorsport-Programm beaufsichtigt.

Bis zum Grand Prix von Kanada soll die Fehde zwischen Webber und Vettel wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden. "Wir werden jetzt versuchen, den Teamgeist wieder hinzubringen", erklärte Marko. "Die zwei Fahrer müssen ja nicht zusammen Abendessen gehen, aber sie müssen kooperieren und müssen sich klar sein - Hallo, das ist das Team."

Red Bull: Keine Stallregie, keine Nummer eins

Eine feste Nummer eins im Team lehnt Red Bull trotz des verlustreichen "Stierkampfs" von Istanbul ab: "Es wäre wahrscheinlich leichter, aber das ist nicht im Sinne von Red Bull", machte Marko noch einmal klar.

Der 67-jährige Grazer verteidigt sich auch gegen Anschuldigungen, Red Bull wollte Vettel per Stallregie an Webber vorbeilotsen. Wovon Webber wegen Kommunikationsproblemen aber nichts wusste. "Das ist ja keine Manipulation. Die Message an Webber hätte lauten sollen: Du bist zu langsam. Mit diesem Tempo ist Hamilton nicht hinter dir zu halten. Schone dein Auto und wenn der Vettel schneller ist, dann kämpf' nicht gegen ihn und konzentrier' dich auf den Hamilton. Das ist ja keine Stallorder, das war ja Fakt."

Vertrag mit Webber wird in den nächsten Tagen verlängert

Besonders schlimm scheint der Zorn gegen Webber nicht zu sein. Der Vertrag mit dem routinierten Australier soll demnächst verlängert werden. "Wir wollen mit beiden weiterarbeiten und ich würde sagen, das ist mehr oder minder eine Formalität, dass die weitere Kooperation mit Webber in den nächsten Tagen finalisiert wird", erklärte Marko.

Auch bei der Laufzeit des Vertrages ist man sich bereits einig: "Mark Webber ist nicht mehr der Jüngste. (…) Das ist sowohl sein Wunsch und unser Wunsch, so wie auch beim letztjährigen Vertrag, dass der jeweils für ein Jahr gilt."

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