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Honda

Neues Auto in zwei Raten

Foto: Honda 5 Bilder

Honda hat mit dem R108 den neuen Rennboliden für die Saison 2008 vorgestellt. Der neue Teamchef Ross Brawn lässt den Neuen schon testen, verspricht aber noch vor Saisonbeginn ein neues Aerodynamikpaket.

29.01.2008 Michael Schmidt

Für Honda gibt es nur eine Richtung. Es muss besser werden. In der abgelaufenen Saison landete der japanische Werksrennstall mit gerade mal sechs Punkten auf Rang acht im Konstrukteurspokal. Nur der fünfte Platz von Jenson Button beim GP China bewahrte Honda vor der Schmach, von seinem Kundenteam SuperAguri geschlagen zu werden. Button, der Retter der Honda-Ehre, gab bei der Präsentation des neuen Honda auch gleich das Saisonziel vor: "Wir wollen die Saison mit einem ordentlichen Auto beginnen und uns dann in jedem Rennen kontinuierlich steigern." Sein neuer Chef Ross Brawn fordert: "Es muss unser Ziel sein, das Auto auf einen Stand zu bringen, der es erlaubt, regelmäßig Punkte zu sammeln."

Superhirn Brawn steuert Honda

Drei Wochen nach dem Saisonende 2007 demonstrierte Honda, wohin die Reise gehen soll. Als neuer Teamchef wurde der frühere Ferrari-Technikdirektor Ross Brawn verpflichtet. Der hatte kurz zuvor Ferrari einen Korb gegeben. Trotz mehrerer Interessenten entschied sich Brawn für Honda. "Nach Beendigung der Gespräche mit Ferrari habe ich mich auf das Angebot von Honda konzentriert. Ich wollte mich nicht verzetteln, indem ich eine Option mit der anderen vergleiche. Honda zeigte mir von allen möglichen Teams das ernsthafteste Interesse."

Für Superhirn Brawn begann ein mühsamer Prozess. "Das Gute bewahren, das Schlechte aussortieren." Das neue Auto war zum Zeitpunkt seiner Unterschrift längst fertig konstruiert. Da konnte Brawn nur noch den Zeitplan des Entwicklungsprogramm beeinflussen. Er entschied: Das Auto kommt in zwei Raten. "Nach dem schlechten Abschneiden im letzten Jahr dauerte die Fehleranalyse sehr lang. "Das gute an Fehlern ist", wirft Button ein, "dass man von ihnen lernen kann, und wir haben gelernt." Brawn ergänzt: "Wir sind später dran als andere Teams, weil wir die Fehler verstehen und abstellen wollten. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, eine Basis des neuen RA108 möglichst schnell auf die Teststrecke zu bringen, und die Aerodynamik nachzuschieben. Es kommen mit jedem Test kleine Modifikationen ans Auto, aber dass große Paket gibt es erst kurz vor dem Saisonstart in Melbourne." Dazu zählen die 2008er Flügel, eine neue Motorabdeckung und an das neue Konzept angepasste Leitbleche.

Zweigeteiltes Debüt

Das zweigeteilte Debüt gibt den Technikern die Möglichkeit, die Systeme und das neue Getriebe auf Haltbarkeit checken. Dass die Rundenzeiten beim ersten Test letzte Woche in Valencia bescheiden ausfielen, war nicht weiter verwunderlich. "Wir sind vom Endprodukt noch weiter entfernt als die Konkurrenz." Man kann es so umschreiben: Der in Brackley vorgestellte RA108 ist ein neues Chassis mit alter Aerodynamnik.

Erfahrene Piloten gefragt

Brawn will nicht nur technisch einen Fuß vor den anderen setzen. Auch bei den Fahrern ist eine konservative Politik Trumpf. "Wir brauchen in unserer Situation erfahrene Piloten im Cockpit. Da sind Jenson Button und Rubens Barrichello die Idealbesetzung. Und deshalb habe ich mir auch Alexander Wurz als Tespilot geholt. Ein junger Fahrer, der beweisen will, dass er schneller ist als Button und Barrichello bringt uns nicht weiter. Wir müssen das Auto entwickeln." Wurz hat bis Juni viel zu tun. Parallel zu seinen Honda-Verpflichtungen testet er im Peugeot für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. "Ich komme aus dem Auto gar nicht mehr raus", lachte der Österreicher bei seiner Honda-Premiere in Valencia. Er hatte einen Tag im alten Auto zugebracht, um sich auf das Fahren ohne Traktionskontrolle zu gewöhnen. "So bin ich zum letzten Mal vor sechs Jahren gefahren."

Honda beschäftigt mit Barrichello, Button und Wurz das erfahrenste Fahrertrio. Zusammen haben die drei 454 Grand Prix auf dem Buckel. In Summe sind die Honda-Piloten 96 Jahre alt. Zum Ausgleich gibt Honda auch zwei jungen Piloten eine Chance. Der Italiener Luca Filippi und der Engländer Mike Conway wurden in die Nachwuchsriege aufgenommen. Beide nehmen in diesem Jahr an der GP2-Serie teil.

Keine Sponsoren auf dem Auto

Sponsoren sucht man auf dem Honda RA108 vergeblich. Die Logos der 39 Partner sind nur auf den Fahreroveralls und den Renntransportern zu sehen. Die Rennautos fahren wieder die grünblaue Weltkugel spazieren, diesmal allerdings mit viel weil weiß durchsetzt. Damit geht die Kampagne für die Umwelt in ihre zweite Runde. Sie soll für Honda Geld abwerfen und grüne Projekte unterstützen. "Ich habe gerade einen Scheck über 700.000 Pfund für Umweltprojekte ausgestellt", verrät Marketingdirektor Nick Fry. Für Honda hat sich die Idee noch nicht gelohnt. Man hört, dass kaum etwas beim Formel 1-Team ankommt.

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