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Hockenheim erwägt vorzeitigen Rückzug aus Formel 1

Hockenheim droht das Aus als Formel-1-Standort. Nach der Weigerung des Landes Baden-Württemberg, Defizite aus dem Formel-1-Rennen zu übernehmen, erwägen die Verantwortlichen der Traditionsstrecke den vorzeitigen Rückzug aus der Königsklasse des Motorsports.

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Foto: Wolfgang Wilhelm

"Wir müssen sehen, ob wir da schon vorher rauskommen", sagte Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer der Hockenheimring-GmbH, dem Berliner "Tagesspiegel" über die Vertragssituation. Der Kontrakt mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone läuft noch bis 2010.

Ohne Zuschüsse keine Formel 1 in Hockenheim

Schmidt geht davon aus, dass der für 2010 geplante Grand Prix abgesagt werden muss. "Ohne Zuschüsse des Landes wird es keine Formel 1 in Hockenheim mehr geben." 2009 findet der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring statt. Seit 2007 wechseln sich die beiden Strecken jährlich mit der Ausrichtung des deutschen Fornel-1-Rennens ab.

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"Von der Landesregierung wurde der Stadt Hockenheim gegenüber keine Bereitschaft signalisiert, Defizite aus dem Formel-1-Rennen zu übernehmen", hatte es in einer am Freitag bekanntgewordenen Antwort des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Landtags-Grünen geheißen. In diesem Jahr fuhr die Hockenheimring-GmbH durch den Grand Prix einen Verlust von 5,3 Millionen Euro ein.

Für die nächste Auflage des Großen Preises von Deutschland in Hockenheim im Jahr 2010 wird dem Ministerium zufolge sogar mit einem Minus von sechs Millionen Euro gerechnet. Mit den Profiten aus anderen Rennveranstaltungen und Fahrer-Trainings können die Streckenbetreiber die Verluste nicht ausgleichen. Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer, der auch Vorsitzender der Ring-GmbH ist, hatte deshalb auf Landesmittel gehofft. Die Stadt sehe sich nicht in der Lage, auf Dauer die Kosten allein zu tragen, hatte Gummer im Oktober erklärt.

Ticketerlöse sind die einzige Einnahmequelle der Streckenbetreiber

Gründe für das wachsende Minus durch das Formel-1-Rennen sind die von Ecclestone geforderten Garantieleistungen in zweistelliger Millionenhöhe sowie das sinkende Zuschauer-Interesse. Die Ticketerlöse sind die einzige Einnahmequelle der Streckenbetreiber bei den Formel-1-Rennen.

Autor: dpa
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