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Honda

Der weiße Riese

Foto: BAR 28 Bilder

BAR war der Aufsteiger der Saison - vor allem dank Honda. Mit 500 Mitarbeitern, darunter 260 Ingenieuren ziehen die Japaner aus, um demnächst auch Ferrari das Fürchten zu lehren.

24.10.2004

Kein Team punktete neben Ferrari so häufig wie BAR-Honda. Nur in Belgien ging das Team von David Richards komplett leer aus. Obwohl acht Motorschäden die englisch-japanische Mannschaft bremsten, sicherte sich BAR-Honda souverän Platz zwei im Konstrukteurspokal. Fahrer Jenson Button wurde WM-Dritter. Ihm gelang eine Pole Position, lediglich ein Sieg fehlt noch zum endgültigen Durchbruch.

Neben Teamchef Richards und Technikchef Geoff Willis verdankt BAR diese Leistungssteigerung vor allem Honda. Gegenüber dem mäßigen Anfangsjahr 2000 ist der aktuelle Motor um 23 flacher und 35 Kilogramm leichter geworden. 200 PS trennen die beiden Aggregate. Waren 900 PS vor zwei Jahren noch ein ordentlicher Wert, um vorne mitzumischen, entfesselt der aktuelle V10 aus Nippon 960 Pferdestärken. In 24 Monaten marschierte Honda in punkto Motorleistung auch an Top-Hersteller BMW vorbei. Allein in dieser Saison fanden die Ingenieure 40 PS.

Pool aus 9000 Menschen

Die Formel 1-Abteilung ist in Japan in der Serien-Entwicklung untergebracht. 260 Ingenieure arbeiten am F1-Projekt - wie in früheren Zeiten nicht unbedingt traditionelle Motorsport-Leute. Kazuo Sakurahara entwarf vor dem erfolgreichen RA 004E-Zehnzylinder den Vierzylinder-Serienmotor des Accord. Auch die Väter des nächstjährigen Rennaggregats sind im Motorsport bisher unbeschriebene Blätter. Aus einem Pool von 9000 Menschen wurden die insegsamt 500 Formel 1-Söldner rekrutiert, nur zwei Dutzend davon haben eine lange Motorsport-Vergangenheit.

Das Erfolgsgeheimnis bei Honda liegt in der Fülle und Frische der Ideen. Die jungen Ingenieure aus der Serien-Entwicklung denken bei Problemlösungen nicht in den eingeengten Bahnen wie altgediente Rennsport-Konstrukteure. Synergien sind durch die Nähe zur Entwicklungsabteilung leichter herzustellen. Die Kommunikationswege sind kurz.

Mehr Einfluss beim Chassis

Honda nimmt zusätzlich zunehmend Einfluss auf die Konstruktion des BAR-Chassis. In der englischen Team-Zentrale arbeiten bereits Honda-Aerodynamiker, in Japan ist ein zusätzlicher Windkanal angemietet worden und ein 20 Millionen Euro teurer Fahrwerksprüfstand im Einsatz. "Wir haben eine aufwendige Analyse betrieben, in welchen Punkten wir Zeit verloren haben. Alle unsere Zielvorgaben wurden erreicht", sagt BAR-Technik-Chef Willis. Niemand in der Formel 1 wäre überrascht, wenn BAR-Honda das erste Team ist, das Ferrari vom Sockel schubst.

Eine große Hintergrundgeschichte zum Erflogsjahr von BAR und Honda finden sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 23, ab 27. Oktober am Kiosk.

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