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Hockenheimring in Schwierigkeiten

Foto: Wolfgang Wilhelm

Der badische Rennkurs ist finanziell in arger Bedrängnis. Der Hockenheim GmbH fehlen kurzfrisitg 1,4 Millionen Euro in der Kasse. Das Land Baden-Württemberg will selbst nicht zur Rettung einspringen, schickt aber die L-Bank zur Hilfe.

21.07.2005

Erst gab Ministerpräsident Oettinger bekannt, dass er zur Rettung des Hockenheimrings finanziell nicht beitragen könne (Das Land schoss schon 15,3 Millionen Euro für den 66 Millionen teuren Umbau zu), dann verkündete Finanzminister Stratthaus, dass die landeseigene L-Bank mit einer Bürgschaft oder einem Kredit der Hockenheim GmbH vorläufig aus der Bedroullie helfen will. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" (21.7.).

Das Geld soll dem Badischen Motorsportclub BMC zur Verfügung gestellt werden, der neben der Stadt Hockenheim Hauptgesellschafter ist. Zudem wollen die Landespolitiker Konzerne wie Daimler-Chrysler dazu bewegen, als Gesellschafter miteinzusteigen. Innerhalb der Landtagsfraktion-Fraktion ist die Rettungsaktion umstritten. Nach dem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" ist von "Missmanagement" die Rede. Die 1,4 Millionen habe man bereits abgeschrieben.

Gewinne nur durch Ticketverkäufe

Die Hockenheim GmbH geriet durch den massiven Umbau der Strecke in Bedrängnis. Formel 1-Promoter Bernie Ecclestone hatte die Änderungen gefordert und mit der Abwanderung an den Lausitzring gedroht. Wegen des kurzfristigen Formel 1-Vertrages (bis 2008) ist auch die Kreditlaufzeit kurz, entsprechend hoch sind die jährlichen Tilgungsraten. Nun soll auf eine vorzeitige Verlängerung des Abkommens mit der Formel 1 gedrängt werden.

Nach einer wissenschaftlichen Erhebungen spült die Formel 1 jährlich 20 Millionen Euro in die Region, doch bleibt davon wenig beim Rennstreckenbetreiber hängen. Weil Bernie Ecclestone beim deutschen Grand Prix alle Werbeflächen für seine Partner beansprucht, erzielt der Hockenheimring lediglich durch Ticketverkäufe Einkünfte. Seit die deutschen Rennen nicht mehr ausverkauft sind, ist die Lage noch prekärer geworden.

Sonderaktionen für Fans

Um trotz der klaren WM-Führung von Renault und der geringen Gewinnchancen der deutschen Piloten die Fans nach Hockenheim zu locken, hat der Veranstalter zahlreiche Sonderaktionen geplant. Am Freitag, Samstag und Sonntag können sich die Fans bei Autogrammstunden mit ihren Idolen fotografieren lassen. Am Donnerstagnachmittag (16:00 bis 18:00 Uhr) wird die Boxengasse für Zuschauer geöffnet, zur gleichen Zeit gibt es geführte Bustouren um die Strecke.

Am gesamten Wochenende spielen abends Nachwuchsbands, dazu gibt es einen Biergarten. Für Unterhaltung sorgt auch das "Fan-TV", das in den Rennpausen ein eigenes Fernsehprogramm für die Tribünengäste produziert und auf Großleinwänden zeigt. Zudem sendet die Radiostation SWR3 auf der Frequenz 94,2 FM am gesamten Wochenende von 07:00 bis 19:00 Uhr "Race Radio". Vor dem Rennen am Sonntag unterhalten neben der GP2-Serie Cheerleader aus ganz Deutschland und US-Dragster das Publikum.

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