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Helmut Marko zum Kvyat-Deal

"Wir haben da Costa nicht hingerichtet"

Helmut Marko & Felix Antonio da Costa Foto: Red Bull 61 Bilder

Die Verpflichtung von Daniil Kvyat bei Toro Rosso kam überraschend. Alle Experten hätten auf Antonio Felix da Casta getippt. Red Bull-Berater Helmut Marko erklärt, warum sich Toro Rosso für einen 19-jährigen Russen statt einen 22-jährigen Portugiesen mit mehr Erfahrung entschieden hat.

25.10.2013 Michael Schmidt

Es gibt noch Überraschungen in der Formel 1. Sogar von Red Bull. Hätte man Wetten auf den Nachfolger von Daniel Ricciardo bei Toro Rosso abschließen können, dann hätten die meisten auf Antonio Felix da Costa getippt. Der 22-jährige Portugiese galt als Musterschüler in der Red Bull-Familie.

In diesem Jahr sollte da Costa den letzten Teil seiner Aufnahmeprüfung durchlaufen. Der Titel in der 3,5 Liter Renault-Weltserie war Pflicht. Bis Saisonmitte lag da Costa im Plan. Dann brach der Arden-Pilot ein. McLaren-Schützling Kevin Magnussen schnappte ihm den Meistertitel weg. Und auch der andere McLaren-Junior, Stoffel Vandoorne, lag am Ende noch vor Red Bulls Speerspitze im Nachwuchsprogramm.

Da Costa bleibt in der Red Bull-Familie

Der neue Star im Red Bull-Juniorenprogramm heißt jetzt Daniil Kvyat, ist 19 Jahre alt und kommt aus Ufa in der russischen Provinz Baschkortostan. Kvyat fuhr 2013 zweigleisig. In der GP3 kämpft er im Finale kommendes Wochenende in Abu Dhabi um den Meistertitel. Parallel dazu bestritt der Russe einen Teil der Formel 3-EM. Da er sich zu spät eingeschrieben hat, darf er nicht punkten. Kvyat hat aber aus dem Stand fünf Pole Positions und sieben Podiumsplatzierungen, darunter einen Sieg in Zandvoort geschafft.

Die Belohnung ist ein Formel 1-Cockpit bei Toro Rosso. Im Fahrerlager wird das eher als Misstrauensvotum gegen Antonio Felix da Costa gewertet. Red Bull-Berater Helmut Marko widerspricht: "Wir haben da Costa nicht hingerichtet. Er bleibt in unserer Familie, und wir müssen jetzt über sein weiteres Programm nachdenken. Zunächst einmal bleibt er Simulator- und Reservefahrer für Red Bull Racing."

Kvyat mit mehr als 150 Renneinsätzen

Laut Marko sprach das Ergebnis einer Analyse der drei Kandidaten Daniil Kvyat, Antonio Felix da Costa und Carlos Sainz junior eindeutig für den neuen Toro Rosso-Fahrer: "Kvyat bietet uns das beste Gesamtpaket. Er hat bewiesen, dass er mit Druck umgehen kann. Das haben wir bei da Costa vermisst. Wenn er schon in den Nachwuchsserien schwächelt, wie soll es dann in der Formel 1 erst werden?"

"Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie viele Fahrer schon als Riesentalent verkauft wurden, bevor sie ganz oben gescheitert sind. Bei Kvyat zeigte die Formkurve zuletzt steil bergauf. Bei da Costa ging sie nach unten oder verlief flach."

Der Portugiese konnte nur bei der Simulatorarbeit punkten. "Kvyat ist im Simulator schnell, er muss aber noch am Feedback arbeiten", rügte der strenge Doktor. Dass der Russe erst 19 Jahre alt ist und weniger Rennerfahrung hat als seine Konkurrenten, bereitet Marko kein Kopfzerbrechen. "Räikkönen ist mit 23 Rennen in die Formel 1 gekommen und hat sich durchgesetzt. Kvyat ist schon über 150 Rennen gefahren."

Kein Toro Rosso-Angebot an Vandoorne

Vermutungen aus Portugal, der Russe sei nur wegen einer stattlichen Mitgift verpflichtet worden, bestreitet Marko: "Bei uns galt schon immer das Leistungsprinzip. Das muss aber nicht heißen, dass in seinem Schlepptau der russischen Markt anspringt. Zwei Firmen haben sich schon bei uns gemeldet."

Der Ex-Rennfahrer aus Graz räumt auch mit der Geschichte auf, dass Red Bull den Belgier Stoffel Vandoorne aus dem McLaren-Pool sprengen wollte, um ihn für Toro Rosso zu verpflichten. "Ich habe nie mit Herrn Vandoorne gesprochen. Es gab kein Angebot. Ich weiß nicht mal, wie der aussieht."

Vandoornes Manager Richard Goddard differenziert: "Es stimmt, dass es kein Angebot gab. Es bestand aber Interesse von Toro Rossos Seite. Trotzdem hätten wir McLaren nicht verlassen. Wir wollen Stoffel behutsam aufbauen. Uns läuft nichts davon. Er soll im nächsten Jahr seine ersten Formel 1-Kilometer abspulen und in einer Nachwuchsserie weitere Rennerfahrung sammeln. In welcher, wissen wir noch nicht genau."

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