Monza ist anders. Monza ist aufregend. Monza ist vor allem schnell. Dank Hybrid-Power werden die üblichen Top-Speeds von ca. 340 km/h in dieser Saison wohl noch überboten werden. Die Traditionsstrecke in Norditalien besteht eigentlich nur aus Geraden, die von drei relativ schnellen Kehren und drei Schikanen unterbrochen werden. Viel Luftwiderstand würde die Autos nur unnötig einbremsen, weshalb die Teams die Abtriebswerte auf ein Minimum senken.
Spezielle Monza-Pakete
Die Ingenieure reagieren auf die besonderen Voraussetzungen nicht einfach nur damit, dass sie die Flügel flacher stellen. Speziell für Monza haben die Designer in den Fabriken ein eigenes Aerodynamikpaket entwickelt, dass nach dem Rennen sofort wieder in die Tonne gekloppt wird. So viel zum Thema "Sparen in der Formel 1".
Der enorme Aufwand lohnt sich allerdings. "Gute Entwicklungsarbeit kann einen enormen Unterschied machen", erklärt Ross Brawn, der Teamchef von WM-Spitzenreiter Brawn GP. In diesem Jahr kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass die neuen Pakete vorher nicht auf der Strecke ausprobiert werden können. "Ohne die Möglichkeit der Testfahrten wird es interessant zu sehen, wie schnell sich jeder an die ungewöhnlichen Bedingungen mit wenig Abtrieb gewöhnen kann", analysiert Brawn.
Vorteil Mercedes-Antrieb?
Neben einem geringen Luftwiderstand kommt es vor allem auf den Antrieb an. Brawn hofft, mit dem Mercedes-V8 im Heck einen Vorteil zu besitzen. Allerdings fährt auch Force India mit dem wohl besten Triebwerk der Formel 1. Und natürlich ist auch McLaren mit Aggregaten aus der Mercedes-Fabrik in Brixworth ausgestattet. Die Silberpfeile setzen in Monza außerdem auch wieder auf die Kraft des des Hybrid-Antriebs, was sie zu den absoluten Top-Favoriten im Autodromo di Monza macht. "Die KERS-Autos werden unglaublich schnell sein. Vor allem im Qualifying", äußerte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh seine Vorfreude.
Wie schon in Spa, wo ebenfalls mit weniger Abtrieb als gewöhnlich gefahren wurde, könnte es also einige Überraschungen geben. Wie speziell Monza ist, hat schon das vergangene Jahr gezeigt, als Sebastian Vettel im unterlegenen Toro Rosso seinen ersten Grand Prix gewinnen konnte. Als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor half damals auch noch das regnerische Wetter mit. Aber auch in diesem Jahr sind wieder Schauer am Rennwochenende vorhergesagt.
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