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Hitziger Friedensgipfel

Pirelli fordert bessere Kommunikation

Pirelli - GP Italien - Monza - Donnerstag - 3.9.2015 Foto: ams 103 Bilder

Drei Teams, vier Fahrer, Bernie Ecclestone und Pirelli trafen sich in Monza zum großen Friedensgipfel. Nach einer hitzigen Debatte, bei der Pirelli sogar mit Rücktritt gedroht haben soll, verständigten sich alle Parteien auf eine bessere Kommunikation zwischen Pirelli, den Teams und den Fahrern.

04.09.2015 Michael Schmidt

Das Meeting dauerte länger als eine Stunde. Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera und Bernie Ecclestone hatten Mercedes, Ferrari und Red Bull zu einem Friendesgipfel eingeladen. Auch Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Nico Rosberg mussten antanzen. Pirelli stieß Vettels harsche Kritik nach dem Reifenplatzer in Spa sauer auf. Verbunden mit einigen kritischen Kommentaren von den Teams. Hamiltons Ohrfeige für die zunächst drastisch erhöhte Luftdrücke setzte der Reifen-Affäre die Krone auf.

Pirelli wollte die Kritik aus den Reihen der Fahrer und Teams nicht mehr hinnehmen. Deshalb kam es in Monza zu einem klärenden Gespräch. Und dort ging es zunächst heiß her. Vettel hat Informationen von auto motor und sport zufolge den Pirelli-Verantwortlichen gegenüber zunächst seinen Vorwurf wiederholt, dass Reifen, die ohne Vorwarnung platzen, gefährlich seien. Pirellis Präsident antwortete daraufhin, dass ein Reifenhersteller unter solchen Umständen sein Engagement beenden müsse. Alonso sprang Vettel daraufhin zu Hilfe. Die Fahrer hätten kein Vertrauen in die Reifen, weil sie zu wenig Informationen in einem Fall wie Spa bekämen. Da ließ sich Pirelli 10 Tage Zeit, bis endlich die Trümmer-Theorie auf den Tisch kam.

Pirelli verspricht Fahrer mehr Informationen

Dann nahm Bernie Ecclestone das Zepter in die Hand. Er fragte in die Runde: "Hat es im Motorsport nicht immer Reifenschäden gegeben?" Niki Lauda fühlte sich als Fahrer der früheren Generation angesprochen. "Stimmt Bernie. Aber zum meiner Zeit bin ich zehn Minuten später bei der Reifenfirma gesessen und wollte wissen, warum der Reifen geplatzt ist. Und ich war erst zufrieden, wenn sie mir den Grund genannt haben. Und das hat nicht zwei Wochen gedauert."

Pirelli lenkte daraufhin ein und sagte den Fahrern eine bessere Kommuniktion über ihr Produkt zu, wenn das ihr Vertrauen verbessere. Gleichzeitig forderte der Reifenhersteller von den Teams mehr Daten von den Autos. Man bekomme ein Mal vor der Saison alle Informationen und dann nicht mehr. Außerdem gebe es viel zu wenig Testfahrten. Wenn der Zirkus dann in Spa aufschlägt, sind die Autos schon wieder viel schneller als zu Saisonbeginn. Dass man da böse Überraschungen erlebe, dürfe sich keiner wundern. Vettel räumte ein, dass die Geschwindigkeiten in Eau Rouge so hoch wie noch nie seien.

Ohne Testfahrten keine Reifen für 2017

Nachdem Lauda in Spa noch Vettel für seine Kritik an den Reifen im erster Ärger gerügt hatte, ergriff er diesmal Partei für den Ferrari-Piloten. Der Österreicher erklärte vor versammelter Mannschaft, dass es eine Illusion sei Fahrern vorzuschreiben, nach einem Reifenplatzer Diplomatie zu zeigen."„Heute steigt der Fahrer aus dem Auto, und er hat 20 Mikrofone unter der Nase. Zu meiner Zeit bin ich erst zu meinem Teamchef oder zum Reifenhersteller gegangen und habe Alarm geschlagen. Da gab es kein Fernsehen, dem du sofort antworten musstest."

Am Ende der Diskussion gingen alle Beteiligte als beste Freunde auseinander. Die Teams gelobten Pirelli besser mit Daten zu versorgen. Pirelli versprach, die Fahrer besser ins Bild zu setzen. In einem Punkt ließ Pirelli-Sportchef Paul Hembery nicht locker: "Für die Saison 2017 sind drastische Änderungen in Bezug auf die Reifendimensionen zu erwarten. Das verlangt ein vernünftiges Testprogramm. In der Vergangenheit konnten die Reifenhersteller bis zu 100.000 Kilometer im Jahr testen. Wir bekommen nicht einmal ein einziges Auto, um irgendetwas auszuprobieren." Hembery verband das mit einer Drohung: "Für uns sind Testfahrten eine Bedingung, dass wir in der Formel 1 bleiben."

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