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Historische Formel 1-WM-Duelle (3)

Der Angestellte schlägt 1967 den Chef

Brabham Hulme 1967 Foto: xpb

Dieses Jahr kommt es zum 16. Mal im WM-Finale zum Titel-Duell Mann gegen Mann - Rosberg gegen Hamilton. Wir blicken auf die 15 Duelle seit 1950 zurück. In Teil 3 unserer Serie kämpfen Denis Hulme und Jack Brabham in Mexiko City um die Weltmeisterschaft 1967.

13.11.2014 Michael Schmidt

Was beim Formel 1-Finale 1967 wirklich passierte

Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg. Zum 16. Mal kommt es im WM-Finale zum Duell Mann gegen Mann. Wie könnte es ausgehen? Wir blicken auf die 15 Duelle seit 1950 zurück, besetzen die Rollen mit den Mercedes-Piloten und schauen was bei diesem Szenario in Abu Dhabi passiert. Teil 3 ist das Duell Jack Brabham gegen Denis Hulme 1967 in Mexiko-City.

Das dritte Final-Duell zweiter Titelrivalen fand 1967 beim GP Mexiko in Magdalena-Mixhuca statt. Die Fronten im WM-Duell waren klar abgesteckt. Der Weltmeister würde einen Brabham-Repco fahren. Es war ein pikantes Duell: Jack Brabham vs. Denis Hulme - der Chef gegen seinen Angestellten.

Brabhams Chancen reduzierten sich auf ein Szenario. Er musste gewinnen, sein Teamkollege Hulme durfte sich nicht besser als auf Rang 5 platzieren. Der Unterschied der beiden WM-Kombattanten betrug 7 WM-Punkte zugunsten von Hulme.

So wurde Jim Clark zum besten Mitspieler des Titelfavoriten. Der Schotte ließ keinen Zweifel daran, wer im Park von Magdalena-Mixhuca auf der Pole Position stehen würde. Die Brabham-Boys teilten sich nur die dritte Startreihe, wobei der Chef schneller war als die Nummer zwei im Team.

Entgegen vieler Verschwörungstheorien gab Jack Brabham seinem Angestellten freie Fahrt. Clark übernahm nach drei Runden die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Damit war der Traum vom vierten Titel für Jack Brabham ausgeträumt.

Black Jack brachte sein Auto trotz verdächtig hohen Öltemperaturen in seinem Repco V8 als Zweiter vor Denis Hulme ins Ziel, doch das reichte nicht. Der Außenseiter-Tipp Hulme gewann die Weltmeisterschaft.

Unser fiktives Abu Dhabi-Finale 2014

Die beiden WM-Aspiranten 1967 starteten wie ihre Nachfolger 2014 im gleichen Auto. Doch damals war die Ausgangslage heikler. Jack Brabham war der Chef. Denis Hulme sein Mitarbeiter. Er hätte Hulme an die Kette legen können. So schlimm ist es bei Mercedes nicht. Hamilton und Rosberg sind gleich gestellt.

Wegen des Punktestandes spielt Rosberg dieses Jahr den Part von Jack Brabham, der 7 Punkte zurücklag. Hamilton ist quasi Denis Hulme. Was optisch nicht ganz passt. Hulme sah aus wie ein Landwirt, der in seiner Heimat Neuseeland Schafe hütet. Hamilton ist mit seinen Goldketten, Tattoos und auf Halbmast hängenden Hosen schon ein bisschen glamouröser. Dem Neuseeländer reichte damals ein fünfter Platz. Hamilton muss Zweiter werden, um sicher Weltmeister zu sein.

Im Training schlägt der Chef seinen Angestellten um 0,38 Sekunden. Jack Brabham musste mit einem neuen Motor in das Rennen starten, weil am ursprünglichen Triebwerk im Training die Steuerkette gerissen war. Wenn das Rosberg passiert, könnte es eng für ihn werden. Er hat schon seinen fünften Motor im Einsatz. Ein sechster würde zehn Plätze in der Startaufstellung kosten. Dann also lieber eine ältere Antriebsquelle.

Damals wie heute ist es ein offener Schlagabtausch ohne Stallregie. Der Konstrukteurs-Pokal ist bereits in der Tasche, und es steht auch fest, dass der neue Fahrer-Weltmeister einen Mercedes fahren wird. So wie 1967 nur noch Brabham-Pilot den WM-Pokal abholen kann.

Vor 67 Jahren kam mit Jim Clark noch ein Störenfried ins Spiel. Mit zunehmender Standfestigkeit seines Lotus spielte der Schotte am Saisonende seine fahrerische Überlegenheit aus. Das ist in dieser Saison nicht zu erwarten. Sebastian Vettel und Fernando Alonso sitzen in zu langsamen Autos. Und die Williams-Piloten sind kein Jim Clark.

Aber vielleicht gibt es ja ein Wunder. Also Valtteri Bottas steht in Abu Dhabi auf der Pole Position. Neben ihm Abu Dhabi-Spezialist Vettel. Die beiden Mercedes-Fahrer besetzen nur die dritte Reihe. Sie haben sich in den kühleren Abendstunden mit dem Reifendruck verkalkuliert. Was sollte sie sonst bremsen?

Der besser gestartete Vettel rammt Bottas, so wie damals Dan Gurney den Lotus von Clark. Dadurch gehen Alonso und Massa aus der zweiten Reihe in Führung. Damals Graham Hill und Chris Amon. Während Vettels Red Bull Schaden nimmt, kommt Bottas ungeschoren davon. Nach drei Runden hat er sich an die Spitze zurückgekämpft und gibt diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Obwohl sich ab der vierten Runde die Kupplung abmeldet.

Damit ist der Traum vom Titel für Rosberg ausgeträumt. Für Jack Brabham wäre es 1967 der vierte nach 1959, 1960 und 1966 gewesen. Rosberg wartet noch auf seinen ersten. Der Herausforderer bringt seinen Mercedes als Zweiter vor Hamilton ins Ziel. Doch das reicht nicht. Hamilton ist mit 364:353 Punkten Weltmeister.

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